Gebäude des Saale-Unstrut Klinikum in Naumburg.
Das Burgenlandklinikum hat Standorte in Zeitz und Naumburg. (Archivbild) Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Kaufangebot nach Insolvenz Landkreis und Uniklinik Halle wollen Burgenlandklinikum weiterführen

Neue Hoffnung für das Burgenlandklinikum mit seinen Standorten in Naumburg und Zeitz: Im September hatte das Krankenhaus Insolvenz angemeldet. Nun haben der Burgenlandkreis und die Uniklinik Halle gemeinsam ein Angebot für das finanziell angeschlagene Klinikum abgegeben.

Gebäude des Saale-Unstrut Klinikum in Naumburg.
Das Burgenlandklinikum hat Standorte in Zeitz und Naumburg. (Archivbild) Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Der Burgenlandkreis und die Uniklinik Halle wollen gemeinsam das insolvente Burgenlandklinikum weiterführen. Laut Landrat Götz Ulrich (CDU) wurde ein entsprechendes Angebot abgegeben. Nötig sei aber noch grünes Licht vom Kreistag und der Landesregierung.

Weitere Einzelheiten zum Angebot wollten weder der Landrat des Burgenlandkreises noch die hallesche Uniklinik nennen. Zurzeit ist der Burgenlandkreis Gesellschafter des kommunalen Krankenhauses. Das Burgenlandklinikum mit seinen beiden Standorten in Naumburg und Zeitz hatte im September Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Jetzt wird ein neuer Geldgeber und ein Konzept für die Zukunft gesucht.

Mehrere Interessenten mit Angeboten

Der Sachverwalter Lucas Flöther sagte, das Vertrauen sei groß, dass die Kliniken eine dauerhafte Zukunftsperspektive hätten. Andernfalls hätte man den Weg der Insolvenz in Eigenverwaltung schon verlassen. Bei der Insolvenz in Eigenverantwortung gibt die Unternehmensführung die Kontrolle nicht an einen Insolvenzverwalter ab.

Klinikum Burgenlandkreis

Zum Klinikum Burgenlandkreis gehören seit einer Fusion im Jahr 2004 das Saale-Unstrut Klinikum Naumburg und das Klinikum Zeitz. Es hat nach eigenen Angaben insgesamt 1.500 Mitarbeiter. Außerdem ist das Klinikum Lehr-Krankenhaus des Universitätsklinikums Jena sowie der Universität Leipzig.

Die Frist, bis zu der mögliche Investoren verbindliche Angebote abgeben mussten, war vergangene Woche abgelaufen. Dem Sanierungsexperten zufolge ist das gemeinsame Angebot von Burgenlandkreis und Uniklinik Halle aber nicht das einzige. Wer die weiteren Interessenten sind, ist allerdings vertraulich.

Entscheidung im ersten Quartal 2020

Der Gläubigerausschuss muss sich nun die Angebote ansehen. Dieser entscheidet letztlich, welches Angebot die Klinikfortführung die offenen Forderungen finanziell am besten bedienen kann. Die endgültige Entscheidung soll Flöther zufolge bis März 2020 fallen. Bekommt das gemeinsame Angebot von Uniklinik und Burgenlandkreis den Zuschlag, wäre es in Sachsen-Anhalt das erste Mal, dass eine Uniklinik nach anderen Krankenhäusern greift.

Über das gemeinsame Kaufangebot hatte zuerst die Mitteldeutsche Zeitung berichtet. Demnach bieten beide zusammen 75 Millionen Euro für den Weiterbetrieb. Der Betrag soll von der Uniklinik kommen, die dann im Gegenzug mit 51 Prozent der Anteile die Mehrheit halten würden.

Ende der Schonfrist

Seit dieser Woche ist auch die Schonfrist, in der die Arbeitsagentur die Löhne und Gehälter der rund 1.500 Beschäftigten des Burgenlandklinikums übernimmt, abgelaufen. Am Montag wurde aus dem vorläufigen Insolvenzverfahren per Gerichtsbeschluss ein reguläres Verfahren. Seither zahlen die Kliniken die Personalkosten wieder selbst.

Menschen auf einer Demonstration
In Zeitz demontrierten gut 2.000 Menschen für den Erhalt der Geburtsklinik. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Klinikbetrieb soll laut Flöther an beiden Standorten zunächst unverändert weiterlaufen. Bis zu einer endgültigen Entscheidung über die Zukunft der beiden Standorte seien weder Schließungen von Stationen noch Personalabbau geplant. Das gelte auch für die Geburtenstation in Zeitz. Diese sollte im Zuge der Sanierung geschlossen werden. Dagegen demonstrierten zeitweise Tausende Menschen. Ein Kommunalpolitiker sammelte zudem über eine Online-Petition mehr als 11.000 Unterschriften, um den Zeitzer Standort im Ganzen langfristig zu sichern.

Das Insolvenzverfahren des Burgenlandkreises wird in Sachsen-Anhalt genau beobachtet. Bei vielen Kliniken ist die finanzielle Lage angespannt. Weitere Insolvenzen sind nicht ausgeschlossen.

Quelle: MDR/cw,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wir wir | 04. Dezember 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2019, 12:54 Uhr

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