Zeitz – eine Stadt sucht ihre Zukunft Der Kohleausstieg: Fluch oder Segen für Zeitz?

Der Ausstieg aus der Braunkohle wird vor allem für den Süden von Sachsen-Anhalt massive Veränderungen mit sich bringen. Wo werden die Kohlekumpel in Zukunft arbeiten? Und wie kann verhindert werden, dass erneut unzählige Menschen abwandern? Das sind große Fragen, die in Zeitz unter anderem mit einem sogenannten Zukunftsinstitut beantwortet werden sollen. MDR SACHSEN-ANHALT hat vor Ort mit Menschen gesprochen, die der Kohleausstieg betrifft.

Bagger im Braunkohletagebau Profen
2038 ist Schluss im Braunkohletagebau Profen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bis 2038 wollen sie nicht warten. Das würde den Verantwortlichen des Unternehmens Radici dann doch zu lange dauern. Und auch sonst wird im Chemie- und Industriepark in Zeitz geforscht, was Alternativen zur Kohle sein können. Denn: Viele der 15 Unternehmen im Chemie- und Industriepark sind ganz unmittelbar vom Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bis 2038 betroffen – so wie Radici.

In dem Zeitzer Werk werden 320 Tonnen Adipinsäure für Kunstfasern und Kunststoffe produziert. Pro Tag. "Wir haben einen sehr hohen Strombedarf", sagt Werksleiter Jens Metzner. Um den zu decken, ist Kohlestrom bislang unerlässlich. 50 Gigawattstunden Strom werden hier verbraucht, erzählt Metzner – so viel, wie nach seinen Schätzungen pro Jahr in einem ganzen Dorf verbraucht wird. Etwa doppelt so viel benötigt Radici an Wärmeenergie und die wird bislang von außerhalb bezogen.

Für die Wärmeenergie gibt es in dem Werk eine eigene Anlage, betrieben mit Kohlestaub. "Wir können natürlich den Braunkohlenstaub derzeit noch nicht direkt ersetzen", sagt Getec-Ingenieur Jens Stutzner. "Aber wir forschen daran und haben eine Lösung mittlerweile, das mit Biogenen Staub zu ersetzen."

Überblick Vorschläge der Parteien: Wie Städte nach dem Kohle-Aus unterstützt werden können

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CDU Sachsen-Anhalt
Der Ausstieg aus der Kohleverstromung muss mit der vorherigen und erkennbaren Schaffung von neuen, gleichwertigen und zukunftsgerichteten Arbeitsplätzen einhergehen. Hier ist vor allem der Bund finanziell in der Pflicht. Denn er schließt mit der Festlegung eines Abschlussdatums für die Braunkohleverstromung einen sehr wettbewerbsfähigen Energieträger vom Markt aus und greift zugleich tief in die Wirtschaftsstrukturen und Wertschöpfungsketten der Region rund um das Mitteldeutsche Revier ein.
Zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Strukturentwicklung sind eine gute länderübergreifend ausgebaute Verkehrsinfrastruktur und eine sehr gute digitale Infrastruktur. Das heißt u.a., dass das mitteldeutsche S-Bahn-Netz ausgebaut und die Regionalexpressverbindungen im Süden Sachsen-Anhalt ausgeweitet werden müssen. Eine gute Verkehrs- und digitale Infrastruktur ist Voraussetzung für die Ansiedlung von Unternehmen und für die moderne Arbeitswelt von heute.

Hinzu kommen wirtschafts- und forschungsnahe Infrastrukturen. Hierzu zählen mit Blick auf die Stadt Zeitz z.B. die weitere Profilierung des bereits vorhandenen Chemie- und Industrieparks Zeitz oder auch der Erwerb und Erschließung eines gut angebundenen Gewerbegebietes in Zeitz Nord-Radeland genauso wie das Zukunftsinstitut Zeitz, in dem neue Technologien, Produkte und Dienstleistungen für das Leben von morgen entwickelt und erprobt werden sollen. Wenn in Zeitz (digitale) Lösungen für die Welt von Morgen entwickelt und in der Praxis erprobt werden, können daraus neue Geschäftsideen und Produkte und damit neue Unternehmen entstehen.
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Der Ausstieg aus der Kohleverstromung muss mit der vorherigen und erkennbaren Schaffung von neuen, gleichwertigen und zukunftsgerichteten Arbeitsplätzen einhergehen. Hier ist vor allem der Bund finanziell in der Pflicht. Denn er schließt mit der Festlegung eines Abschlussdatums für die Braunkohleverstromung einen sehr wettbewerbsfähigen Energieträger vom Markt aus und greift zugleich tief in die Wirtschaftsstrukturen und Wertschöpfungsketten der Region rund um das Mitteldeutsche Revier ein.
Zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Strukturentwicklung sind eine gute länderübergreifend ausgebaute Verkehrsinfrastruktur und eine sehr gute digitale Infrastruktur. Das heißt u.a., dass das mitteldeutsche S-Bahn-Netz ausgebaut und die Regionalexpressverbindungen im Süden Sachsen-Anhalt ausgeweitet werden müssen. Eine gute Verkehrs- und digitale Infrastruktur ist Voraussetzung für die Ansiedlung von Unternehmen und für die moderne Arbeitswelt von heute.

Hinzu kommen wirtschafts- und forschungsnahe Infrastrukturen. Hierzu zählen mit Blick auf die Stadt Zeitz z.B. die weitere Profilierung des bereits vorhandenen Chemie- und Industrieparks Zeitz oder auch der Erwerb und Erschließung eines gut angebundenen Gewerbegebietes in Zeitz Nord-Radeland genauso wie das Zukunftsinstitut Zeitz, in dem neue Technologien, Produkte und Dienstleistungen für das Leben von morgen entwickelt und erprobt werden sollen. Wenn in Zeitz (digitale) Lösungen für die Welt von Morgen entwickelt und in der Praxis erprobt werden, können daraus neue Geschäftsideen und Produkte und damit neue Unternehmen entstehen.
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Das Logo der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD)
AfD Sachsen-Anhalt
Die De-Industrialisierungspolitik der Altparteien, die unter dem Stichwort des 'Strukturwandels' betrieben wird, lehnen wir strikt ab. Die Folgen eines sogenannten 'Strukturwandels' lassen sich am Beispiel des Ruhrgebietes veranschaulichen. Wo einst Bergbau und Stahlindustrie zu Hause waren und für gute Beschäftigungsverhältnisse sorgten, herrscht heute Stagnation, Verarmung und eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit.

In Sachsen-Anhalt wird der Kohleausstieg zu einer De-Industrialisierung, zu steigender Arbeitslosigkeit, zu steigenden Strompreisen und zu sinkender Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen führen. Selbst Klimarettern sollte bewusst sein, dass die 120 größten Kohlekonzerne derzeit 1.400 neue Kohlekraftwerke bauen. Ein Verzicht Deutschlands bleibt daher nur eine Randnotiz, während uns der Verlust von tausenden Arbeitsplätzen hart treffen wird. Daher wird die AfD weiterhin für den Erhalt des Braunkohlestandortes Sachsen-Anhalt kämpfen.
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Logo "DIE LINKE Sachsen-Anhalt"
Die Linke Sachsen-Anhalt
Der klimapolitisch unumgängliche Strukturwandel ist eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft und nicht nur die betroffenen Regionen. DIE LINKE fordert, dass der Strukturwandel für die Menschen sozial verträglich und für die Regionen ökologisch nachhaltig durchgeführt wird. Es darf nicht dazu kommen, das ganze Regionen aufgrund des Strukturwandels abgehängt werden.

Den Kommunen als Lebens- und Arbeitsort der Menschen kommt dabei eine besondere Rolle zu. Sie müssen einerseits die Umweltfolgen des jahrzehntelangen Kohleabbaus und auch die starken wirtschaftlichen Veränderungen durch den Ausstieg aus der Kohle bewältigen. Die Bergbaufolgekosten dürfen nicht auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Hier bedarf es geeigneter Instrumente von Bundes- und Landesregierung für die künftigen Aufgaben für Stilllegung, Rückbau, Renaturierung usw. Menschen und Kommunen brauchen jetzt verlässliche Perspektiven und langfristige finanzielle Zusagen der Bundes- und Landespolitik sowie eine aktive Einbindung der Kommunen in die Prozesse, statt von oben verordnete Vorgaben. Ein Verteilen der vorgesehenen Mittel für prestigeträchtige Einzelprojekte nach dem Gießkannenprinzip ist keine Lösung. Denn die Kommunen dürfen in diesem Prozess nicht in Konkurrenz zueinander treten, sondern es braucht ein regional übergreifendes Entwicklungskonzept aber auch eine Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung. Hier sehen wir insbesondere die Entwicklung der kommunalen und regionalen Infrastruktur, vor allem für den öffentlichen Personennahverkehr, und die Digitalisierung als Grundlage für eine zukunftssichernde Entwicklung der Regionen, die sowohl für die Menschen als auch für Wirtschaftsansiedlungen attraktiv sind, um die regionale Wertschöpfung zu sichern. Zur Attraktivitätssteigerung gehört auch die Unterstützung für ein breites zivilgesellschaftliches Spektrum in den Bereichen Kunst, Kultur, Traditionspflege, Tourismus und gesellschaftliche Modernisierung.

Über die Mittelvergabe ist z. B. in demokratisch verfassten Beiräten zu entscheiden, die transparent arbeiten und in denen auch die Zivilgesellschaft und die Kommunen angemessen vertreten sind. Der Zugang zu den bereitgestellten Mitteln muss auch für zivilgesellschaftliche nichtkommerzielle Projekte sowie für finanzschwache Kommunen und Projekte für kleine und mittlere Unternehmen reserviert werden.

Die Umsetzung dieser Ziele erfordert eine politisch-organisatorische Unterstützung von der Landesseite. Die angedachte Stabsstelle bei der Staatskanzlei muss diese Prozesse als zentrale Ansprechpartnerin für die betroffenen Kommunen sowie Institutionen und Strukturen, wie die Metropolregion Mitteldeutschland, koordinieren und unterstützen sowie zugleich die Schnittstelle für Koordination mit dem Bund und anderen Bundesländern sein.
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Ein Delegierter stimmt auf dem Landesparteitag mit einer Delegiertenkarte an.
SPD Sachsen-Anhalt
Durch den auf Bundesebene erzielten Kompromiss über den Braunkohleausstieg stehen in erheblichem Umfang Mittel für den Strukturwandel zur Verfügung. Sie müssen jetzt sinnvoll eingesetzt werden - für Neuansiedlung von Industrie und Gewerbe, für die notwendige wirtschaftsnahe Infrastruktur, für Qualifikationsanpassungen bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Wichtig ist: Die Mittel müssen ins Revier fließen und dürfen nicht in andere Regionen umgeleitet werden. Diese notwendige Schwerpunktsetzung ist in Sachsen-Anhalt noch nicht erreicht worden, insbesondere auch nicht für das jetzt anstehende Sofortprogramm. Wir setzen als SPD deshalb besonders darauf, mit den BürgerInnen in der Region ins Gespräch zu kommen und mit ihnen gemeinsam, mit Fachleuten, Unternehmen, GewerkschafterInnen und KommunalpolitikerInnen von vor Ort die Konzepte zu entwickeln, die im Strukturumbau umgesetzt werden müssen.
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Logo der FDP
FDP Sachsen-Anhalt
Geld allein wird den betroffenen Kommunen, bzw. Regionen nicht helfen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Länder gerne die von der Kohlekommission vorgeschlagenen 40 Milliarden Euro nehmen, aber konkrete und vor allem sinnvolle Vorschläge fehlen hingegen. Es braucht aber konkrete Ideen, um den Strukturwandel zu bewältigen. Dazu braucht es eine Strategie, wie man die Wertschöpfung, die nun verloren gehen wird, ersetzen kann. Wenn man sich die Liste mit den Vorschlägen der Länder ansieht, wird von der Politik anscheinend nicht verstanden was der Kohleausstieg für Folgen in unserer Region haben wird. Die Menschen brauchen Perspektiven und dazu gehören vor allem Arbeitsplätze in der Region. Bund und Länder müssen gemeinsam mit den Kommunen über Projekte reden und das Geld gezielt und nicht per Gießkannenprinzip verteilen. Die Regionen brauchen zukunftsfähige Konzepte. Behörden anzusiedeln und die Infrastruktur auszubauen, reicht nicht. Geschäftsmodelle auf der Basis staatlicher Subventionen sind nicht nachhaltig. Der Strukturwandel bietet die Gelegenheit, aus alten Denk- und Handlungsmustern auszubrechen und mit neuen Ideen mutige Schritte in eine erfolgreiche Zukunft zu gehen. Wir Freie Demokraten schlagen vor, in den betroffenen Regionen "digitale Freiheitszonen" zu schaffen, in denen Investitionen und Forschungsaktivitäten von Unternehmen durch Maßnahmen zur Bürokratieentlastung und steuerliche Vorteile angereizt werden. Sonst droht ein Bruch wie ihn die Menschen bereits 1990 erlebt haben.
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Logo der Freien Wähler
Freie Wähler Sachsen-Anhalt
- Öffnen der Energieversorgung - hin zu dezentraler, individueller und ökologischer Versorgung

- Insellösungen, die miteinander vernetzt werden und im Notfall sich unterstützen

- Das schafft Arbeitsplätze und motiviert regional

- Mobilität - öffentlicher Nahverkehr oder andere Formen wie flächendeckender Rufbus im ländlichen Raum

- Ausbau Mobilfunknetz und besseres Netz auf dem Land, als in den Städten - dadurch Schaffung innovativer Arbeitsplätze
Bildrechte: Freie Wähler Sachsen-Anhalt
Logo der NPD
NPD in Sachsen-Anhalt
Die "Energiewende" wurde nicht auf kommunaler Ebene beschlossen und ihre Folgen können auch von dort aus nur in geringem Maße beeinflusst werden. Wir sehen den überstürzten Atomausstieg wie auch die letztlich vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien kritisch. Im Rahmen der in unserem Parteiprogramm geforderten "raumorientierten Volkswirtschaft" wäre es  sinnvoll, kleine Unternehmen wie Gärtnereien, Schlachthöfe, Molkerei u.a. zu fördern. Infrastrukturprojekte wie die derzeit diskutierte Wiederbelebung stillgelegter Bahnstrecken haben jedoch nur dann Sinn, wenn sie rasch umgesetzt werden und attraktive Alternativen (auch in preislicher Hinsicht) zum Individualverkehr darstellen.
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Tierschutzpartei
Tierschutzpartei in Sachsen-Anhalt
Die Einrichtung neuer Bundes-und Landesbehörden in diesen Regionen bringt wenig. Es müssen Arbeitsplätze geschaffen werden für Leute, die aus dem Bergbau kommen. Die Unterstützung kann nur vom Bund kommen.
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Logo der Tierschutzallianz
Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz in Sachsen-Anhalt
Der Strukturwandel kommt nicht überraschend. Seit Jahren bestand die Möglichkeit, Anpassungsmöglichkeiten vorzubereiten, um Arbeitnehmende für andere Aufgaben in ihrer Region zu qualifizieren. Der Strukturwandel muss als Chance gesehen werden: Statt Bodenvernichtung steht die Bodenaufwertung im Vordergrund. Die Problematik ist bundesweit be- und erkannt, insofern stehen Fördergelder für Umschulungen und dem Schaffen neuer Arbeitsplätze zum Abruf bereit.
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die PARTEI-Logo
Die Partei in Sachsen-Anhalt
Mit Geld. Und einem Lüfter.
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Das Logo der Freien Bürger Mitteldeutschland
Freie Bürger Mitteldeutschland
Zuallererst sind zusätzliche Investitionen der öffentlichen Hand (Bund, Länder
und Kommunen) erforderlich, da gerade im ländlichen Raum mangelhafte
Verkehrs- und Infrastrukturen bestehen. Hierzu zählt auch der beschleunigte
Ausbau der Internetinfrastruktur und Impulse durch zusätzliche Mittel für
Forschung und Entwicklung. Es wäre auch die befristete Wiedereinführung einer (steuerlichen) Investitionszulage in den Fördergebieten notwendig, hier als Anreiz und Hebel für
privaten Investitionen in klar abgrenzbarer Strukturwandelregionen (analog der früheren Investitionszulage für besondere Fördergebiete).
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Logo Piratenpartei
Piratenpartei in Sachsen-Anhalt
Gar nicht. Dass Politik sich anmaßt, glauben zu wollen, aus Kohlekumpel IT-Fachmänner und Verwaltungsexperten machen zu können ist der Witz. Die Kommunen sind zwar unterfinanziert und der vertikale Finanzausgleich müsste vom Kopf auf die Füße gestellt werden, dieses hätte jedoch nur langfristig eine Auswirkung auf den notwendigen Kohleausstieg und sicher keinen Mehrwert für die betroffenen Menschen. - Was dringend nötig ist ist das Loslassen vom lenkenden patriarchalischen Machtstrukturen. Der Mensch muss die Möglichkeit erhalten sich "intrinsisch" zu motivieren. Diese Möglichkeit kann sich nur bilden, wenn das Leben gesichert ist, ohne Sozialneid und politischer Diskriminierung. Ein bGE wäre dafür ein Gedankenansatz, bundesweit, denn ein ausbezahlter Steuerfreibetrag als Startschuss bei Erhalt der progressiven Besteuerung und Wegfall der degressiven Freibeträge würde kostenneutral ausfallen.
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Logo von "Statt Partei - Die Unabhängigen"
Statt Partei in Sachsen-Anhalt
Hier sind zukunftsorientierte strategische Entscheidungen der Bundesregierung erforderlich. Es müssen kurzfristig  in allen betroffenen Städten und Landkreisen Planstellen für Mitarbeiter geschaffen werden, die sich allein mit dem Strukturwandel und dessen Erfordernissen beschäftigen können. Es müssen in für diesen Fall wieder steuerliche Sonderabschreibungsgebiete ausgewiesen werden, damit Investitionen gefördert werden. Aber auch alle mit dem Strukturwandel verbundenen öffentlichen Stellen und Ämter müssen in diesem Gebiet angesiedelt werden, statt in Berlin, Bonn oder gar München.
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Magdeburger Gartenpartei in Sachsen-Anhalt
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Antworten auf drängende Fragen Im Reportage-Projekt "Zeitz – eine Stadt sucht ihre Zukunft" hat MDR SACHSEN-ANHALT mit vielen Bürgern gesprochen. Jede der fünf Folgen der TV-Serie beschäftigt sich mit einem kommunalpolitischen Schwerpunkt-Thema: Straßenausbaugebühren, Braunkohleausstieg, Leerstand in den Innenstädten, Abwanderung und leere Stadtkassen. Diese Probleme sind überall im Land wichtig. Doch welche Ideen und Lösungsvorschläge haben die Parteien, die jetzt landesweit in den Wahlkampf ziehen? MDR SACHSEN-ANHALT hat alle 15 zugelassenen Parteien dazu befragt. Bis Freitag veröffentlichen wir täglich im Anschluss an unsere Zeitz-Reportage auf der Online-Seite die Antworten der Parteien auf unsere Frage. Wir schaffen Transparenz und die Nutzer bekommen einen Gesamtüberblick über fünf drängende Probleme. So können Sie die Parteien-Positionen in Ruhe miteinander vergleichen und sich vor der Wahl Ihr eigenes Urteil bilden.

Ein Mann wird von einem Reporter interviewt
Arvid Friebe, Strukturwandel-Beauftragter Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Chemie- und Industriepark Zeitz liegt keine zehn Kilometer vom Braunkohletagebau Profen entfernt. Vor allem für die Angestellten hier kommt der Kohleausstieg einem massiven Einschnitt gleich. Viele fragen sich: Was wird aus mir, wenn in Profen die letzten Bagger abrücken?

Der Job von Arvid Friebe ist es, Fragen wie diese zu beantworten. Friebe ist Strukturwandel-Beauftragter für das Kernrevier Burgenlandkreis – und sagt, dass Zeitz in 30, 40 Jahren eine Art Vorort von Leipzig sein wird. "Ein Vorgarten 4.0 quasi", meint Friebe.

Wie das aussehen soll? Die Kohlekommission hat konkret für Zeitz unter anderem eine bessere S-Bahn-Anbindung an Leipzig, die Profilierung der bestehenden Industrie oder aber die Gründung eines Zukunftsinstituts vorgeschlagen. Kostenpunkt für Letzteres? Rund 500 Millionen Euro. Die Idee dazu hatte vor einiger Zeit CDU-Staatssekretärin Tamara Zieschang ins Gespräch gebracht.

Sie hofft, dass sich in einem solchen Institut Existenzgründer, Unternehmer und Wissenschaftler gemeinsam Gedanken über die Zukunft machen – für "wirtschaftliche und zukunftsfähige Lösungen", wie Zieschang sagt. In trockenen Tüchern ist das noch nicht, der Bundestag soll planmäßig aber noch vor der Sommerpause darüber abstimmen.

Noch also ist das Zukunftsinstitut buchstäblich Zukunftsmusik – und für viele Menschen in Zeitz demnach wenig konkret. "Ich kann mir das noch nicht vorstellen", sagt eine Frau, als MDR SACHSEN-ANHALT nach ihrer Meinung zum Strukturwandel – und wie man ihn bewältigen kann – fragt. Da hänge so vieles rundherum an der Kohle, sagt sie. Ein Mann gibt sich ebenfalls wenig optimistisch. "Egal, was entschieden wird: Es wird Zeitz nicht retten", sagt er. Dafür habe die Stadt in der Vergangenheit einfach zu viel verloren. Zu viele Arbeitsplätze. Zu viele junge Menschen.

Und offenbar, so denkt man nach manchem Gespräch, auch die eine oder andere Vision für die Zukunft.

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Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 02. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. April 2019, 16:49 Uhr

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4 Kommentare

03.04.2019 11:31 Bernd 4

@3 mir es es mittlerweile egal wo die Dame herkommt. Wichtig waere dass da Ideen kommen. Und ob ein Zukunftsinstitut nun die Arbeitsplaetze fuer Fahrer von Abraumbaggern bringt glaube ich nicht. Eine bessere Anbindung mittels Bahn und Strasse mag da mehr bringen aber da die Strecke nicht elektrifiziert ist und das aktuell auch nicht geplant muss es nicht zwingend S-Bahn sein. Ein guter Taktverkehr koennte da reichen. Ja Rekultivierung wird wohl einige Arbeitsplaetze bringen.

02.04.2019 20:33 Elbeschwimmer 3

Entschuldigung vorab. Eigentlich wollte ich nach fast 30 Jahren nichts mehr von Ossi und Wessi wissen. Aber bei dieser Frau muß ich äußern. Für mich ist sie ein "wandernder Parteisklave". Geboren im Saarland, Studium in Bayern, für die CDU in Berlin und Brandenburg tätig, dann nach gescheiterter Wahl nach Schleswig-Holstein geflüchtet. Nach dortigem Regierungswechsel in Sachsen-Anhalt gelandet. Und nun will diese Frau uns was über Zeitz erzählen. Warum müssen immer "Wessis" unsere Politik machen? Entschuldigung, ich bin kein Sachsen-Anhalter, sonder ein vor 35 Jahren eingewanderter Thüringer.
Wird das gelöscht MDR?

02.04.2019 19:32 Blau 2

Ich kann Ihnen sagen, wo Sie die Antwort finden. Fragen Sie mal alle ehemalige Schwermaschienbauer Arbeiter aus Magdeburg, so wie z.B. SKET, SKL, MAW, RAW, Konsum und so weiter, die nach der Wende Ihren Arbeitsplatz verloren haben, das waren mehr als nur ein paar 1000 Leute und dies nur in einer Stadt aus Sachen-Anhalt. Die Stadt Magdeburg ist deshalb nicht unter gegangen , sondern gestärkt hervor gekommen. Man soll nicht nach den Schwachpunkte suchen, sondern wo liegen unsere Stärken. Man muss nach vorne schauen und die Zukunft sehen und nicht nach hinten schauen was war. Es gibt immer ein heute und morgen, sonst würden wir immer noch in der Steinzeit leben. Schauen wir nur mal in die Mikroelektronik, Mikromechanik, der Medizin, der Raumfahrt da steckt eine Menge Zukunft drin. Genauso kann ich mir eine alte asiatische Wasser - und Kulturlandschaft vorstellen oder eine hoch moderne Stadt nach den neusten Stand der Technik für ältere Menschen und Behinderte.

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