Steigende Coronavirus-Infektionszahlen Coronavirus: Burgenlandkreis reduziert Personenzahl bei Privatfeiern

Die Infektionszahlen mit dem Corona-Virus steigen im Burgenlandkreis weiter an. Sie stehen kurz vor dem kritischen Wert für Risikoregionen. Um eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern, gibt es eine neue Allgemeinverfügung. Im Landkreis wird die Personenzahl bei Privatfeiern reduziert. Außerdem muss nun bei Veranstaltungen im Freien, wie bei Volksfesten, Märkten oder Sportveranstaltungen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Menschen mit Mundschutz bei einer Pressekonferenz an Tischen
Der Krisenstab im Burgenlandkreis trifft sich jetzt jeden Morgen zu einer Lagebesprechung. Bildrechte: MDR/Marie-Luise Luther

Der Burgenlandkreis steht kurz davor, zum einem weiteren Corona-Risikogebiet Sachsen-Anhalts zu werden. Der Landkreis meldete am Mittwoch 13 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, also die Fälle pro Woche und 100 000 Einwohner, stieg damit auf 47. Ab einem Wert von 50 gilt ein Landkreis als Risikogebiet und muss die Corona-Beschränkungen weiter verschärfen. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass das Jerichower Land die erste Region in Sachsen-Anhalt ist, die den kritischen Wert von 50 überschreitet und damit als Corona-Risikogebiet gilt. Wie der Landkreis Jerichower Land am Mittwoch mitteilte, stieg die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf 68,89.

Burgenlandkreis verschärft bereits Maßnahmen

Um eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern, wurde am Mittwoch eine neue Allgemeinverfügung für den Burgenlandkreis erlassen. Demanch sind in dem Landkreis private Feiern in geschlossenen Räumen nur noch mit 15 Personen möglich statt zuvor mit 25. Fachkundig organisierte Feiern sind bis zu 75 Personen zulässig.

Corona-Virus breitet sich verstärkt im Privatbereich aus

Götz Ulrich
Götz Ulrich selbst war bereits mit dem Corona-Virus infiziert. Bildrechte: dpa

Als Grund für die Einschränkungen nannte der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich, die Ausbreitung des Corona-Virus vor allem im privaten Bereichen wie bei Feiern.

Weiter erklärte Ulrich nach der ersten Sitzung des Krisenstabs, es werde seit Oktober bei den Fallzahlen genauer geschaut, woher die Fälle kämen und ob sich irgendwo Hot-Spots bildeten. Die Infektionsquellen seien vor allem private Kontakte, Haushalte und Familienfeiern, wo sich das Virus ausgebreitet habe. Bei 25 Prozent der infizierten Personen könne nicht nachvollzogen werden, wo sich die Erkrankten angesteckt hätten.

Wir haben im Moment schon eine zweite Infektionswelle, die nicht nur auf uns zurollt, sondern die jetzt schon über uns hinweggeht.

Götz Ulrich, Landrat Burgenlandkreis

Der Burgenlandkreis hat in dieser Woche den sogenannten Inzidenz-Wert von 35 überschritten, also die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen. Derzeit gebe es im Landkreis 13 Personen die stationär behandelt werden müssten.

Was ist die 7-Tages-Inzidenz? Der Wert der 7-Tages-Inzidenz gibt an, wie viele neue Corona-Infizierte je 100.000 Einwohner es in den jeweils vergangenen sieben Tagen gab. So lässt sich nachvollziehen, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt hat. Für die 7-Tages-Inzidenz gibt es zwei Schwellenwerte: Der erste liegt bei 35, der zweite bei 50. Was passiert, wenn eine Region die Werte erreicht, entscheiden das Robert Koch-Institut und Politikerinnen und Politiker. Während der Schwellenwert von 35 eher eine Art Warnwert ist, können ab dem Wert von 50 Politikerinnen und Politiker Maßnahmen ergreifen.

Mund-Nasen-Schutz teilweise auch im Freien

Als weitere Eindämmungsmaßnahme muss nun im Burgenlandkreis bei Veranstaltungen im Freien, wie bei Volksfesten, Märkten oder Sportveranstaltungen, ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Auf die Nutzung von Tröten, Blasinstrumenten und Fanfaren ist ganz zu verzichten. Auch bei größeren Veranstaltungen in geschlossen Räumen mit bis 100 Personen gilt es, dort eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, wo der Abstand nicht eingehalten wird. Eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht im Öffentlichen Raum, also auf den Straßen, gibt es nicht. Der Landkreis teilte mit, dass Kontrollen durchgeführt werden. Beim Verstoß kann es zu einer Strafe vom bis zu 20.000 Euro kommen.

So kommt es zu unterschiedlichen Zahlenangaben Der Burgenlandkreis – wie auch einige andere Regionen in Sachsen-Anhalt – veröffentlicht eigenständig die Corona-Fallzahlen des zuständigen Gesundheitsamtes. Andere Regionen in Sachsen-Anhalt wiederum machen das nicht. MDR SACHSEN-ANHALT greift auf Daten zurück, die für alle Regionen einheitlich sind. Das sind nur die Zahlen des Sozialministeriums, die immer vormittags erhoben und mittags veröffentlicht werden. Auf unseren Karten sehen Sie immer einen jeweiligen Zeitstempel. Es ist also folgerichtig, dass die Zahlen der Landkreise von denen des Ministeriums abweichen können. Die Zahlen auf die sich MDR SACHSEN-ANHALT bezieht sind folgerichtig nicht falsch, sondern zu einem anderen Zeitpunkt erhoben.

Quelle: MDR/ahr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Oktober 2020 | 18:00 Uhr

2 Kommentare

Grosser Klaus vor 6 Wochen

Man muss andere Meinungen aushalten können, ohne gleich mit gefühlsmäßigen Mutmaßungen niedergeschrien zu werden. Und als Verweigerer, Verschwörungstheoretiker in die Ecke der wirklichen Verfassungsfeinde in eine Ecke gestellt zu werden.
Ein Hoch auf die letzten 30 Jahre, indem bisher solcher Diskurs auch kontrovers möglich war. Die Älteren erinnern sich!
Kritisches liberales hinterfragen gegen Duckmäusertum, vorauseilenden Gehorsam & Denunziantentum, mit der zugehörigen Hygiene und den minimalen Regeln die ein Leben außerhalb der vier Wände und der Arbeit lebenswert erhalten. Damit Social Distancing bei der Bevölkerung nicht überschaubare psychische Störung hervorruft die am Ende einen größeren Schaden der allgemeinen Gesundheit hervorrufen.

ElBuffo vor 6 Wochen

Ziemlich hilflos kommt mir das vor. Wie will man das denn Kontrollieren? Da müssen dann wieder Häusinnenvertrauenspersonen gewählt werden? Möglichst paritätisch besetzt?

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