mit roten und orangefarbenen Substanzen gefüllte Petrischalen auf einem DNA-Autoradiogramm
Um einen Babymord aufzuklären, hat die Staatsanwaltschaft 2.400 Frauen aus Weißenfels zum DNA-Test gebeten. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Science Photo Library

Suche nach Mutter Babymord in Weißenfels: 12 Frauen verweigern DNA-Test

Um einen Babymord in Weißenfels aufzuklären, hat die Staatsanwaltschaft Frauen zu einem Massen-Gentest aufgefordert. 12 Frauen haben den Test verweigert. In ihrem Umfeld wird nun ermittelt.

mit roten und orangefarbenen Substanzen gefüllte Petrischalen auf einem DNA-Autoradiogramm
Um einen Babymord aufzuklären, hat die Staatsanwaltschaft 2.400 Frauen aus Weißenfels zum DNA-Test gebeten. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Science Photo Library

Nach einem Babymord in Weißenfels haben bislang 12 Frauen DNA-Test verweigert. Wie die Staatsanwaltschaft Naumburg MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, wird nun im Umfeld dieser Frauen ermittelt. 2.400 Frauen in Weißenfels sollen eine Speichelprobe abgeben. 1.700 hätten das bereits getan, so die Staatsanwaltschaft.

Die Ermittler hatten im Mai Frauen in Weißenfels zu einem Massen-Gentest aufgerufen. Mit dem Gentest soll der Mord an einem Säugling aufgeklärt werden. Die Leiche war im April 2017 in Weißenfels gefunden worden. Die Ermittler vermuten, dass die Mutter die Täterin ist und in der Nähe wohnt.

Erster Gentest erfolglos

Ein erster Gentest in einem kleineren Rahmen hatte im vergangenen Jahr keine Ergebnisse gebracht. Beim ersten Durchgang waren 200 Frauen getestet worden. Die Tests werden von der Polizei durchgeführt. Die Teilnahme ist freiwillig. Eine Frau, die nicht teilnimmt, mache sich nicht automatisch verdächtig, sagte der Naumburger Staatsanwalt Jürgen Neufang im Mai. Aber die Polizei prüfe nach, warum man der Einladung nicht folge. Immerhin würde das die Täterin im Zweifelsfall auch nicht tun.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Kindsmutter zur Tatzeit zwischen 16 und 33 Jahren alt gewesen sein muss. Darüber hinaus sei klar, dass sie mitteleuropäischer Herkunft sei. Viel mehr könne man nicht über die Tatverdächtige sagen.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. Dezember 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Dezember 2018, 11:44 Uhr

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6 Kommentare

23.12.2018 16:10 der_Silvio 6

@4 Wo ist das Lobbyregister?;
"Im Grunde ist das da oben schlicht unterschwellige Hetze, die sich nicht um die möglichen Hintergründe der Tat schert"
Offenbar steht fest, daß das Baby ermordet worden ist.
Sie mögen Recht haben wenn sie schreiben, daß ein Täter bis zur Verurteilung als 'mutmaßlicher' Täter ist.
Die Tötung eines Menschen ist schlimm genug; aber WAS kann ein Neugeborenes getan haben, daß jemand, möglicherweise die Mutter selbst, es tötet?!?
Das ist einfach unmenschlich und mit Abstand das abscheulichste, was ein Mensch tun kann!
Das gibt es Leute, die die Kritiker der Seenotschlepper als Unmenschen betiteln, denen aber eine solche Tat am A*** vorbeigeht.
Und das ist einfach nur wiederwärtig wie die Tat selbst!

23.12.2018 15:03 Wo ist das Lobbyregister? 5

@22.12.2018 11:20 Uwe

(Diejenigen die nicht die Täterinnen sind müssten eigentlich mindestens wegen Strafvereitelung vor Gericht gestellt werden.)

Und sie gleich mit - denn vorläufig und ganz entgegen den Gepflogenheiten ihrer aus DDR-Zeiten gewohnten Umgebung beweist in einem Rechtsstaat der Staatsanwalt die Schuld eines Angeklagten und NICHT der Angeklagte seine Unschuld. Dieses ganz ruchlose, bildungsferne und aus dem Verdauungstrakt stammende Geschwätz geht mir auf die Nerven: Befassen sie und ihresgleichen sich gefälligst ENDLICH mit den Grundsätzen und Prinzipien eines Rechtstaates - gerade WEIL diese Prinzipien in Schland ständig politisch verhöhnt werden.

Und: Niemand bringt einfach so sein Kind um - es gibt immer für das Individuum schwerwiegende Gründe. An deren Eutrophierung etwa die SPD nachhaltig gearbeitet hat und noch arbeitet.

23.12.2018 13:48 Wo ist das Lobbyregister? 4

"Eine Frau, die nicht teilnimmt, mache sich nicht automatisch verdächtig, sagte der Naumburger Staatsanwalt Jürgen Neufang im Mai."

Präzise DAS suggeriert aber der Duktus dieses Artikels - siehe auch die Leserkommentare der in diesem Sinne üblichen Verdächtigen. Zudem wird hier zwar eine Mord-Ermittlung geführt - aber das sagt rein garnichts über die letztliche Einordnung der Tat durch ein Gericht aus.
Und: Bis zur Feststellung der konkreten Schuld durch ein Gericht hat ein Täter für einen Medien-Schreiberling nach wie vor übrigens ein MUTMASSLICHER Täter zu sein und das aus empirisch gut belegten Gründen.

Im Grunde ist das da oben schlicht unterschwellige Hetze, die sich nicht um die möglichen Hintergründe der Tat schert, sondern auf dem Narrativ der besonderen Verwerflichkeit des Deliktes segelt und zwischen Zeilen raunend den "Volkszorn" populistisch bedient. Man vergleiche das mit dem Duktus, der bei gewissen anderen Thematiken zur Anwendung kommt...

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