Protestaktion Naumburger Markplatz wird zur Müllkippe

Der Marktplatz in Naumburg hat sich am Freitag in eine große Müllkippe verwandelt. Was zunächst nach Umweltsünde klingt, war allerdings eine geplante Aktion der Stadt.

Müllsäcke liegen auf einem Marktplatz. Dahinter stehen mehrere Menschen uner einem Pavillon.
Der Aktionstag "Plaste und Elaste aus Naumburg" sollte dafür sensibiliseren, wie viel Plastik innerhalb einer Woche zuammenkommt. Bildrechte: MDR/Stefan Bringezu

Unter dem Motto "Plaste und Elaste aus Naumburg" konnte am Freitag jeder Bürger seinen Gelben-Sack-Müll auf dem Marktplatz in der Domstadt abgeben. Zuvor waren die Bürger eine Woche lang aufgerufen, ihren Plastikmüll zu Hause zu sammeln und schließlich am Freitag dort abzugeben.

Was zunächst den Anschein von Umweltsünde erweckt, ist allerdings eine geplante Aktion der Stadt gewesen. Denn am Freitag wurde der Plastikmüll für alle sichtbar auf dem Marktplatz abgeladen – als riesiger symbolischer Plastikmüllhaufen. Organisator Marschal Schöne vom Verein "Parents for Fututre" sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Ziel der Aktion sei es, ein Bewusstsein zu schaffen, wieviel Plastemüll pro Woche in den Naumburger Haushalten und Schulen anfalle. Und das scheint eine ganze Menge zu sein.

Eisdiele: 60 Säcke Plastikmüll pro Woche

Bis zum Mittag lagen bereits 108 Plastikmüllsäcke auf dem Markt – von den unterschiedlichsten Akteuren, wie Organisator Schöne sagte: "Das sind Einzelhändler, eine Eisdiele, Schulen in Naumburg und private Haushalte. Die Eisdiele allein hat erstaunliche 60 Säcke angesammelt innerhalb einer einzigen Woche." Vor zwei Jahren habe die Eisdiele den Betrieb von Geschirr auf Wegwerf-Geschirr umgestellt. "Vielleicht ist das für sie günstiger. Ich weiß nicht woran das liegt, vielleicht sparen sie sich so den Tellerwäscher. Aber das ist natürlich ein erstaunliches Quantum."

Parallel zur Müllaktion gab es Infostände der Stadt, um auf  ökologische Herausforderungen wie die richtige Mülltrennung oder den sparsamen Strom- und Wasserverbrauch aufmerksam zu machen. Auch die "Fridays for Future"-Schüler hatten wieder zum Protest aufgerufen.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. September 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2019, 16:07 Uhr

1 Kommentar

tobi tornado vor 17 Wochen

Alles ist in plastik eingeschweißt, doppelt und dreifach. der verbraucher hat im supermarkt fast keine wahl mehr. Mehrweg ist als dankeschön noch teurer, das wasser ist sogar billiger als der einwegpfand. Es heißt doch immer früher war alles besser... da gab es noch ein funktierendes mehrwegsystem. Plastik geschirr in der stationären Gastronomie ist eine Umweltsünde. Das hat doch nichts mit g.thunberg zu tun.

Mein eindruck ist, dass man sich lieber an greta abarbeitet anstatt zuzugeben, dass weniger plastik eigentlich eine gute sache für alle wäre. Die parks wären sauber, weniger müll und kosten für die Kommunen und as wichtigste : weniger plastikrückstände im menschen. Stichwort volksgesundheit;-)

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