Tag der offenen Tür Islamisches Kulturzentrum in Naumburg eröffnet

In Naumburg ist am Samstag mit einem Tag der offenen Tür ein islamisches Kulturzentrum eröffnet worden. Es gab arabische Köstlichkeiten, Spiele für Kinder und Führungen durch das Gebäude in der Schönburger Straße.

Ein Zaun mit "Willkommen"
Das Kulturzentrum soll laut Betreibern ein "Integrationszentrum" sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Naumburg ist am Samstag mit einem Tag der offenen Tür ein islamisches Kulturzentrum eröffnet worden. Es wurden arabisches Essen und Süßigkeiten, eine Hüpfburg für Kinder und Führungen durch das Zentrum angeboten, das in den Räumen der ehemaligen Gaststätte "Alm-Gaudi" in der Schönburger Straße untergebracht ist.

Asmir Kosuta, der das bereits seit 2012 bestehende Islamische Kulturzentrum in Merseburg leitet und den Aufbau des Naumburger Zentrums unterstützt hat, war es wichtig, Führungen durch das Haus anzubieten. "Wenn so ein Zentrum zum ersten Mal in einer Stadt eröffnet wird, haben manche Vorbehalte. Sie möchten wissen, wie es da drin aussieht", sagt er MDR SACHSEN-ANHALT. Zwar habe er in Naumburg vorab keine Ablehnung gegen das Zentrum erlebt. Aber trotzdem habe er den Tag der offenen Tür nutzen wollen, um Fragen zu beantworten.

Kulturzentrum als Integrationszentrum

Im Islamischen Kulturzentrum können Muslime beten. Außerdem werden dort Arabisch- und Korankurse angeboten. Doch vor allem wolle das Kulturzentrum ein "Integrationszentrum" sein, erklärt Kosuta: eine Anlaufstelle für Flüchtlinge. "Ammar Safi, der Vorsitzende des Kulturzentrums, ist in Naumburg sehr bekannt und ein Beispiel für gelungene Integration. Er ist noch nicht lange in Deutschland, spricht aber sehr gut deutsch und hat als Sprachmittler gearbeitet", sagt Kosuta.

Das Islamische Kulturzentrum liegt außerdem nur einen kurzen Fußweg vom Integrationszentrum des Burgenlandkreises entfernt. "Es ist also ein sehr guter Standort für eine Zusammenarbeit", so Kosuta.

Eröffnung hatte sich verzögert

Das Kulturzentrum in Naumburg wird von einem Verein getragen, der 2016 gegründet worden ist. Bereits seit Ende 2017 hatte der Verein geplant, das Zentrum zu eröffnen. Lange stand jedoch die Genehmigung der Stadt für die Umnutzung des Gebäudes aus. Laut Kosuta hat der Architekt länger für die Umsetzung der Bauvorschriften benötigt als geplant.

Vor der Eröffnung des Zentrums hat sich die muslimische Gemeinde in Naumburg im Jugendzentrum "Otto" getroffen. Doch die Räumlichkeiten dort sind zu klein geworden.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 22. September 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2018, 18:54 Uhr

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32 Kommentare

24.09.2018 18:56 Mediator 32

Wenn einige Kommentatoren hier nicht über den Islam meckern können, dann sind sie anscheinend nicht glücklich. Statt sich darüber zu freuen, dass ein Begegnungszentrum zwischen verschiedenen Kulturen eröffnet wird kommen die immer gleichen stumpfen Parolen.

Gerne wird dabei so getan, als wären bei uns gleichgeschlechtliche Ehen schon immer akzeptiert gewesen, als wäre Vergewaltigung in der Ehe nicht erst seit 97 verboten, als hätte die Kirche nicht bis weit in die 70er Jahre die Regeln des dörflichen Zusammenlebens bestimmt. Jedem Menschen sollte klar sein, dass Veränderungen Zeit benötigen und immer im Kontext der jeweiligen Lebensumgebung stattfinden. Was in Syrien (einem deutsches Dorf) nicht möglich war, das ist in Deutschland (einer deutscher Stadt) problemlos nach einiger Eingewöhnungszeit möglich.

PS: In manchen Gegenden Ostdeutschland hinkt man der Zeit auch noch hinterher und verklärt die DDR Vergangenheit trotz aller inzwischen bekannten negativen Eigenschaften.

24.09.2018 18:10 der_Silvio 31

@26 Eulenspiegel; "Sie nehmen an der nichtdeutschen Sprache Anstoß?" Nehme ich nicht und das habe ich auch nicht geschrieben.
Wenn Sie meinen Kommentar richtig gelesen hätten, hätten sie das auch verstanden.
Es ist ein Unterschied zwischen einer freikirchlichen Gemeinde und einem islamischen Kulturzentrum, welches gleichzeitig als Integrationszentrum fungieren will.
Ich bin mir sicher, daß auch ihnen dieser Unterschied klar ist. Daher verstehe ich ihren Beitrag als rumstänkerei. Weil sie keine andere Meinung akzeptieren können.

24.09.2018 18:01 W. Merseburger 30

An @ 26 Eulenspiegel,
was sie da ansprechen, bewegt mich auch sehr oft. Die Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion (Kasachstan ist schon lange nicht mehr russisch) sind sicherlich historisch aus deutschen Familien hervorgegangen. Da sie aber nach einer doch längeren Zeit, in der sie hier leben, untereinander nur russisch sprechen und damit auch russisch "denken", sind sie doch mit ihrer russischen oder eben sowjetischen Kultur und deren Wurzeln eng verbunden und werden es auch bis zum Lebensende bleiben. Ich würde mich auch freuen, wenn sie auch öffentlich untereinander deutsch sprechen würden.Das tun sie nicht. Sie gehören jedoch ohne Zweifel zu unserer christlich geprägten europäischen Kultur und sind damit kompatibel mit unserer westeuropäischen Lebensweise. Das unterscheidet sie signifikant von den muslimischen Neubürgern. Was ich sehr positiv finde, sind Lebensmittelgeschäfte für unsere muslimische Neubürger, mit Moscheen und Gebetshäusern dagegen bin ich nicht glücklich.