Entscheidung der Unesco Naumburger Dom wird Weltkulturerbe

Das Welterbekomitee der Unesco in Bahrain hat entschieden: Der Naumburger Dom wird in die Welterbe-Liste aufgenommen. Damit endet ein jahrelanger Bewerbungsprozess erfolgreich. Die Naumburger sind mächtig stolz – und auch viele Landespolitiker freuen sich, dass es jetzt geklappt hat mit der Bewerbung.

Kirche aus der Vogelperspektive in der Abendsonne.
Der Naumburger Dom (Archivbild) Bildrechte: Andre Pfau

Der Naumburger Dom ist zum Weltkulturerbe der Unesco ernannt worden. Das Welterbekomitee nahm die deutsche Bewerbung am Sonntag bei der Sitzung in Bahrain nach einer mehr als einstündigen Debatte an. Die Freude in Naumburg ist groß: Viele Menschen hoffen, dass wegen des Titels noch mehr Touristen in die Kreisstadt des Burgenlandkreises kommen.

Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), dankte dem Welterbekomitee der Unesco. Ulrich sagte in Bahrain, der Naumburger Dom stelle einen Wendepunkt in der Weltgeschichte von Kunst und Architektur dar. "Wir sind sicher, dass es wichtig ist, dass der Dom in die Welterbeliste aufgenommen wurde." Man lade alle Delegationen ein, nach Naumburg zu kommen - und sich "diesen Meilenstein" mit eigenen Augen anzusehen.

"Sachsen-Anhalt, das Welterbeland"

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte, mit der Entscheidung des Komitees werde Sachsen-Anhalts Ruf "als das Welterbeland" untermauert. Er sei sicher, dass das positive Votum neue Impulse für den Kulturtourismus in Naumburg bringe. Auch Kulturminister Rainer Robra (CDU) zeigte sich erfreut. Robra betonte, dass die Auszeichnung aber auch eine Verpflichtung sei. "Eine Herausforderung der Zukunft wird sein, das Welterbe in Sachsen-Anhalt nicht nur zu pflegen, sondern auch kräftig dafür die Werbetrommel zu rühren."

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) ließ in einer ersten Reaktion mitteilen, er freue sich sehr über die Entscheidung des Welterbekomitees. Sein Glückwunsch und Dank gehe an alle, die sich in den vergangenen Jahren für die Bewerbung eingesetzt hätten und die sich auch durch Rückschläge nicht hätten entmutigen lassen. Sachsen-Anhalt sei mit nunmehr fünf Weltkulturerbestätten "reich ausgestattet". "Die neuerliche Titelvergabe wird sicherlich auch unserer Tourismuswirtschaft einen weiteren Schub verleihen", sagte Willingmann.

Unesco-Liste Weltkulturerbestätten in Sachsen-Anhalt

Nirgendwo ist die Dichte an Unesco-Welterbestätten so groß wie in Sachsen-Anhalt. Nach Dessau, Eisleben, Wittenberg und Quedlinburg freut sich nun auch Naumburg über einen solchen Titel.

Der Marktplatz von Eisleben mit dem Rathaus, dem Luther-Denkmal und der Sankt Andreas Kirche
Sachsen-Anhalt ist reich an Unesco-Welterbestätten. Luthers Geburts- und Sterbehaus in Eisleben gehören genauso dazu, ... Bildrechte: dpa
Der Marktplatz von Eisleben mit dem Rathaus, dem Luther-Denkmal und der Sankt Andreas Kirche
Sachsen-Anhalt ist reich an Unesco-Welterbestätten. Luthers Geburts- und Sterbehaus in Eisleben gehören genauso dazu, ... Bildrechte: dpa
Lutherhaus Wittenberg
.... und das Lutherhaus in Wittenberg. Gemeinsam sind diese Orte als Luthergedenkstätten bekannt. Bildrechte: IMAGO
Die Stiftskirche in Quedlinburg
Mittelalterliche Gassen, die Stiftskirche und das Schloss stehen gemeinsam für das Weltkulturerbe in Quedlinburg. Bildrechte: IMAGO
Bauhaus in Dessau
Das Bauhaus Dessau steht für moderne Wohnsiedlungen, Kunst und Design. Im kommenden Jahr feiert das Bauhaus seinen 100. Geburtstag. Bildrechte: MDR/Sven Stephan
Blick über die Stadt Naumburg (Sachsen-Anhalt) auf den Dom St. Peter und Paul
Als nächstes wird nun der Naumburger Dom auf die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen. Dem vorausgegangen war ein jahrelanger Antragsprozess. Bildrechte: dpa
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Dritter Versuch zum Welterbe-Status

Für den Naumburger Dom war es der dritte Versuch, auf die Welterbe-Liste der Unesco zu gelangen. 2015 und 2017 waren die Anträge des Doms zurückgewiesen worden – jeweils mit der Bitte um Überarbeitung. Der "universelle Wert" des 800 Jahre alten Doms und den 12 Stifterfiguren war allerdings bereits 2017 vom Unesco-Komitee festgestellt worden. Jährlich lockt die Kirche etwa 100.000 Besucher nach Naumburg.

Bereits im Februar 2018 konnte ein nur auf den Dom zugeschnittener Antrag erneut bei der Unesco eingereicht werden. Hamburg hatte seinen Welterbe-Antrag kurzfristig zurückgezogen, wodurch ein Platz für Naumburg frei wurde. Jeder Staat darf pro Jahr nur wenige Anträge bei der Unesco abgeben. Neben dem Naumburger Dom hatten sich in diesem Jahr die Wikingerstätten Haithabu und Danewerk in Schleswig-Holstein beworben. Sie wurden in die Welterbe-Liste der Unesco aufgenommen.

Welterbe in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gehören bereits das Bauhaus Dessau, die Luthergedenkstätten in den Lutherstädten Eisleben und Wittenberg sowie das Gartenreich Dessau-Wörlitz zum Weltkulturerbe. Auch die Stiftskirche, das Schloss und die Altstadt von Quedlinburg tragen den Unesco-Titel.

Der Naumburger Dom
Bildrechte: imago

Das ist der Naumburger Dom Der Naumburger Dom "St. Peter und Paul" zählt zu den
bedeutenden deutschen Kathedralbauten des Hochmittelalters. Er ist
ein Beispiel für die Baukunst der späten Romanik und der frühen
Gotik. Der Dom ist zugleich das viertürmige Wahrzeichen der Stadt
Naumburg an der Saale, im Süden Sachsen-Anhalts nahe der
Unstrutmündung gelegen. Er gilt als Besuchermagnet an der
Tourismus-Route "Straße der Romanik".

Das Stadtbild dominierende Bauwerk stammt größtenteils aus der
ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der West-Lettner und die
berühmten Stifterfiguren aus der Werkstatt des Naumburger Meisters
sind Beispiele frühgotischer Steinmetzkunst.

Die aus Sandstein gefertigten zwölf Naumburger Stifterfiguren
gehören zu den bedeutendsten Skulpturen des Mittelalters, darunter
die berühmten Figuren von Markgraf Ekkehard II. und seiner Gemahlin
Uta. Mit der ältesten Steinskulptur der Heiligen Elisabeth von
Thüringen (1207-1231), den von Neo Rauch im Jahr 2007 gestalteten
Fenstern mit Szenen aus dem Leben der Heiligen Elisabeth und den aus
der Werkstatt von Lucas Cranach stammenden Altarflügeln befinden sich
weitere kostbarste Kunstschätze im Dom und Domschatzgewölbe. Quelle: epd

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Quelle: MDR/mh,olei,ld / dpa,ep

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. Juli 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2018, 20:54 Uhr

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21 Kommentare

03.07.2018 09:54 Tom 21

Na endlich hat das Theater ein Ende 1

02.07.2018 12:59 Benutzer 20

Glückwunsch

02.07.2018 11:04 Markus Vahle 19

Gut Ding will eben Weile haben . . . und einen langen Atem! ,-)))
Gruß und Herzlichen Glückwunsch zum Welterbe-Titel aus der Partnerstadt Aachen! Absolut verdient diese Ehre!