Genauere Prognosen Eine Wetterstation für Freyburgs Winzer

In Freyburg an der Unstrut hat eine neue Wetterstation für das Kachelmann-Wetter ihren Dienst aufgenommen. Die Winzer können sich nun auf bessere Prognosen freuen – allerdings muss der Mast noch einmal umgesetzt werden.

Eine Wetterstation auf einem Weinberg
Die neue Wetterstation für das Weinbaugebiet Saale/Unstrut Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Freyburg im Burgenlandkreis ist am Montag eine neue Wetterstation eingeweiht worden. Der Mast wurde an der Rebschule aufgestellt und wacht dort nun über die aktuellen klimatischen Bedingungen.

Seine Daten liefert der neue Mast an das meteorologische Netzwerk von Jörg Kachelmann. Der Wetterexperte sagte MDR SACHSEN-ANHALT, jede Erweiterung mache genauere Prognosen möglich. Damit ist der Mast für die Region nicht unwichtig, schließlich hat nur rund jede zehnte Wetterstation die Wende überlebt. Zu wenig, um verlässliche Daten für Voraussagen zu treffen. So sieht es auch Kachelmann, der gegenwärtig in Mitteldeutschland seine Messpunkte deutlich ausbaut.

Betonflächen verfälschen Daten

Einen Dämpfer gab es allerdings bei der Einweihung, denn der 80 Meter hohe Mast steht falsch. Benachbarte Betonflächen und das Gebäude der Rebschule würden die Daten verfälschen. Nun muss er noch einmal zwanzig Meter weiter neu aufgestellt werden.

Vor allem die Winzer an Saale und Unstrut erhoffen sich durch die neue Wetterstation bessere Voraussagen, sind sie doch auf verlässliche Daten angewiesen. Damit könnten sie sich beispielsweise besser auf Frühsommerfröste einstellen. In diesem Jahr waren dadurch knapp die Hälfte der Blütenansätze erfroren.     

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 28. September 2020 | 16:40 Uhr

1 Kommentar

W.Merseburger vor 4 Wochen

Es ist schon erstaunlich, dass man nach 30 Jahren Beitritt zur BRD zugeben muss, dass rund 90% der vorhandenen Wetterstationen abgewickelt wurden. Allerdings geht aus dem obigen Artikel nicht hervor, für welches Gebiet das zutrifft. Ist damit die Fläche der ehemaligen DDR gemeint? Es wird in den Medien immer wieder veröffentlicht, dass wir auch 2020 ein echtes Dürrejahr haben und beziehen uns auf die durchschnittlichen Regenmengen im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Wenn aber nur noch 10% der Messstellen im Vergleich zum Referenzzeitraum herangezogen werden können, sind die Vergleiche mit einem sehr großen Unsicherheitsfaktor behaftet und ihre Aussagekraft ist somit mehr als beschränkt.

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