Zuschauer schauen einen Film auf einer Leinwand.
Vorführung der Reihe "Zeitz – eine Stadt sucht ihre Zukunft" in der Klinkerhallen Bildrechte: MDR/Gaby Conrad

Zeitz im Fokus Vor-Ort-Preview der Reihe "Zeitz – eine Stadt sucht ihre Zukunft"

Die Stadt Zeitz und ihre Bewohner stehen im Mittelpunkt einer Wochenserie von MDR SACHSEN-ANHALT. Bei einer Preview sahen Interessierte bereits alle Folgen vorab – auf großer Leinwand mit anschließendem Bürgerdialog.

Cornelia Winkler
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

von Cornelia Winkler, MDR SACHSEN-ANHALT

Zuschauer schauen einen Film auf einer Leinwand.
Vorführung der Reihe "Zeitz – eine Stadt sucht ihre Zukunft" in der Klinkerhallen Bildrechte: MDR/Gaby Conrad

Bei MDR SACHSEN-ANHALT dreht sich in dieser Woche vieles um die Stadt Zeitz. Im Vorfeld der Kommunalwahl haben Reporter die Stadt im Burgenlandkreis eine Woche lang unter die Lupe genommen und sich auf die Suche begeben, welche Themen die Menschen vor Ort zur Zeit besonders beschäftigen und welche Fragen, Kritik und Wünsche sie an die Politik haben.

Herausgekommen sind fünf Fernseh- sowie fünf Radiobeiträge. Alle fünf Fernsehfolgen, von denen diese Woche täglich jeweils eine in der MDR-Sendung "SACHSEN-ANHALT HEUTE" ausgestrahlt wird, wurden am Montag vorab bei einer Preview in den Zeitzer Klinkerhallen gezeigt.

Aufgeteilt in drei Blöcke gab es die Beiträge zu sehen – auf großer Leinwand und mit anschließendem Bürgerdialog. Jede Folge widmet sich dabei einem Thema. So werden der Braunkohleausstieg, Straßenausbaugebühren, Leerstand, das Problem der Abwanderung sowie Perspektiven der Jugend und die leeren Stadtkassen beleuchtet.

Der Blick nach vorn

Zu viel Negatives würde gezeigt, wurde in den anschließenden Diskussionen von einigen moniert. Den Machern ging es aber hauptsächlich darum, im Vorfeld der Wahl Problemfelder und Streitthemen zu beleuchten – gleichzeitig immer mit dem Blick darauf, was sich schon tut und was noch getan werden müsste. Denn entwickelt hat sich bereits einiges, wie im Austausch mit Publikum und Protagonisten klar wurde.

Eine junge Frau mit türkis-lila gefärbten Haaren und Mütze im Interview.
Tina Schindler sieht viel Entwicklung in der Stadt, aber auch noch viel Handlungsbedarf. Bildrechte: MDR/Gaby Conrad

Eine, die viel Dynamik in der Stadt sieht, ist Tina Schindler, Mitglied der neuen Wählervereinigung "Zeitz 21". Die wollen etwas für junge Menschen in der Stadt tun. Vor allem in den letzten drei bis vier Jahren habe sich viel getan, so Schindler, die auch zu den Protagonisten der Zeitz-Reihe gehört. Dennoch: Es müsse noch mehr Leben in die Innenstadt einziehen. "Ich liebe diese Stadt, sie hat so viel zu bieten", sagte die junge Frau, die schon im Jugendbeirat aktiv war. Leider würde häufig viel "runtergemeckert". Ihr Credo: "Nicht nur meckern, sondern machen."

Eine Stadt mit Potential

Das Potential der Stadt betonte auch Arvid Friebe, der Geschäftsführer der Infra Zeitz, die den Chemie- und Industriepark betreibt. Beim Thema Strukturwandel müsse die Stadt ihr vorhandenes Potential nutzen, um voranzukommen. So seien zwar viele Unternehmen ansässig, doch der Industriestandort müsse weiter ausgebaut werden.

Wir müssen den Strukturwandel als Chance verstehen. Ändern können wir ihn eh nicht. Und um die Stadt voranzubringen, müssen wir Mut und Selbstbewusstsein haben.

Arvid Friebe, Infra-Zeitz-Geschäftsführer

Viel Potential, aber nur bedingte Handlungsmöglichkeiten, sieht der Zeitzer Oberbürgermister Christian Thieme (CDU) und bezieht sich auf die kürzlich verhängte Haushaltssperre. Zunächst habe man dort investiert, wo die Stadt lebenswerter werden soll. In Spielplätze sei beispielsweise so viel Geld geflossen, wie in den vergangenen zehn Jahren nicht. Doch die Finanzen schränken wie so oft auch hier den Handlungsspielraum ein. "Es ist kommunales Leid: Viele Ideen, aber keine finanziellen Möglichkeiten."

Blick hinter die Kulissen

MDR-Reporter Duy Tran und Charlotte Tennler neben einem MDR SACHSEN-ANHALT-Aufsteller.
Waren eine Woche lang in Zeitz unterwegs: MDR SACHSEN-ANHALT REPORTER Duy Tran und Carlotte Tennler Bildrechte: MDR/Gaby Conrad

Doch der Abend bot den Zuschauern nicht nur Einblicke in die Stadt Zeitz, sondern auch ein Blick hinter die Kulissen, wie Beiträge für das Landesmagazin "SACHSEN-ANHALT HEUTE" oder den Hörfunk entstehen. So gab es vereinzelt Nachfragen,  wieso nur ein Bruchteil des recherchierten und gedrehten Materials gezeigt wird. Auch wurden Befürchtungen laut, dass die Beitragslänge – in dem Fall eher der Kürze – es nicht zulasse, dass bestimmte Themen die benötigte Ausführlichkeit hätten. "Die Themen sind gut und wichtig, aber leider sind sie alle nur angeschnitten", kritisierte eine Zuschauerin. Ob so ein richtiges Bild der Stadt entstehen würde, sei fraglich.

Danke Zeitz

Doch es gab auch Zuspruch und Dank. Die Stadt bekäme hierdurch hohe Aufmerksamkeit und das sei gut, so OB Thieme. Ein großer Dank ging aber vor allem an die Zeitzer selbst für ihre Bereitschaft. MDR SACHSEN-ANHALT-Burgenlandkreis-Reporterin Charlotte Tennler, die die Beiträge für den Hörfunk erstellt hat, sagte: "Ich bin hier überall auf offene Ohren gestoßen. Wo man sonst manchmal länger sucht, war hier die Liste der Protagonisten ganz schnell voll."

Was so bereits in den Beiträgen deutlich wird, zeigten auch die Diskussionen in den Klinkerhallen: Die interessierten und engagierten Zeitzer lieben ihre Stadt – und wollen diese mit ihrem gemeinsamen Tatendrang voranbringen und trotz aller Niederschläge Zeitz weiter lebenswerter machen.

Cornelia Winkler
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über die Autorin Cornelia Winkler arbeitet seit Oktober 2016 in der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT. Ihre Schwerpunkte sind Nachrichten - mit Fokus auf den Süden Sachsen-Anhalts. Außerdem betreut sie die Social-Media-Kanäle und moderiert die Kommentare der Nutzer.

Nach Sachsen-Anhalt hat es sie 2009 für ihr Studium verschlagen: In Halle hat sie ihren Master im Fach Online-Journalismus absolviert. Im Anschluss war sie einige Jahre für die Mitteldeutsche Zeitung tätig, bevor sie zum MDR wechselte. In Sachsen-Anhalt ist die gebürtige Leipzigerin gerne im Saale-Unstrut-Gebiet unterwegs. Generell trifft man sie in ihrer Freizeit am ehesten auf dem Fahrrad an, auf dem sie gern ihr noch unbekannte Orte im Land erkundet.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 02. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. April 2019, 16:16 Uhr

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1 Kommentar

02.04.2019 16:46 Deutschland schafft sich ab 1

Was gibt es da - eine
P R E V I E W ?

Wo liegt denn der Veranstaltungsort?
In Neuseeland oder Kanada?
Oder doch nur zwischen Werra
und Oder?
Und da spricht man so?

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Das Wort steht sogar im Duden. Kaum zu fassen.

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