Notfallhilfe Streit um Rettungsdienst: Johanniter versorgen ab April Naumburg

Der Streit um den Rettungsdienst in Naumburg ist offenbar beigelegt. Die Arbeitsverträge für die Mitarbeiter des insolventen Betreibers wurden nachgebessert, erste Arbeitsverträge wurden unterschrieben. Nun können die Johanniter die Notfallversorgung übernehmen.

Bei Notfällen im Süden des Burgenlandkreises wird ab April wie geplant die Johanniter-Unfall-Hilfe ausrücken. Das hat Landrat Götz Ulrich nach einem weiteren Gespräch mit den Unfallhelfern angekündigt.

Mehr Geld als ursprünglich angekündigt

Rettungsdienst-Mitarbeiter stehen in einer Gruppe auf dem Hof
Die Notfallversorgung im Raum Naumburg ist offenbar gesichert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Hintergrund ist die Insolvenz des DRK-Kreisverbandes Burgenland. Die Johanniter hatten vom Landkreis für den Bereich Naumburg und die Malteser für Weißenfels den Zuschlag für die Notfallversorgung erhalten. Es gab allerdings Probleme bei der Übernahme der Mitarbeiter. Das Angebot der Johanniter fiel letzte Woche bei den Rettungssanitätern durch. Jetzt wurde nachgebessert. Die Sanitäter sollen nach Angaben des Landrates mehr Geld bekommen als ursprünglich angekündigt. Die ersten Arbeitverträge seien unterschrieben worden.

Seit vergangenem Herbst ist der Betreiber des Rettungsdienstes im Burgenlandkreis insolvent. Ab April werden die Sanitäter aufgeteilt. 60 Mitarbeiter arbeiten künftig bei den Maltesern in Weißenfels zu den gleichen Konditionen wie bisher. Rund 40 Mitarbeiter sollen in Naumburg zu den Johannitern wechseln. Sie hatten Lohneinbußen befürchtet und deshalb die Übernahme abgelehnt. Der Landrat hatte angekündigt, sich dafür einzusetzen, dass die Rettungskräfte in einem Landkreis auch gleichwertig bezahlt werden.

Insolvenz aufgrund von Überstunden

Der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes im Burgenlandkreis war in finanzielle Schieflage geraten, weil er laut einem Gerichtsurteil Überstunden der Helfer nachzahlen sollte.

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Quelle: MDR/ahr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 27. März 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. März 2018, 20:26 Uhr

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3 Kommentare

27.03.2018 16:44 lex 3

@Leser
Staatliche Hand ist auch keine Lösung. Das mit den anderen Kreisen stimmt so nicht. Da wo vorher HIorg. den Rettungsdienst durchgefüht haben und die Kommunen es selber machen ist die Zahl der Ehrenamtlichen die im Rahmen von SEG und Katastrophenschutz zur Verfügung stehen stark zurückgegangen. Will man qualifizierte ehrenamtliche Helfer für Großschadenslagen haben, so brauchen sie neben guter Aus- und Weiterbildung auch Praktika im Rettungsdienst zur Inübunghaltung.
Staatlich ist auch nicht besser. Müssten staatliche Einrichtungen wirtschaften wie Hiorg. und Private, wären viele schon gegen die Wand gefahren.
Es gibt auch genügend kommunale Krankenhäuser die sich im Defizit befinden.

Vielleicht sollte man von den Hiorg. in Zukunft fordern, eine Insolvenzversicherung abzuschließen oder einen Auffangfond für solche Fälle einzurichten.

27.03.2018 10:11 Klaus 2

@mdr bitte
richtig Recherche betreiben oder Beiträge schreiben. Der DRK Kreisverband Ist nicht insolvent sondern die gGmbH zwei unterschiedliche Dinge.
Eine frage die mich beschäftigt warum greift der Landrat in die freie Wirtschaft ein und regelt die Bezahlung. Ich möchte auch besser bezahlt werden wann kommt er zu uns in die Firma?

27.03.2018 09:57 Leser 1

Insolvenz durch Überstunden? Aber die Rettungseinsätze wurden von kassen und Zahlungen von Patienten bezahlt. Wetten? Wo ist das Geld geblieben? Zum Glück fand sich nun die Lösung. Arbeit gibt es sicher genug. Nur sollten die Landkreise den Rettungsdienst übernehmen. Klappt in anderen Landkreisen auch seit Jahren und staatliche Hand ist besser als Privatwirtschaftliche. Siehe Krankenhäuser wie derzeit Ameos.