Sekt aus Freyburg Rotkäppchen-Mumm setzt auf Expansion

Für den Sekt-Marktführer Rotkäppchen-Mumm aus Freyburg ist der deutsche Markt abgegrast. Weiteres Wachstum verspricht sich die Traditionsmarke unter anderem im Ausland. Im Februar 2017 kaufte man deshalb den renommierten italienischen Prosecco-Hersteller "Ruggeri" aus Valdobbiadene. Mehr als ein Jahr später wurde nun vor Ort Bilanz gezogen. MDR SACHSEN-ANHALT war exklusiv dabei.

von Frank Nowak, MDR SACHSEN-ANHALT

Stein auf einem Berg, auf dem Rebstöcke angebaut werden
Was die Champagne für den Champagner, ist die Regon Valdobbiadene (im Bild) für den Prosecco. Bildrechte: MDR/Frank Nowak

Was die Champagne für den Champagner, ist die Region Valdobbiadene für den Prosecco – hier ist seine Heimat. Auf jeder noch so kleinen Ecke wachsen die Rebstöcke der Glera-Traube. Hier, gut 80 Kilometer nördlich von Venedig, in Blickweite der Dolomiten. Die Trauben der teils über 100-jährigen Reben bringen gutes Geld und Wohlstand, die Bodenpreise sind astronomisch.

Keiner verkauft hier also leichtfertig seine Weinberge – schon gar nicht, wenn auch noch eine eigene Kellerei wie "Ruggeri" daran hängt; eine Traditionsmarke, 1950 gegründet. Ihr Besitzer Paolo Bisol hat verkauft, aus familiären Gründen, an die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien. Drei Jahre Überzeugungsarbeit hat es gebraucht.

"Ruggeri" gilt als Lamborghini unter den Prosecco-Produzenten: edel und teuer, keine Flasche unter zehn Euro. 40 Prozent der jährlich zwei Millionen Flaschen werden in Italien verkauft, der Rest geht nach Asien und Übersee, ein kleiner Teil an deutsche Fachhändler. Mit dieser Perle verschafft man sich laut Rotkäppchen-Chef Christoph Queisser erstmals Zugang zu einem der wichtigsten Auslands-Märkte. Italien sei schließlich der zweitgrößte Sektmarkt in Europa. Für Rotkäppchen ein Riesenschritt in der Strategie der Internationalisierung.

Zwei Männer beugen sich über eine Prosecco-Flasche.
Paolo Bisol (links) im Gespräch mit Christoph Queisser von Rotkäppchen Bildrechte: MDR/Frank Nowak

Ein Sprungbrett für weitere Einkäufe in Europa?

Dabei lässt man "Ruggeri" weiterhin autonom agieren, in Herstellung und Vertrieb des Proseccos wollen sich die Freyburger nicht einmischen. Für sie war der Zugang zum italienischen Markt entscheidend. Möglicherweise ist dies ja das Sprungbrett für zukünftige Einkäufe in Europa. Enge Verbindungen gibt es schließlich nicht nur nach Italien, sondern auch nach Frankreich und Spanien. Aus all diesen Ländern bezieht Rotkäppchen nämlich die Grundweine für die eigene Sekt-Produktion.

Den neuesten Coup landeten die Freyburger Ende vergangener Woche: Rotkäppchen übernimmt einen der größten Wein- und Spirituosenhändler Deutschlands. Mit "Eggers & Franke" aus Bremen sichert man sich ein zusätzliches Standbein im nationalen Markt und eröffnet sich so neue Wege im Vertrieb und im Online-Weinhandel.

Sekt oder Prosecco? Wo ist da der Unterschied?

Erklärgrafik zu Sekt vs. Prosecco
Bildrechte: MDR/Max Schörm

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | Studio Halle | 13.03.2018 | 6:30 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 13.03.2018 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/ld

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2018, 07:16 Uhr

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3 Kommentare

14.03.2018 09:29 GEZ Einzahler 3

@Helmut: Haben Sie schon die verschiedenen Flaschengärungen probiert? Ein Traum...Und ganz ehrlich, zu Zonenzeiten konnste dieses Gesöff wirklich nicht trinken.

13.03.2018 21:33 udo ralf 2

Kannst du nicht Helmut

13.03.2018 13:37 Helmut 1

da ich sehr gerne Sekt trinke nach meinen Geldbeutel natürlich auch stets wenn wir zu DDR -Zeiten fort gegangen sind, muß ich aber dazu schreiben das der Sekt -Rotkäpchen sehr, sehr
nach gelassen hat, er war bedeutent besser, ich denke, ich kann es beurteilen.