Polizei-Einsatz Syrischer Kriegsverbrecher in Naumburg festgenommen

Der Generalbundesanwalt hat zwei mutmaßliche syrische Kriegsverbrecher festnehmen lassen – einen davon in Naumburg. Auch ihre Wohnungen wurden durchsucht. Am Montag sollen sie dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Streifenwagen fährt mit Blaulicht
Bei einem Polizeieinsatz in Naumburg ist ein mutmaßlicher syrischer Kriegsverbrecher festgenommen worden. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Jonas Walzberg

In Naumburg ist ein mutmaßlicher syrischer Kriegsverbrecher festgenommen worden. An der Festnahme waren auch Spezialkräfte aus Sachsen-Anhalt beteiligt. In Essen in Nordrhein-Westfalen wurde ein weiterer Man festgenommen.

Oberstleutnant misshandelt und hingerichtet

Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, stehen die beiden im Verdacht, 2012 an der Hinrichtung eines Oberstleutnants der syrischen Regierungstruppen beteiligt gewesen zu sein. Ermittler hätten auch die Wohnungen der Verdächtigen in Naumburg und Essen durchsucht. Der Oberstleutnant wurde den Angaben zufolge am 10. Juli 2012 in dem Bürgerkriegsland getötet.

Einer der Männer soll den gefesselten und schwer misshandelten Gefangenen auf dem Weg zum Hinrichtungsort bewacht haben. Der zweite soll die Erschießung für Propaganda gefilmt und "in verherrlichender Art und Weise" kommentiert haben.

Mitglied bei Terrormiliz al-Nusra

Der Mann, der in Naumburg festgenommen wurde, soll Mitglied der Terrormiliz al-Nusra gewesen sein, der andere ein Unterstützer. Die al-Nusra-Front war der syrische Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida. Die Gruppe benannte sich später in Fatah al-Scham um.

Beide Männer sollen noch am Montag am Bundesgerichtshof in Karlsruhe einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen leitet das Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Das Alter der Männer wurde nicht mitgeteilt.

Quelle: dpa, MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. Juli 2020 | 11:00 Uhr

11 Kommentare

Eulenspiegel vor 3 Wochen

Hallo Silvio
Da haben sie sicherlich nicht ganz Unrecht. Nur in einem Notfall, es drohte ja eine humane Katastrophe, sieht das ein bisschen anders aus.
Ich denke da wäre eher die Frage interessant warum es erst zu dieser humanen Katastrophe kommen musste.

der_Silvio vor 3 Wochen

Das ist genau der Grund, warum es m.E. besser wäre, die Menschen zu prüfen, bevor sie in die EU bzw. D als Flüchtlinge reingelassen und als solche anerkannt werden.
Aber wenn man das sagt, ist man ein Rääächter

Eulenspiegel vor 3 Wochen

Hallo wo geht das hin
Sie schreiben es:
 „Nichts Genaues weiss man ja nicht.“
Sicher ist diese Zwei hat man gefasst. Und sollte es noch mehr geben so wird man zumindest die aller meisten auch fassen. Das ist aber noch kein rund in jedem Kriegsflüchtling einen Kriegsverbrecher zu vermuten weil in der Regel sind Kriegsflüchtlinge nun mal Kriegsflüchtlinge und keine Kriegsverbrecher.
In der Tagesschau vom 13.1. 20 konnte man lesen:
„99,6 Prozent machten richtige Angaben“

Mehr aus Burgenlandkreis und Saalekreis

Mehr aus Sachsen-Anhalt