Gedenken an Schwedenkönig Syrischer Pfarrer predigt in Lützen

In Lützen im Burgenlandkreis ist am Dienstag dem Schwedenkönig Gustav Adolf gedacht worden. Im Dreißigjährigen Krieg starb dieser in der Schlacht bei Lützen. Der Gedenktag begann mit einer Predigt in der Kirche im Lützener Ortsteil Meuchen. Die Predigt hielt in diesem Jahr ein Pfarrer aus Syrien. Er erinnerte daran, dass es auch heute noch Glaubenskriege gibt.

Mann vor einer Kirche
Der syrische Pfarrer Mofid Karajili hat in Lützen gepredigt. Bildrechte: MDR/Charlotte Tennler

Noch vergangene Woche predigte der evangelische Pfarrer Mofid Karajili in einer fast zerstörten Kirche in der syrischen Stadt Homs. Am Dienstag gedachte er dem Schwedenkönig Gustav Adolf in einer Kirche im Lützener Ortsteil Meuchen im Burgenlandkreis.

Der Verein Gustav Adolf Werk, der den Gedenktag organisiert, unterstützt religiöse Minderheiten auf der ganzen Welt und will außerdem daran erinnern, dass Religionskriege wie der Dreißigjährigen Krieg auch heute noch existieren. Der Verein engagiert daher Gastredner, die von Glaubenskriegen berichten können – so wie der syrische Pfarrer Karajili.

Internationale Gäste bei Predigt in Lützen

Pfarrer predigt in einer Kirchenkanzel
Karajiji bei der Predigt in der Meuchener Kirche. Bildrechte: MDR/Charlotte Tennler

Mofid Karajiji sagte in seiner Predigt, Gustav Adolf habe im Dreißigjährigen Krieg den Protestantismus gerettet. Der Schwedenkönig fiel 1632 in der Schlacht bei Lützen. Er hatte die protestantischen gegen die katholischen Truppen geführt. Ohne Gustav Adolf gäbe es die Protestanten nicht – auch nicht die in Syrien, sagte Karajiji. Und das seien immerhin etwa 12.000 Menschen.

Karajiji betonte, dass es für ihn eine Ehre sei, die Predigt halten zu dürfen, denn der Schwedenkönig stand auch im Krieg für die christlichen Werte. So versuche er in Syrien trotz des Kriegs zwischen den unterschiedlichen Religionen Brücken zu bauen.

Die kleine Kirche in Meuchen war bis auf den letzten Platz gefüllt. Es war sehr international: Der schwedische Botschafter war da, ebenso die schwedische Gemeinde und viele Menschen aus der Region.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. November 2018 | 16:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2018, 11:00 Uhr

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15 Kommentare

08.11.2018 22:01 Mediator an Merseburger (11) 15

Ich finde es immer süß wenn Leute wie sie so tun, als wäre jeder Iman in Deutschland ein Hassprediger. Differenzieren ist ja bekanntlich nicht die Sache von Ausländerfeinden, Rassisten oder schlicht und ergreifend von Neonazis.

Wenn ich Begriffe wie "Hassprediger" lesee, dann denke ich eher an die Hetzredner von AfD und Pegida.
Wenn ich vom Missbrauch verbriefter Rechte lese, dann denke ich übrigens ebenso an diese beiden.

Vielleicht sollten sie sich einmal ein etymologisches Wörterbuch kaufen, damit sie nicht ständig Begriffe verwechseln. Außer in der rechten Szene scheint jeder in der Lage zu sein zwischen Islam und Islamismus unterscheiden zu können. Jeder vernachlässigt seine Bildung halt so gut wie er kann!

PS: Rechtsradikale und Islamisten haben vieles gemeinsam und sie sie brauchen sich gegenseitig zur Rechtfertigung ihrer kranken Ideologie und ihrer Feindbilder. Einfach mal drüber nachdenken!

08.11.2018 21:05 Eulenspiegel 14

W. Merseburger 11
Das ist ja alles ganz schön was sie da schreiben. Aber was soll das? Wollen sie damit die Hetze gegen geplante Moscheen rechtfertigen?
Also sie schreiben ja selber das es da nur um einige moslemische Prediger geht und das die in der Türkei ausgebildet wurden. Ich denke es wird höchste Zeit das moslemische Predigt die in Deutschland predigen an Deutschen Universitäten ausgebildet werde.

08.11.2018 20:48 Eulenspiegel 13

Hallo SZ Rentner
Hat ihnen schon ein mal ein Moslem intolleranz endgegen gebracht? Mir nicht! Und ich lebe in einem Vorort von gescherzten 20 % Moslems.