Neuer Betreiber ab April Johanniter und Malteser übernehmen Rettungsdienst im Burgenlandkreis

Die Johanniter und die Malteser sollen ab April den Rettungsdienst im Burgenlandkreis übernehmen. Das hat der Kreistag am Montag auf einer Sondersitzung beschlossen. Der jetzige Betreiber ist seit Herbst insolvent.

Ein Notarzt zieht eine Krankenliege aus einem Rettungswagen.
Der Rettungsdienst im Burgenlandkreis hat ab April neue Betreiber. Bildrechte: dpa

Der Kreistag des Burgenlandkreises hat am Montagabend in einer Sondersitzung darüber entscheiden, wie es mit dem Rettungsdienst im Landkreis weitergeht. Ab 1. April soll die Johanniter Unfallhilfe den Versorgungsbereich Naumburg übernehmen. Der Versorgungsbereich Weißenfels ist auf den Malteser Hilfsdienst übertragen worden. Das teilte der Burgenlandkreis mit.

Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), sagte, dass die Fortführung eines funktionsfähigen Rettungsdiensts im Landkreis oberste Priorität habe. Sowohl die Johanniter als auch die Malteser agierten bundesweit. Sie garantierten den etwa 100 Mitarbeitern des Rettungsdiensts eine gute Perspektive, so Ulrich.

Derzeitiger Betreiber ist insolvent

Momentan rücken in den Versorgungsbereichen noch Krankenwagen und Notarzt vom Rettungsdienst Burgenland aus. Doch die Tochtergesellschaft der DRK Kreisverbände Weißenfels und Naumburg ist schon seit Herbst 2017 insolvent. Der jetzige Betreiber war in finanzielle Schieflage geraten, weil er laut einem Gerichtsurteil Überstunden der Mitarbeiter in Höhe von 1,2 Millionen Euro nachzahlen soll.

Laut Verdi-Pressesprecher Jörg Förster hatte die Geschäftsführung jahrelang an einem rechtsunwirksamen Tarifvertrag festgehalten. Der neue Tarifvertrag ist erst seit Januar 2018 in Kraft und darin eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden festgeschrieben. "Zum DRK haben die Beschäftigten kein Vertrauen mehr. Das jahrelange Hinhalten hat sie verunsichert", hieß es von Verdi.

48 Stunden Arbeit pro Woche?

Rettungsübung des Deutsches Rotes Kreuz.
Etwa 100 Mitarbeiter arbeiten für den Rettungsdienst im Burgenlandkreis. Bildrechte: IMAGO

Was nach Einschätzung von Verdi auf die rund 100 Mitarbeiter zukommen könnte: Ihre Wochenarbeitszeit könnte erneut steigen. 48 Arbeitsstunden pro Woche wären möglich, ohne, dass sie dafür zusätzlich bezahlt würden. Deshalb läge ihnen viel daran, den nun ausgehandelten Tarifvertrag beizubehalten – egal, unter welchem Träger. Für die Neuausschreibung des Rettungsdienstes hatte beispielsweise das DRK Sachsen-Anhalt Interesse gezeigt. Dort ist, wie bei vielen Rettungsdienst-Anbietern, eine Arbeitszeit von bis zu 48 Stunden pro Woche üblich.

Verdi hatte die Lösung favorisiert, dass der Rettungsdienst in die Eigenregie des Landkreises kommt und der Tarifvertrag von Januar 2018 beibehalten wird.

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Quelle: MDR/lk,mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | Studio Halle | 12. März 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2018, 19:17 Uhr

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3 Kommentare

14.03.2018 19:38 Juri65 3

Lieber Gert Brückner, ich denke gern an die Zeit zurück, als Sie 2. Geschäftsführer des DRK Weißenfels waren und den Durchblick u.a. im Rettungsdienst hatten - bevor Sie gegangen wurden. Und nach all den Jahren, die Sie nun nicht mehr beim DRK tätig sind, schätzen Sie die Situation noch immer absolut treffend und richtig ein.

13.03.2018 17:58 Gert Brückner 2

Es ist nicht wahr was über die Höhe der Forderungen der Mitarbeiter der Rettungsdiens Burgenlangkreis gGmbH geschrieben oder auch so berichtet wird. Die Forderungen für Überstundenbezahlungen aus mehreren Jahren belaufen sich auf ca.400000,00€.Die restliche Summe ist durch Vetternwirtschaft und innerbetrieblich Umverteilung der Mittel und Schlamperei der Geschäftsführung entstanden.
Leider hängen von solchen miserablen Geschäftsführungen und Vorständen die Lebensumstände der Beschäftigten und deren Familien ab.Es ist höchste Zeit solche Leute auch privat zur Rechenschaft zu ziehen damit sie sich in Zukunft fair verhalte. Aber dies geht leider in unserem Staat nicht so einfach.

12.03.2018 18:17 Herbert 1

Wo ist die rechtsextreme AfD eigentlich immer, wenn es um echte Probleme und Anliegen der breiten Bevölkerung geht? Warum hat die AfD das Problem nicht längst gelöst? Die Braunen sind stärkste Kraft im Burgenlandkreis geworden, haben zwei von drei Direktmandaten geholt. Aber außer gelegentlicher Ausländerhetze ist hier in den letzten zwei Jahren (Landtagswahl) bzw. vier Jahren (Kreistagswahl) von denen überhaupt nichts gekommen. Auch wenn ganze Unternehmen wie Lieken in Weißenfels mit Steuermitteln von einer Stadt in Sachsen-Anhalt in die andere verlagert werden, ist bei der AfD und dem blaubraunen Wahlkreisabgeordneten Totenstille angesagt. Hetze gegen Ausländer sichert keinen Rettungsdienst, saniert keine Schulen und schafft keine Arbeit. Schlimm, dass das dem größten Twil der AfD-Wähler aber scheinbar egal ist.