Corona-Krise "Keine Notlage mehr": Katastrophenfall in Halle aufgehoben

Die Stadt Halle hat den Katastrophenfall aufgehoben. Die Lage in der Saalestadt sei stabil, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand am Ostermontag. Die Bürgerinnen und Bürger rief er auf, sich in der Corona-Krise trotzdem an die geltenden Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen zu halten.

Die Stadt Halle hat in der Corona-Krise den Katastrophenfall aufgehoben. Das teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Ostermontag in seiner täglichen Pressekonferenz mit. Der Rathauschef sprach von einem ersten Schritt "in Richtung Normalität". Das öffentliche Leben in der Stadt könne langsam wieder anlaufen, sagte Wiegand. Der Katastrophenschutzstab bewerte die Lage als stabil. Das treffe nach Angaben von Ärzten auch auf die Lage in Krankenhäusern und Praxen zu. "Es besteht aktuell nicht die Gefahr der Überlastung des Gesundheitssystems", erklärte Wiegand.

Das plötzliche Einfrieren des öffentlichen Lebens war ein Erfolg. Das ist der Verdienst aller Einwohnerinnen und Einwohner unserer Stadt.

Bernd Wiegand Oberbürgermeister von Halle
Nahezu menschenleer ist der Marktplatz in Halle/Saale.
In Halle ist der Katastrophenfall aufgehoben worden. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Die ungebremste Ausbreitung des Coronavirus habe sich verlangsamt, sagte Wiegand. Das Stadtoberhaupt betonte aber, dass die strengen Regeln des Landes Sachsen-Anhalt trotz der Entscheidung gültig bleiben – vorerst bis 19. April. Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen gelten also auch in der Saalestadt weiterhin. Auch müsse der Mindestabstand zwischen Personen eingehalten werden. Veranstaltungen und Versammlungen jeder Art blieben ebenfalls verboten.

Wo es nicht möglich sei, ausreichenden Abstand zu halten – etwa auf dem Wochenmarkt – gelte weiterhin eine Schutzmasken-Pflicht. Wer den Wochenmarkt besuche, bekomme solche Schutzmasken auch am Dienstag ausgehändigt, sagte Wiegand.

Der Katastrophenfall in Halle war vor rund drei Wochen ausgerufen worden. Das ermöglicht das Katastrophenschutzgesetz des Landes. Der Schritt hatte die Stadt in die Lage versetzt, einen "koordinierten Einsatz aller verfügbaren Kräfte und Mittel unter einer gemeinsamen Gesamtleitung" umzusetzen. So war zum Beispiel die Einrichtung einer gemeinsamen Einsatzleitung vorgesehen, unter anderem für Feuerwehr, Rettungsdienste oder Technisches Hilfswerk. Auch hatte die Stadt im Katastrophenfall Regeln erlassen können, die über die Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt hinaus gehen.

#MDRklärt Katastrophenfall in Halle: Das ändert sich für Sie

Katastrophenfall Halle: Das ändert sich für Sie Hausmannstürme Marktkirche Halle
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Katastrophenfall Halle: Das ändert sich für Sie Hausmannstürme Marktkirche Halle
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Die Katastrophenschutzbehörde koordiniert die Behörden und Dienste.
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Damit soll schnell entschieden und gehandelt werden.
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Beispiel hierfür: Das Saale-Hochwasser 2013 ...  Hochwasser 2013 in Halle (Saale), Helfer fahren auf Bott durch die Straße
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Der Katastrophenfall betrifft auch Bürger.
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Alle Gaststätten werden geschlossen.
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Eine Polizei-Hundertschaft wird angefordert.
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Seperrgebiete können geräumt werden. Anweisungen müssen befolgt werden. Gebäude und Grundstücke dürfen betreten werden.
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Private Fahrzeuge können benutzt werden. Jeder ist verpflichtet, zu helfen.
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Wiegand lobte, dass bei knapp 400 Kontrollen des Ordnungsamtes am Ostersonntag lediglich zwölf Verstöße festgestellt worden sind.

260 Infizierte in Halle, 101 wieder gesund

In Halle sind nach aktuellsten Angaben von Wiegand 260 Menschen nachweislich mit dem Coroanvirus infiziert, zwei mehr als am Tag zuvor. Davon sind 101 Menschen in der Saalestadt nach einer Infektion mit dem neuartigen Virus wieder gesund.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. April 2020 | 15:00 Uhr

1 Kommentar

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 33 Wochen

"Das öffentliche Leben in der Stadt könne langsam wieder anlaufen, sagte Wiegand."

was wird man denn in Berlin zu diesem Alleingang sagen?

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