Schläglöcher auf einer mit Autos befahrenen Straße.
Gerade erst rollen wieder Autos über die Hochstraße. Doch die ersten Schäden sind bereits deutlich sichtbar. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Sanierung in Halle Wieder Schlaglöcher auf der Hochstraße

Die Hochstraße in Halle war lange Zeit eine einzige Baustelle. Im Dezember, quasi als Weihnachtsgeschenk, wurde sie endlich wieder vollständig für den Verkehr freigegeben. Doch jetzt platzt die Hochstraße schon wieder auf.

Schläglöcher auf einer mit Autos befahrenen Straße.
Gerade erst rollen wieder Autos über die Hochstraße. Doch die ersten Schäden sind bereits deutlich sichtbar. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Noch keine vier Wochen ist die Hochstraße in Halle wieder vollständig für den Verkehr freigegeben, schon gibt es Schäden auf der erst kürzlich sanierten Straße. Zum Ärger für viele Hallenser, denn schließlich fahren rund 40.000 Autos täglich über die Straße. Damit ist sie eine der Hauptverkehrsadern der Händelstadt.

Wieso der Asphalt plötzlich aufplatzt und es nach den Sanierungsarbeiten bereits Schlaglöcher gibt, weiß die Stadt momentan noch nicht. Den Angaben zufolge ist man derzeit auf Ursachenforschung. Die ersten Schlaglöcher würden zudem vorerst provisorisch geflickt. Sobald die Temperaturen dauerhaft über 8 Grad Celsius erreichen, wage man sich an eine gründliche Reparatur.

Gewährleistung der Baufirma

Stau auf der Hochstraße in Halle.
Monate lang war die Hochstraße saniert worden. 2017 war die Nordseite der Trasse erneuert worden, im Jahr zuvor war die Südbrücke dran. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Kosten für eine erneute Reparatur muss in dem Fall die Baufirma übernehmen. Denn es ist immer noch eine Gewährleistung der Firma, wie von der Stadt zu erfahren war. Die Reparaturen gehen also in dem Fall nicht direkt zu Lasten des Steuerzahlers.

Dennoch sind die Schlaglöcher ärgerlich für die Autofahrer, denn für diese kann es in die Kasse gehen, wenn das Fahrzeug durch die Straßenschäden kaputt geht. Denn ein Recht, dass Autofahrer diese Schäden ersetzt bekommen, gibt es nicht. Wie eine hallesche Anwaltskanzlei auf MDR-Anfrage mitteilte, gibt es kein Recht auf eine intakte Straße.

Sorgfaltspflicht bei viel Verkehr

Allerdings habe die Stadt bei vielbefahrenen Straßen – wie es die Hochstraße in Halle ist – eine gewisse Sorgfaltspflicht. Demzufolge müsse die Stadt sich einmal wöchentlich ein Bild der aktuellen Situation machen. Sprich, ein Mitarbeiter müsse über die Trasse fahren und schauen, ob es Schlaglöcher gibt. Ist dies der Fall, müssen diese laut Rechtsanwalt auch gekennzeichnet werden. Heißt: Warnbaken aufstellen, um auf den Schaden aufmerksam zu machen.

Sind die Straßenschäden jedoch so groß – haben die Schlaglöcher eine gewisse Höhe, Tiefe oder Breite –, dass sie eine Gefahr für den Autofahrer darstellen, kann der Autofahrer unter Umständen den Schaden einzufordern. Bei der angefragten Rechtsanwaltskanzlei gab es im vergangenen Winter allein 40 Anzeigen. Allerdings hätten nur etwa zehn Prozent wirklich Aussicht darauf, dass sie den Schaden ersetzt bekommen.

Nadelöhr über mehrere Monate

Monatelang war die Hochstraße saniert worden. 2017 war die Nordseite der Trasse erneuert worden, im Jahr zuvor die Südbrücke. Während der Bauarbeiten war jeweils nur eine Seite der Brücke befahrbar. Die Brücke war jeweils für den Zeitraum der Sanierung komplett für den Autoverkehr gesperrt. Die sonst vierspurige Straße glich dadurch mehrere Monate einem Nadelöhr und hatte sich zur Staufalle entwickelt.

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Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 2 | 11. Januar 2018 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2018, 18:29 Uhr

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9 Kommentare

13.01.2018 23:14 Max W. 9

"Denn ein Recht, dass Autofahrer diese Schäden ersetzt bekommen, gibt es nicht. Wie eine hallesche Anwaltskanzlei auf MDR-Anfrage mitteilte, gibt es kein Recht auf eine intakte Straße."

Soweit komm's noch...

13.01.2018 23:07 Max W. 8

@13.01.2018 09:55 romo (So ist das eben, wenn man unter den Anbietern am grünen Tisch den billigsten raussucht. Wer billig kauft, kauf zweimal ! Wann lernt man endlich dazu und setzt auf Qualität, welche etwas mehr kostet.)

An genau wievielen Angebotserstellungen war der Bürger romo denn so beteiligt im Laufe seiner bisherigen bewussten Existenz auf Erden? Auf wievielen Submissionen war Bürger romo denn anwesend, um ein Angebot abzugeben und wieviele öffentliche Ausschreibungen hat er denn bis zu Ende gelesen, der nämliche Bürger?
Ich ahne es.

13.01.2018 23:04 Manistbestandteildesmediensystems 7

@13.01.2018 09:19 Lachner (Aber ordentlichen Straßenbelag hat man noch nicht erfunden. Kein Interesse daran vermutlich, sonst würden die Straßen 100 Jahre halten. Wer will das?)

Ich für meine Wenigkeit will vor allem, dass Leute, die vom Tief- und Verkehrswegebau soviel verstehen, wie eine Kuh vom Kunstflug, endlich mal die relativ geringfügige intellektuelle Leistung aufzubringen imstande sind, mal ganz schlicht, etwa bei Wikipedia, nachzulesen, wie sich das so verhält mit dem Wegebau auf Terra, Nordkalotte, Europa, Schland und unter den Bedingungen der Kontinentaldrift. Und zwar optimalerwesie, BEVOR sie irgendeinen hanebüchenen Unsinn ablassen, der mit halber Lichtgeschwindigkeit und entsprechender Wucht auf sie selbst zurückfällt. Wenn ich bedenke, dass Menschen diesen Schlages das Wahlrecht in Anspruch nehmen können...

Bloss gut, dass Sie nicht dazugehören.

13.01.2018 22:17 hallunke0815 6

Als Handwerker würde ich für solchen "Sch...-arbeit " in den Knast müssen!!!

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Nein, müssten Sie nicht.

13.01.2018 22:15 Manistbestandteildesmediensystems 5

(Denn ein Recht, dass Autofahrer diese Schäden ersetzt bekommen, gibt es nicht.)

Das wäre natürlich Kleinbürgers Traum - aber, in der Tat: Eine derart irrsinnige gesetzliche Regelung gibt es nicht. Überraschend eigentlich, wo doch Justiz- und Verkehrsminister jeden Montag beim Verband der deutschen Automobilhersteller "anrufen", um herauszufinden, womit man ihnen eine Freude machen könnte(*). Da sitzt übrigens ein gewisser Matthias Wissmann (CDU). Ja, ganz genau: Der war mal Verkehrsminister. Im Namen des Volkes.

Zur Sache selbst: Es ist auf Brückenfahrbahnen nicht ungewöhnlich, dass nach Inbetriebnahme noch "Schäden" auftreten. Und vor allem ist das für die Lage im Staate Dänemark etwa so bedeutend wie ein F... im Universum.

* Diese Formulierung stellt ein allegorisches Sprachbild dar und sollte im Sinne des NDG nicht wortwörtlich verstanden werden. Oder nur auf eigenes Risiko.

13.01.2018 17:29 Wolfgang Plieth 4

Wir bauen auf und reißen nieder, Arbeit gibt es immer wieder.

13.01.2018 09:55 romo 3

So ist das eben, wenn man unter den Anbietern am grünen Tisch den billigsten raussucht. Wer billig kauft, kauf zweimal ! Wann lernt man endlich dazu und setzt auf Qualität, welche etwas mehr kostet.

13.01.2018 09:19 Lachner 2

Wir rühmen uns so für die Forschung im Land. Aber ordentlichen Straßenbelag hat man noch nicht erfunden. Kein Interesse daran vermutlich, sonst würden die Straßen 100 Jahre halten. Wer will das?

12.01.2018 19:02 jackblack 1

Deutsche WERTARBEIT schafft sich auch ab