Feinstaubmessungen in Halle Basteln für eine saubere Luft

Der gefährliche Feinstaub wird in Sachsen-Anhalt derzeit nur an 22 Mess-Stationen ermittelt. Negativer Spitzenreiter bei den Werten war im letzten Jahr eine Straße in Halle. Und aus Halle kommt jetzt auch die Idee mit eigenen Geräten eine größere Abdeckung des Mess-Netzes zu schaffen.

Autos fahren durch eine Innenstadt
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

30 bis 50 Euro kann eine Tankfüllung kosten – oder auch ein Bausatz für ein Feinstaubmessegerät. Und solche Geräte basteln die Mitglieder des Vereins "Eigenbaukombinat Halle" und der "Initiative. Digitale Themen" gerade zusammen. Sie wollen damit eine flächendeckende Feinstaubmessung im gesamten Stadtgebiet ermöglichen. Die fertigen Geräte werden dann in einem Daten-Netzwerk angemeldet und senden permanent aktuelle Feinstaubwerte.

Monika Lelonek ist Mitglied im "Eigenbaukombinat Halle". Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Geräte seien sehr wichtig für die Gesundheit. Es sei gefährlich, dass die ultrafeinen Partikel aus dem Feinstaub bis in das Lungengewebe und den Blutkreislauf gelängen.

Bisher nur drei Messstellen in Halle

Eine Frau schaut auf einen Laptop.
Online sind die Messwerte ablesbar. Bildrechte: MDR/Frank Nowak

Der Großteil des Feinstaubes wird im Straßenverkehr produziert. Der Präsident des Landesumweltamtes, Christian Ehrlich, sagte: "Er entsteht einerseits bei Verbrennungsprozessen bei Dieselmotoren, aber auch bei Benzinmotoren – da etwas weniger." Aber auch bei der Holz- und Kohleverbrennung sowie durch die Aufwirbelung von Bremsen- und Reifenabrieb werde Feinstaub produziert.

Was ist Feinstaub? Feinstaub besteht aus einem komplexen Gemisch fester und flüssiger Partikel. Sie können Entzündungen der Atemwege hervorrufen, außerdem Thrombosen und Herzstörungen. Der Feinstaub-Ausstoß ist in Deutschland seit Mitte der 1980er Jahre deutlich gesunken.

In Halle schrillten im vergangen Jahr wegen hoher Feinstaubwerte die Alarmglocken. Sabine Griebsch von der "Initiative. Digitale Themen" verweist im MDR SACHSEN-ANHALT auf den Bericht des Umweltbundesamtes von 2016. Dort wurde in der Paracelsiusstraße ein Wert von 19 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. "Die beiden meistbefahrenen Strecken in Stuttgart und Berlin weisen jeweils einen Wert von 18 Mikrogramm pro Kubikmeter auf."

Momentan gibt es aber nur drei Messstellen in Halle. Das soll durch die Eigenbau-Geräte verbessert werden. Ziel wäre es laut Griebsch mit dem verbesserten Messungsnetz die Bürger "quasi in Echtzeit" zu informieren. Diese könnten dann mit den Werten wirksame Maßnahmen zur Luftreinhaltung einfordern und diese auch mit entwickeln.

Ein Bausatz für ein Feinstaubmessgerät
Der Bausatz für ein Feinstaubmessgerät Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 02.04.2017 | 19 Uhr

Quelle: MDR/ff

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2 Kommentare

30.03.2017 13:51 dh 2

Macht man immer noch. In den warmen Monaten, tief in der Nacht, im Umkreis von 500m um die Messstationen. Scheinbar ist das billiger als die Strafzahlungen bei Überschreitung der Grenzwerte.

30.03.2017 11:38 Blank 1

Zu DDR Zeiten hat man den Feinstaub mit Wasserspengwagen bekämpft!
Warum wird das heute nicht gemacht?
MfG

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