Zwei Läufer in der Naumburger Innenstadt werden von zahlreichen Kindern am Rand bejubelt.
In Naumburg wurden die Läufer von Kita- und Schulkindern begrüßt. Bildrechte: MDR/Fabian Brenner

Laufen gegen Rüstungsexporte "Staffellauf für den Frieden" durchquert Sachsen-Anhalt

Ein Staffellauf für Frieden und gegen Rüstungsexporte durch ganz Deutschland hat am Mittwoch Halt in mehreren Orten im Süden Sachsen-Anhalts gemacht. Die Aktion heißt "Frieden geht" und führt von Baden-Württemberg bis nach Berlin.

Zwei Läufer in der Naumburger Innenstadt werden von zahlreichen Kindern am Rand bejubelt.
In Naumburg wurden die Läufer von Kita- und Schulkindern begrüßt. Bildrechte: MDR/Fabian Brenner

Die bundesweite Aktion "Frieden geht" – ein Staffellauf gegen Rüstungsexporte – hat am Mittwoch den Süden Sachsen-Anhalts durchquert. Dabei machte der Lauf, der durch ganz Deutschland führt, Halt in mehreren Orten im Burgenland- und im Saalekreis.

Mit der Aktion unter dem Motto "Frieden geht" wollen die Teilnehmer gegen Rüstungsexporte demonstrieren. Hintergrund ist, dass die Bundesrepublik Deutschland weltweit der drittgrößte Rüstungsexporteur von Kleinwaffen, also Pistolen und Gewehre, und der fünftgrößte Rüstungsexporteur von Großwaffensystemen wie Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Kampfpanzer ist. Die Aktion wird bundesweit von verschiedenen Menschenrechts- und Friedensorganisationen sowie Kirchen und Sportlern unterstützt.

1.100 Kilometer für den Frieden

Ursprünglich gestartet im Baden-Württembergischen Oberndorf, dem Firmensitz des Waffenherstellers Heckler und Koch, soll der Staffelstab am 2. Juni in Berlin ankommen. Für die Strecke von rund 1.100 Kilometern haben sich laut Veranstalter etwa 1.000 Menschen angemeldet. Die Friedensbeauftragte der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Eva Hadem, freut sich über das große Engagement. Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "In der Zivilgesellschaft gibt es viele Menschen, die sagen: 'Wir wollen eigentlich nicht großer Exporteur sein von Waffen. Deutschland sollte das nicht sein'. Und dieses zivilgesellschaftliche Engagement wollen wir sichtbar machen mit diesem Staffellauf nach Berlin."

Am Mittwoch kam der Staffelstab aus dem thüringischen Camburg in Sachsen-Anhalt an. Nach der Distanz eines Halbmarathons von rund 21 Kilometern wurde er am Vormittag am Naumburger Dom übergeben. Die engagierten Läufer wurden dort mit einem Programm des Kirchenkreises Naumburg-Zeitz und einigen Schul- und Kindergartenkindern begrüßt.

Begrüßungen entlang der Strecke

Das Programm, was jeweils vor Ort passiere, sei generell das Schöne, so Hadem. "Jeder Ort macht was sehr eigenes. In Naumburg hatten wir ja Schulkinder und Kindergartenkinder dabei. Halle wird ein schönes Fest machen, in Wittenberg werden wir einen Film gucken. Das ist das Tolle, das etwas in die Orte hinein kommt, durch die wir kommen."

Es braucht einen Plan, die Rüstungsindustrie auf eine sinnvolle, nachhaltige und zivile Fertigung umzustellen. Das ist kein Hexenwerk, sondern eine Frage des Willens und der Verantwortung gegenüber anderen Menschen in der Welt.

Markus Wurtzler vom Friedenskreis Halle

Nach der Übergabe am Naumburger Dom führte die Strecke weiter zu den Stationen in Markröhlitz an der Kirche, zum Sportplatz Großkayna und zur Stadtkirche in Merseburg. Am Abend gegen 20:00 Uhr erreichten die Teilnehmer den Marktplatz in Halle. Dort gab es eine Kundgebung samt Brassmusik und Straßentheater. Das teilte der Friedenskreis Halle mit, der die Aktion vor Ort in der Saalestadt unterstützt hat. Markus Wurtzler vom Friedenskreis sagte, es brauche einen Plan, die Rüstungsindustrie auf eine sinnvolle, nachhaltige und zivile Fertigung umzustellen. Das sei kein Hexenwerk, sondern eine Frage des Willens und der Verantwortung gegenüber anderen Menschen in der Welt.

So sehen es wohl auch die engagierten Läufer, für die es dann am Donnerstag weiter in die Lutherstadt Wittenberg geht.

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Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30. Mai 2018 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Mai 2018, 21:19 Uhr

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2 Kommentare

01.06.2018 10:13 Kritiker 2

Ich finde es erschreckend wenn alter DDR-Jargon in neuem Gewand betrieben wird.
Eine wirklich stark aufgerüstete Bundeswehr ist mir hundert mal lieber als diese weltfremden Friedensträumereien.

31.05.2018 09:54 Bernd 1

Die Idee eines solchen Laufes finde ich gut allerdings ob sich die Industrie und Politik beeinflussen lassen? Da fehlt mir der Glaube, leider. Also wird Deutschland weiter Waffen in die Welt liefern