Tarifverhandlungen Nur Notversorgung wegen Warnstreik an Uniklinikum in Halle

Wegen eines Warnstreiks der nichtärztlichen Beschäftigten fallen am Montag an der Uniklinik Halle alle geplanten Operationen aus. Eine Notversorgung ist jedoch gewährleistet. Die Mitarbeiter fordern eine bessere Bezahlung nach dem Tarifvertrag der Länder. Bislang waren die Verhandlungen erfolglos.

Beschäftigte der Uniklinik Halle streiken und halten Transparente in den Händen.
Bis 22 Uhr soll am Montag vor den Toren der Uniklinik Halle gestreikt werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Halle sind die Beschäftigten des Uniklinikums in einen Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft Ver.di hat alle nichtärztlichen Beschäftigten dazu aufgerufen, die Arbeit ruhen zu lassen. Das betrifft rund 2.800 Mitarbeiter, darunter Therapeuten, Verwaltungsangestellte und Krankenpfleger.

Am frühen Morgen hatten sich rund 150 Streikende auf dem Gehweg vor dem Universitätsklinikum versammelt. Ver.di rechnet mit insgesamt rund 450 Teilnehmern. Die Hauptkundgebung ist für die Mittagszeit vor dem Uni-Klinikum geplant. Der Streik soll voraussichtlich bis 22 Uhr dauern.

Versorgung von Patienten ist sichergestellt

Beschäftigte streiken vor der Uniklinik Halle.
Die Streikenden haben sich seit dem frühen Morgen vor dem Klinikgelände versammelt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Alle dringend notwendigen Operationen, beispielsweise die von onkologischen Patienten, wurden laut Klinik durchgeführt. Außerdem seien alle Ambulanzen geöffnet, so dass nicht nur die Versorgung auf den Stationen, sondern auch die der ambulanten Patienten gesichert sei. Dennoch seien einige Operationen vorsorglich verschoben worden, so die Klinik.

Während des Warnstreiks habe die Klinik eine Notdienstvereinbarung mit Ver.di geschlossen. Sollten dennoch Fragen bestehen, ist für Patientinnen und Patienten eine Telefon-Hotline eingerichtet.

Telefon-Hotline für Fragen

Die Hotline ist am Montag, 4. November, von 8 bis 17 Uhr erreichbar. Die Nummer lautet: 0345 557 5570.

Tarifverhandlungen bislang ohne Erfolg

Grund für den Warnstreik sind die erfolglosen Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber. Die Mitarbeiter wollen unter anderem acht Prozent mehr Gehalt. Bernd Becker von der Gewerkschaft ver.di sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Beschäftigten forderten im Jahr 2021 die Angleichung der Einkommen an den Tarifvertrag der Länder. Das allerdings verwehre der Klinikvorstand bis jetzt – das Angebot sei 2022.

Auch wenn das Angebot nur ein paar Monate Verzögerung bedeute, sollten die Kollegen nach 30 Jahren bereits 2021 eine Angleichung der Einkommen bekommen, fordert Becker. Mit dem Angebot der Uniklinik gebe man sich nicht zufrieden, weil die nichtärztlichen Beschäftigten schon seit Jahren auf diese Angleichung warten würden.

Bernd Becker von ver.di vor MDR-Mikrofon
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Kollegen sind einfach unzufrieden und wollen das haben, was ihnen seit Jahren zusteht. 2017 hat es der Klinikvorstand schon einmal versprochen. Das wurde bis heute nicht gehalten. Deshalb ist die Geduld der Kolleginnen und Kollegen am Ende.

Bernd Becker, ver.di

Derzeit werden die Beschäftigten nach einem Haustarif bezahlt, der deutlich geringere Gehälter regelt als in den Tarifverträgen mit den Ländern. Das Uniklinikum bietet nach eigenen Angaben unter anderem an, die Nachtzuschläge ab dem 1. April 2020 zu erhöhen sowie die Angleichung an den Länder-Tarifvertrag in vier Stufen bis zum 1. September 2021. Anfang November sollen die Verhandlungen wieder aufgenommen werden.

Quelle: dpa, MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 04. November 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2019, 12:50 Uhr

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