Eine Frau steht mit einer Virtual Reality-Brille in einem Ausstellungsraum im Volkspark vor einer Leinwand, auf der ein virtueller Rundgang durch das Areal «Stadtkrone» am Ufer der Saale gezeigt wird.
Eine Frau steht mit einer Virtual Reality-Brille im Volkspark vor einer Leinwand, auf der ein virtueller Rundgang durch das Areal "Stadtkrone" am Ufer der Saale gezeigt wird. Bildrechte: dpa

Ausstellung "Hängende Gärten" Halles Kulturzentrum am Saaleufer wird (virtuelle) Realität

Wo heute ein Park über der Saale in Halle thront, sollte einst das kulturelle Zentrum der Stadt entstehen. Mit gut 90 Jahren Verspätung werden die Pläne von Walter Gropius Realität – in einer virtuellen Ausstellung.

Eine Frau steht mit einer Virtual Reality-Brille in einem Ausstellungsraum im Volkspark vor einer Leinwand, auf der ein virtueller Rundgang durch das Areal «Stadtkrone» am Ufer der Saale gezeigt wird.
Eine Frau steht mit einer Virtual Reality-Brille im Volkspark vor einer Leinwand, auf der ein virtueller Rundgang durch das Areal "Stadtkrone" am Ufer der Saale gezeigt wird. Bildrechte: dpa

Der Lehmannsfelsen ist ein beliebter Erholungsort in Halle. Auf der Anhöhe, die zwischen Ziegelwiese, Peißnitz und Volkshaus liegt, kann man wunderbar entspannen und den Blick auf die Saale genießen. Doch dass es diesen Park gibt, ist nicht ganz selbstverständlich.

Wenn es nach Walter Gropius, dem großen Bauhaus-Meister, gegangen wäre, würde sich an dieser Stelle das kulturelle Zentrum der Stadt befinden: bestehend aus einer Stadthalle für Konzerte, Museum, Sporthalle und einem Stadion für 30.000 Besucher. So sahen es Pläne vor, die Gropius im Jahr 1927 bei einem Wettbewerb für die sogenannte "Stadtkrone" einreichte.

Baupläne nie umgesetzt

In einem Erläuterungstext zu seinem Entwurf schrieb Gropius: "Die Besonderheit der örtlichen Verhältnisse – Aufbau der Gebäude auf einem in weiter Ebene aufragenden Felsen – soll dadurch ganz besonders unterstrichen und hervorgehoben werden, dass die verschiedenen Höhenlagen des Geländes und der Hausplattformen bis zur obersten Plattform der Stadthalle mit Hilfe von Bepflanzung gärtnerisch durchgebildet werden, so dass der Eindruck hängender Gärten erzielt wird."

Der Felsen wurde später tatsächlich bebaut, auch einen Sportplatz gibt es, der heute Heimat von Turbine Halle ist. Die Pläne von Walter Gropius wurden jedoch – genau wie die der anderen Wettbewerber damals – nie umgesetzt.

Ein Modell der Stadtkrone Halle
Die Visualisierung zeigt ein Modell der Stadtkrone nach den Plänen von Gropius. Im Vordergrund ist der Felsen mit der Stadthalle zu sehen, im Hintergrund das geplante Stadion. Bildrechte: MDR/ Team Stadtkrone.VR, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Hochschulprojekt erweckt Felsen-Bauten zum Leben

In der interaktiven Ausstellung "Hängende Gärten – eine Stadtkrone für Halle" sind sie nun doch umgesetzt worden, pünktlich zum hundertjährigen Jubiläum des Dessauer Bauhauses. Mithilfe von Virtual-Reality-Technik können Besucher die Ideen von Gropius ab Sonntag im Volkspark Halle als 3D-Modelle bei einem virtuellen Rundgang nachempfinden. Neben der eigentlichen Ausstellung sind auch Führungen, Vorträgen sowie Workshops geplant.

Konzipiert und umgesetzt wurde die Ausstellung von Studierenden und Mitarbeitern der Kunsthochschule Burg Giebichenstein unter der Leitung von Bernd Hanisch, Professor für Produkt- und VR-Design, und Christine Fuhrmann, der Projektkoordinatorin des Volksparks. Die Grundlage für die virtuelle Ausstellung bildeten nach Veranstalterangaben 15 Skizzen von Gropius und langjährige wissenschaftliche Recherchen. Nach und nach wurden die Skizzen digitalisiert und als 3D-Modelle erarbeitet.

Ausstellung Die Ausstellung "Hängende Gärten" ist vom 15. September bis zum 19. Januar 2020 im Volkspark zu sehen. Geöffnet ist täglich außer montags von 14-19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14. September 2019 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2019, 14:31 Uhr

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