Das Ende einer Autobahn
Momentan endet die A143 noch bei Bennstedt (Archivbild). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gerichtsurteil Autobahn 143 bei Halle darf weitergebaut werden

Die Arbeiten an der Westumfahrung für Halle können weitergehen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die letzte verbliebene Klage gegen die A143 abgewiesen. 2025 sollen die Fahrzeuge dort rollen, Verkehrsminister Thomas Webel spricht von einem Meilenstein.

Das Ende einer Autobahn
Momentan endet die A143 noch bei Bennstedt (Archivbild). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Autobahn 143 bei Halle darf weitergebaut werden. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Mittwoch entschieden. Die aktualisierten Planungen für den Lückenschluss zwischen den Autobahnen 14 und 38 sind demnach mit dem geltenden Naturschutzrecht vereinbar. Das Gericht hat damit die letzte verbliebene Klage gegen die Planungen für die Westumfahrung Halle abgewiesen.

Mit dem Urteil endet ein jahrelanger Rechtsstreit. Geklagt hatte ein Unternehmer aus Salzmünde im Saalekreis, dem Grundstücke auf der geplanten Strecke gehören. Vor mehr als zehn Jahren hatten die Leipziger Richter schon einmal über die Westumfahrung entschieden und damals Naturschützern Recht gegeben. Daraufhin musste aufwendig umgeplant werden.

Öffentliches Interesse wiegt höher

Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT erkannten die Richter in dem jetzigen Urteil zwar an, dass der Kläger durch den Bau der Autobahn betroffen ist. Sie bewerteten aber das öffentliche Interesse für den Lückenschluss im Autobahnnetz höher.

Die A143 soll die Autobahnen A38 und A14 miteinander verbinden und Halle somit von Durchgangsverkehr, Stau und schlechter Luft entlasten. Aus Sicht der Gegner ist die knapp 13 Kilometer lange Trasse allerdings unnötig und zerstört wertvolle Natur.

Webel: Autobahn wichtig für die Region

Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) sprach nach dem Gerichtsurteil von einem der größten Meilensteine für die Infrastruktur in Sachsen-Anhalt. Die Entscheidung der Richter sei Bestätigung und Lohn für die akribische Planung. Alle Interessen seien intensiv abgewogen worden.

Thomas Webel
Bildrechte: imago/Christian Schrödter

Das ist ein guter, ein sehr bedeutender Tag für die Region rund um die Saalestadt, aber auch für das ganze Land.

Verkehrsminister Thomas Webel

Webel erwartet sich von der A143 positive Effekte für die Wirtschaft in Mitteldeutschland. Man sei künftig noch besser an das überregionale Straßennetz angebunden.

Ähnlich sieht das auch die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau. "Es wurde aber auch Zeit, dass diese scheinbar unendliche Geschichte nach mehr als 25 Jahren doch noch zu einem guten Abschluss kommt", so Reinhard Schröter, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK. Die A143 sei wichtig für das Logistikdrehkreuz Mitteldeutschland und die Verkehrsströme zu den Häfen an Nord- und Ostsee.

Auch Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) äußerte sich erfreut. Er sagte, Halle werde entlastet und als Wirtschaftsstandort attraktiver.

Kritiker sind enttäuscht

Die Gegner der neuen Autobahn reagierten dagegen enttäuscht auf die Entscheidung. Man sei überrascht, dass das Bundesverwaltungsgericht in allen strittigen Punkten zugunsten der Autobahn entschieden habe, sagte Conrad Kunze von der Bürgerinitiative Saaletal. Die Bürgerinitiative hatte in der Vergangenheit Geld und Unterschriften gegen den Bau gesammelt. Sie unterstützte den letzten verbliebenen Kläger.

Grafische Darstellung der geplanten Streckenführung der A143.
So soll die Autobahn künftig aussehen (Symbolbild). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Angaben des Verkehrsministeriums soll im kommenden Herbst mit dem Bau des fehlenden A143-Abschnitts begonnen werden. Die Kosten liegen nach jetzigem Stand bei rund 350 Millionen Euro. 2025 soll der Verkehr auf der neuen Autobahn dann rollen.

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Umschau Di 28.05.2019 20:15Uhr 07:36 min

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Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. Juni 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2019, 13:51 Uhr

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23 Kommentare

15.06.2019 08:28 DAB75 23

Leider werden in Sachsen-Anhalt,noch mehr Regionen ausbluten.Da es viele Menschen gibt die nicht weit genug über den Tellerrand schauen können.Deshalb wandern auch immer mehr Menschen,aus diesem sehr grünen Bundesland ab.Keine Arbeitsplätze,keine anreize für Familien,in der tiefe des Ländlichenraumes zu bleiben.Da wird über Jahre ein sehr guter Nahverkehr zerstört (660 km Eisenbahnstrecke) wo waren zu diesem Zeitpunkt,unsere lieben Umweltaktivisten?Vielleicht muß sich auch die Industrie,aus dem Hallenserspeckgürtel zurückziehen?Damit auch der letzte versteht,das es nur ein gesundes Miteinander geben kann.Die Bundesrepublik hat es geschaft,den Klimaschutz vorran zutreiben.Es gibt noch einen Typ zum Schluß,unterstützen Sie bitte alle die Menschen,deren Heimatländer aus den Klimaverttrag ausgestiegen sind,nur dort können Sie etwas zum Erhalt,unseres Lebensraumes beitragen.

14.06.2019 10:01 Howard 22

An klarimkopf 21: Sie sollten Ihren Nickname austauschen, denn was Sie hier von sich geben lässt keine Klarheit im Kopf vermuten. Eher das Gegenteil. Ist Ihnen eigentlich klar, dass nicht nur Menschen auf diesem Planeten leben? Ist Ihnen klar, was wir unserer Umwelt antun? Es wird eine Zeit geben, die Sie nicht mehr erleben werden, da wird sich der Mensch fragen, was er getan hat und wieso er dann allein auf der Erde lebt. Schämen Sie sich solche Äusserungen, mit dem Wissen der heutigen Zeit, noch zu tätigen.

14.06.2019 00:41 klarimkopf 21

Endlich ist dieses unsägliche Affentheater mit der Dauer-Klagerei zu Ende. 12 Jahre für die juristische Diskussion um ein paar Kilometer Autobahn. Man könnte Schreien vor Lachen, wenn es nicht so schlimm und symptomatisch für heutige Verhältnisse wäre. Wenn das in Deutschland so weiter geht, werden wir in 50 Jahren wieder mit Eseln über Saumpfade reiten. Aber mich würde auch mal interessieren, wieviel von den jetzt ins Horrende gestiegenen Kosten eigentlich bautechnisch nötig sind, und wieviel es sich die notorischen Widerständler für grüne Zusatzkosmetik haben kosten lassen.