Konzert auf der Peißnitzinsel Beach Boys in Halle – eine musikalische Zeitreise

Rund 3.000 Fans haben am Freitag zu den kalifornischen Sounds der Beach Boys gefeiert. Die Urgesteine Mike Love und Bruce Johnston spielten viele eigene Hits, aber auch Erinnerungen an die Beatles oder Chuck Berry. Präsentiert wurde das Konzert von allen drei MDR-Landesprogrammen. Eine Konzertkritik.

von Werner G. Lengenfelder

Die Band Beach Boys und weitere Musiker spielen auf einer Bühne
Sommer-Gefühle in Halle: Die Beach Boys nahmen ihre Fans mit an die Strände Kaliforniens. Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder

"One night, all hits" steht als Überschrift über der Tour der Beach Boys im Jahr 2019. Und in der Tat sind es alles Hits, die die neun Musiker in ihrem über zweistündigem Programm spielen, unterbrochen von einer 20-minütigen Pause. Erst einmal natürlich die eigenen, in denen das Gefühl von Sommer, Sonne, Strand und Surfen besungen wird: "California girls", "Kokomo", "Good vibrations", "Surfin’ Safari", "Fun, fun, fun", um nur einige zu nennen. Damit aber nicht genug: Klassiker wie "Cottonfields" sind zu hören, mit einer chilligen Version von "Here comes the sun" wird den Beatles gehuldigt und auch an Chuck Berry wird mit "Rock'n'Roll music" erinnert.

Mit Ende 70 noch auf der Bühne

Im Mittelpunkt stehen auf der Bühne natürlich die beiden Urgesteine, Sänger Mike Love und Bruce Johnston am Keyboard. 78 und 77 Jahre sind sie alt. Bei diesem Alter sieht das Publikum auch galant darüber hinweg, dass ihre Stimmen nicht immer in Top-Form sind. Zum Glück haben sie eine siebenköpfige Band dabei, deren Mitglieder auch den für den Beach Boys-Sound typischen mehrstimmigen, hohen Gesang liefern. Der eine oder andere darf auch mal den Leadgesang übernehmen, was dem Konzert insgesamt gut tut.

Beach Boys in Halle Sonne, Surfen und Strand

Menschen sitzen vor einer großen Bühne
Nicht ganz ausverkauft, aber gut besucht: Das Konzert der Beach Boys in Halle auf der Peißnitzinsel. Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder
Menschen sitzen vor einer großen Bühne
Nicht ganz ausverkauft, aber gut besucht: Das Konzert der Beach Boys in Halle auf der Peißnitzinsel. Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder
Die Band Beach Boys und weitere Musiker spielen auf einer Bühne
Der Surf-Sound begeisterte schon vor über 50 Jahren weltweit. Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder
Ein Mann singt
Mike Love, einer der Gründer der Band, ist mittlerweile 78 Jahre alt. Dass seine Stimme nicht mehr ganz so brillant ist wie früher, sehen ihm die Fans nach. Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder
Die Band Beach Boys und weitere Musiker spielen auf einer Bühne
Das waren noch Zeiten: Bruce Johnston 1966 auf dem Surfbrett. Mit Einblendungen auf der Videowand illustrierten die Musiker ihre musikalischen Rückblicke. Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder
Ein Mann singt und spiel Keyboard
Bruce Johnston am Freitag am Keyboard. Er ist kein Gründungsmitglied, sondern ersetzte ab 1965 Brian Wilson bei Live-Auftritten. Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder
Die Band Beach Boys und weitere Musiker spielen auf einer Bühne
Bunte Hintergrundbilder und Animationen sorgten dafür, dass auf dem Gelände der Peißnitzinsel ein Gefühl von Sonne, Strand und Surfen einkehrte. Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder
Vier Männer auf einer Bühne
Im Mittelpunkt: Die Urgesteine Bruce Johnston und Mike Love. Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder
Die Band Beach Boys und weitere Musiker spielen auf einer Bühne
Sie wurden von insgesamt sieben Musikern begleitet, darunter auch der Sohn von Mike Love rechts neben ihm an der Gitarre. Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder
Das Programmheft für das Konzert der Beach Boys
Das waren die Songs, die in Halle zu hören waren. Weit über 30, aufgeteilt auf zwei Sets, unterbrochen von einer 20-minütigen Pause. Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder
Mitarbeiter von MDR SACHSEN-ANHALT waren beim Konzert offen für Fragen der Besucher
Präsentiert wurde das Konzert von allen drei MDR-Landesprogrammen gemeinsam, die Kollegen von MDR Sachsen-Anhalt hielten stellvertretend vor Ort die Stellung.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 20. Juli 2019 | 07:10 Uhr
Quelle: MDR/sp
Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder
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Gute Dienste leistet eine große Videowall als Bühnenhintergrund. Hier gibt es historische Aufnahmen aus der Bandgeschichte zu sehen, zum Beispiel den Ausflug 1967 nach Indien und die Begegnung mit Maharishi Mahesh Yogi, der Mike Love in die Kunst der Transzendentalen Meditation eingeführt hat. Aus dieser Zeit rührte auch die Freundschaft zu George Harrison, dem Mike Love im Konzert einen Song widmet. Sonst flimmern bunte Animationen im 70er Jahre-Design oder Surffilme über die Leinwand.

Viel Spaß auf der Bühne

In der ersten Hälfte hakt es noch ein bisschen mit der Stimmung, aber nach der Pause stehen die Besucher auf und klatschen, einige tanzen auch an den Seiten oder vor der Bühne. Und ein paar Frauen haben das große Los gezogen: Sie dürfen bei "Barbara Ann" gar auf der Bühne zwischen den Bandmitgliedern tanzen.

Bereut dürfte den Konzertbesuch wohl niemand haben. Es war eine der letzten Gelegenheiten, die Musiklegenden Mike Love und Bruce Johnston live zu erleben. Bewundernswert mit welcher Spielfreude und welchem Spaß sie ihrem Publikum begegnen. So mancher wird sich da gedacht haben: "Respekt, wenn ich nur so fit wäre in dem Alter…".

Quelle: MDR/sp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 20. Juli 2019 | 07:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2019, 11:03 Uhr

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