Zwei Löffelhunde in einem mit Stroh ausgelegten Zoogehege
Warum hast du so große Ohren? Damit ich die Insekten besser hören kann – über ihre Löffel können Löffelhunde ihr Hauptnahrungsmittel aufspüren. Bildrechte: MDR/Andreas Manke

Begehbare Anlage Hautnah erleben: Zoo Halle setzt auf Löffelhunde

Löffelhunde, die fuchsartigen Tiere mit riesengroßen Ohren, aus nächster Nähe erleben, das können Besucher voraussichtlich ab Frühjahr im Bergzoo Halle. Die dortige Anlage der Tiere soll für Besucher begehbar sein – deutschlandweit eine einmalige Angelegenheit.

Zwei Löffelhunde in einem mit Stroh ausgelegten Zoogehege
Warum hast du so große Ohren? Damit ich die Insekten besser hören kann – über ihre Löffel können Löffelhunde ihr Hauptnahrungsmittel aufspüren. Bildrechte: MDR/Andreas Manke

Es ist wohl eine deutschlandweit einzigartige Sache, die es voraussichtlich ab Frühjahr im Bergzoo Halle geben soll: Eine Löffelhund-Anlage, die für Besucher begehbar ist. Zwei Bewohner leben bereits dort: Die beiden Löffelhund-Männchen sind dem Zoo zufolge aus dem Tierpark Berlin nach Halle gekommem, sind Brüder und haben natürlich die typischen riesengroßen Löffel.

Zoomitarbeiter Michael Merker kümmert sich um die beiden. Und seine neuen Zöglinge findet er einfach zuckersüß, wie er MDR SACHSEN-ANHALT erklärt: "Man muss sich einen kleinen dunkelbraunen Fuchs vorstellen mit riesengroßen Löffel-Ohren. Das alleine ist schon dieses Kindchen-Schema, wo alle sofort sagen, 'Oh mein Gott! Ist das niedlich!'"

Große Ohren, um gut zu hören

Eine Besucher-Schleuse aus Holz, um in ein Zoogehege zu gelangen.
Über die Schleuse können Besucher künftig die Anlage der Löffelhunde betreten. Bildrechte: MDR/Andreas Manke

Die großen Ohren haben die hundeartigen Tiere, um Insekten aufzuspüren, wie Merker erklärt. Insekten sind ihre Hauptnahrung. Und weil sie keine reinen Fleischfresser sind, haben sie auch keine großen Reißzähne. Löffelhunde gelten demnach als ungefährlich, weshalb man sich auf dem halleschen Reilsberg eine ganz besondere Attraktion ausgedacht hat: Bergzoo-Besucher können zukünftig ganz nah an die Tiere ran.

In die Anlage der Löffelhunde dürfen demnach bald nicht mehr nur die Tierpfleger, sondern auch Besucher können die Tiere bald hautnah erleben. Jedenfalls dann, wenn auch die Löffelhunde mitspielen. Und deswegen würde jetzt schon mal geprobt, so Merker:

Wir üben mit den Löffelhunden, dass sie keine Angst haben. Denn für die ist das ja auch neu.

Michael Merker, Mitarbeiter im Bergzoo Halle

Dafür würden die Pfleger mit den beiden tierischen Bewohnern die Anlage auf- und ablaufen, sodass sie das Gehege kennenlernen. "Zu uns sind sie nicht mehr so schreckaft", so Merker weiter. Bei fremden Leuten sei das noch etwas anderes. "Und das müssen wir eben jetzt üben – mit fremden Tierpflegern, die sie nicht kennen."

Eine Sache der Gewöhnung

Man müsse abwarten, wie die Löffelhund-Männchen darauf reagieren, aber Pfleger Merker zeigt sich optimistisch: "Ich denke das klappt schon im Laufe der Zeit. Es sind ja hundeartige Tiere. Und Hunde sind ja eigentlich intelligent."

Eine begehbare Außenanalge in einem Zoo mit einer Sitzbank in der Mitte.
Wer sich ruhig auf die Bank setzt, erhöht die Möglichkeit, die Tiere aus nächster Nähe zu erleben. Bildrechte: MDR/Andreas Manke

Beste Voraussetzungen für ein hautnahes Tiererleben. Und die Anlage ist dementsprechend auch genau dafür vorbereitet. Besucher können durch eine Schleuse in die Anlage hinein. Eine Bank bietet die Möglichkeit, sich niederzulassen und die Tiere in Ruhe zu beobachten. Und die Löffelhunde, die können sich in der Anlage frei bewegen – vollkommen ohne Barriere zum Besucherbereich. Die Tiere können also direkt zu den Besuchern laufen, wenn sie das denn wollen.

Ruhiges und stilles Verhalten

Merker sagt, es könne durchaus sein, dass die Löffelhunde sehr nah an die Besucher rankommen, direkt an ihnen vorbeilaufen oder um sie herumschleichen. Das sei bei den Pflegern ja auch der Fall. "Ich denke, das werden sie auch machen, wenn sich die Besucher ruhig verhalten. Es ist sicherlich gut, man bewegt sich etwas langsamer, damit die Löffelhunde sich nicht erschrecken."

Auch dürfe man nicht zu laut sein, weist der Zoomitarbeiter hin. Mit ihren großen Löffel-Ohren würden die Tiere nach Insekten horchen. Dementsprechend empfindlich seien die Ohren. Merker weiß: "Alles was laut ist, ist für die natürlich viel lauter. Aber wenn man sich ruhig hinsetzt, auf die Bank, die ja in der Anlage ist, denke ich schon, dass man die Tiere sehr nah erleben kann."

Jahreskarten-Aktion Die gemeinsame Jahreskarten-Aktion der beiden Zoologischen Gärten in Magdeburg und Halle geht in die Verlängerung: Wer eine Zoo-Jahreskarte besitzt, der hat auch im Jahr 2019 wieder freien Eintritt in die Zoos beider Städte.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. Januar 2019 | 08:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2019, 14:34 Uhr

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1 Kommentar

12.01.2019 22:16 Rennsteig48 1

Löffelhunde?
Sehen aus wie eine Mischung aus Waschbär, Fuchs und Osterhase :-)