Neuer Leopoldina-Präsident Darum kommt Bundeskanzlerin Merkel nach Halle

Die Nationalakademie Leopoldina in Halle bekommt einen neuen Präsidenten. Zur Amtsübergabe am Donnerstag kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Saalestadt. Zeitgleich hat "Fridays for Future" zur Demo aufgerufen.

Der Hauptsitz der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopldina in Halle/S.
Der Hauptsitz der Leopoldina in Halle: Hier wird am Donnerstag ein neuer Präsident sein Büro beziehen. (Archivfoto) Bildrechte: Markus Scholz für die Leopoldina

Warum kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Halle?

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit Sitz in Halle bekommt einen neuen Präsidenten. Am 1. März löst der Klimaforscher Gerald Haug den jetzigen Präsidenten Jörg Hacker ab. Der Mikrobiologe Hacker leitete die Nationalakademie seit 2010 und scheidet turnusgemäß nach zwei Amtszeiten aus. Unter dem Klimaforscher Gerald Haug will die Leopoldina unter anderem das Thema Klimaschutz international voranbringen. Anlässlich der Amtsübergabe findet am Donnerstagvormittag ein Festakt in der Leopoldina statt, zu dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet wird.

Was macht Merkel bei ihrem Besuch?

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff, Staatsminister Bernd Neumann, Vorstand der Kulturstiftung des Bundes Hortensia Völckers eröffnen den Neubau der Kulturstiftung des Bundes am 30.10.2012 in Halle
Bundeskanzlerin Merkel wird die Festansprache an der Leopoldina halten. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Marco Prosch

Die Bundeskanzlerin wird laut Leopoldina am Donnerstag die Festansprache bei der Amtsübergabe halten. Bereits vor ihrem Besuch in Halle hat Merkel die Bedeutung der Forschung betont. Sie sagte in einem vom Kanzleramt veröffentlichten Video: "Wir sind eine wissensbasierte Gesellschaft und die Wissenschaft ist sozusagen der Motor des Fortschritts." Der Wohlstand des Landes hänge von den Erfolgen in der Wissenschaft ab. Die Leopoldina als weltweit älteste naturwissenschaftlich-medizinische Akademie könne der Bundesregierung "sehr viele wegweisende Ratschläge geben".

Sind Proteste an dem Tag in Halle geplant?

Die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" hat anlässlich des Besuchs von Kanzlerin Merkel in Halle zum Protest aufgerufen. Unter dem Motto "Hört auf die Wissenschaft! #NoMorePillePalle" will die Bewegung eigenen Angaben zufolge gegen die "katastrophale Klimapolitik der Bundesregierung" demonstrieren. In einer Mitteilung von "Fridays for Future Halle" heißt es: "Frau Merkel hat als Kanzlerin die Verantwortung, die Grundsteine für eine nachhaltigere Welt und für das eindämmen der Klimakrise zu legen."

Der Protest soll laut "Fridays for Future Halle" um 10:30 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Moritzburgring vor dem "Turm" mit einer Kundgebung beginnen. Anschließend soll der Demonstrationszug durch die Innenstadt zum Marktplatz verlaufen. Auf dem Hallmarkt ist eine Abschlusskundgebung geplant.

Was genau ist die Leopoldina in Halle?

Die Leopoldina gilt als eine der ältesten Gelehrtengesellschaften der Welt. Sie vereinigt mit ihren insgesamt 1.600 Mitgliedern aus mehr als 30 Ländern nach eigenen Angaben Expertise aus nahezu allen Wissenschaftsbereichen. Mehr als 30 Nobelpreisträger zählen zu ihren Mitgliedern. Laut eigenem Leitbild tritt sie für die Freiheit und Wertschätzung der Wissenschaft ein. Zudem setzt sie sich für die Achtung der Menschenrechte ein.

Im Jahr 1652 wurde die Leopoldina zunächst als "Academia Naturae Curiosorum" in Schweinfurt gegründet. Mehr als zwei Jahrhunderte folgte sie mit ihrem Standort dem jeweiligen Präsidenten. Seit 1878 hat sie ihren Hauptsitz fest in Halle. Zusätzlich gibt es mittlerweile ein Büro im Regierungsviertel in Berlin. 2008 wurde die Leopoldina zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. Als diese hat sie den Angaben zufolge zwei Aufgaben: Sie vertritt die deutsche Wissenschaft im Ausland und leistet unabhängige wissenschaftsbasierte Beratung von Politik und Öffentlichkeit zu gesellschaftlich relevanten Fragen. Die Spannbreite reicht von ethischen Fragen in der Medizin bis hin zur Digitalisierung.

Wer ist der neue Leopoldina-Präsident Gerald Haug?

Der 51 Jahre alte Klimaforscher Gerald Haug hat als Meeresgeologe die Entwicklung des Klimas der vergangenen Jahrtausende bis Jahrmillionen erforscht. Er ist seit 2015 Direktor des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz, wo er auch weiter nebenberuflich forschen möchte. Der künftige Leopoldina-Präsident betont, dass es ganz zentral sei, bei der Erderwärmung unter zwei Grad zu bleiben. Auch begrüßt er die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future". Es sei eine ihrer Kernaussagen, sich mit faktenbasierten Erkenntnissen auseinanderzusetzen und mit der Wissenschaft zu reden, so Haug. Die Bewegung habe in einem Jahr mehr erreicht als viele Klimaforscher in 20 Jahren. Haug sagte, er wolle sich zeitnah mit Vertretern von "Fridays for Future" treffen.

Mehr zum Thema

Quelle: MDR,dpa,epd/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20. Februar 2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2020, 16:12 Uhr

3 Kommentare

altrocker vor 6 Wochen

und wieder ist ein wessi in einer führungsposition im osten. wie sagt man so schön in der philosophe basis und überbau. also auf gut deutsch das fußvolk kommt aus dem ost und die eliten komm aus dem westen. man hat nichts aber auch gar nichts gelernt. man braucht sich nicht wundern wenn die leute im ost die nase voll haben und ihren frust durch die afd wahl ausdrücken. das geht oft um so kleine dinge, die die leute von den so genannten volksparteien abrücken lassen. es kommt immer mehr das gefühl auf der osten ist kronkolonie der alten bundesländer .

W.Merseburger vor 6 Wochen

Ich glaube die Veranstaltung der Leopoldina ist nicht dazu geeignet, dass die selbsternannten Klimaretter in der angekündigten Art Krach machen wollen. Beide Themenkomplexe stehen in keinem Zusammenhang und Randale um jeden Preis haben wir schon genug. Aber davon ändert sich die Klimasituation in keiner Weise.

faultier vor 6 Wochen

Ich bim wahrlich kein Merkel Fan aber FFF sollte sich lieber die Leopoldina von innen anschauen ,wäre für ihre Zukunf besser.

Mehr aus dem Raum Halle und Leipzig

Mehr aus Sachsen-Anhalt