Langen Schlagen und Wartezeit Drive-in für Corona-Tests in Halle eröffnet

In Halle ist am Freitagmorgen um 9 Uhr ein Drive-in für Corona-Tests eröffnet worden. Ohne Termin und ohne Überweisung kann sich jeder aus dem eigenen Auto heraus auf das Coronavirus testen lassen. Wie das geht und wann ein Test sinnvoll ist, erklärt MDR SACHSEN-ANHALT.

An einer Drive-in-Station in Halle können sich Personen aus dem Auto heraus auf das Coronavirus testen lassen.
Auf dem Parkplatz der Arbeitsagentur in Halle wurde der Coronatest-Drive-in eingerichtet. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

Alles, was man für den Test am Corona-"Drive-in" benötigt, ist die Chipkarte der Krankenkasse. Die Teststation befindet sich in Halles nördlicher Innenstadt in der Schopenhauer Straße 2 auf dem Innenhof der Agentur für Arbeit. Wer sich am Drive-in testen lassen möchte, muss glaubhaft machen, dass er Symptome hat. Die Krankenkasse übernimmt nur dann den Test, wenn Symptome vorhanden sind. Ein Coronavirustest dort kostet nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT circa 170 Euro. Besteht ein begründeter Verdacht auf eine Infektion, übernimmt diesen Betrag die Krankenkasse.

Für einen Test, müssen sich die möglicherweise Infizierten zunächst anmelden. Medizinisches Personal macht dann den Abstrich aus dem Mund direkt vor Ort. Der Vorgang dauert zwei bis drei Minuten. Hinzu kommt die Zeit, die benötigt wird, um die notwendigen Unterlagen auszufüllen. Die Ergebnisse können etwa 48 Stunden später im Internet abgerufen werden. Nach einem Coronatest müssen Patienten direkt in strenge häusliche Quarantäne. Der Coronatest-Drive-in in Halle ist täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

An einer Drive-in-Station in Halle können sich Personen aus dem Auto heraus auf das Coronavirus testen lassen.
Die Nachfrage am Drive-in war bereits am Freitagvormittag groß. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

Test nur sinnvoll bei Symptomen

Der Arzt Robin John aus Schönebeck betont, dass ein Test auf Corona nur bei Menschen sinnvoll sei, die Symptome oder Vorerkrankungen haben oder in Medizinischen Bereichen tätig sind. John ist einer der Ärzte, die in Schönebeck den Drive-in für Corona-Tests als Arzt mitbetreibt.

Juliane Böttcher-Lorenz vom MVZ Labor Dessau erklärte zudem, dass zu frühe Testungen eine falsche Sicherheit geben könnten: Denn auch diese Personen könnten den Virus in sich tragen und ihn dann auf andere Menschen übertragen.

Großer Andrang und lange Wartezeiten beim Start in Halle

Ein MDR-Reporter berichtet, dass der Andrang am Drive-in am Freitagvormittag groß war. Bereits eine halbe Stunde vor Öffnung der Teststation waren Personen im Auto vor Ort. Die Eröffnung lief nicht ohne Probleme, weil unklar war, wo sich Einfahrt und wo Ausfahrt der Teststation befinden. Der Reporter beobachtete, wie Menschen aus ihren Autos ausstiegen, um die Situation zu klären. Das Ordnungsamt war in Halle vor Ort, um die Fragen zu regeln und den Verkehr auf der Schopenhauer Straße zu leiten. Zwischenzeitlich hatte es Stau bis zum Thomas-Müntzer-Platz gegeben. In den ersten eineinhalb Stunden nach der Eröffnung hatte der Reporter bereits 45 Autos gezählt.

Im Laufe des Vormittags stiegen immer wieder Personen aus ihren Autos aus, unter anderem, weil die Wartezeit sehr lang war. Ein Mann musste seinen Hunde bewegen, ein anderer musste nach langer Wartezeit auf dem Gelände Wasser lassen. Toiletten waren nicht aufgestellt. Das Verlassen des Autos ist eigentlich nicht vorgesehen, um Kontakt und die Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden.

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Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27. März 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

ro89 vor 9 Wochen

Der DriveIn für Corona ist nur ausdrücklich nur für Einwohner der Stadt Halle! Dies sollten Sie in Ihrer Recherche berücksichtigen und auch im Artikel mit angeben.

Bekannte fuhr extra 40km dort hin, um eine Absage zu bekommen. Gesundheitsamt konnte einen auch nicht helfen. Mann wird allein gelassen und bei ernsthaften Symptomen traut sich kein oder nur sehr wenige Hausärzte einen Test zu machen. Familien werden im unklaren gelassen und das Risiko steigt weiter an. Da bringen auch die tollsten Ausgangssperren nichts. Wenn der Staat bei simplen Tests schon versagt.

MDR-Team vor 9 Wochen

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