Gewalt und Hitler-Gruß Polizei ermittelt nach Montagsdemo in Halle

Nach der Montagsdemonstration in Halle ermittelt jetzt die Polizei – unter anderem wegen Körperverletzung und Verwendung verfassungswidriger Symbole. Bei der regelmäßigen Demo liefen diesmal mehrere Hundert Menschen mit.

Bei der Montagsdemonstration am Abend in Halle haben Teilnehmer verfassungswidrige Symbole der rechten Szene gezeigt und Polizisten angegriffen. Es seien insgesamt 14 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, hieß es von der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Körperverletzung.

Den Angaben zufolge zeigten einige Demonstranten aus dem Protestzug heraus den Hitler-Gruß und riefen "Sieg Heil". Manche Demonstranten seien stark alkoholisiert gewesen und hätten Polizisten bespuckt, hieß es. Außerdem sei es zu Handgreiflichkeiten unter einigen Demonstrations-Teilnehmern gekommen.

Verstärkte Teilnahme nach Köthen und Chemnitz

Demonstranten gegen Rechts mit - zu Teil bunten - Plaketen am Rande einer Demo.
80 bis 100 Personen kamen am Leipziger Turm zusammen, um sich gegen die rechte Szene zu positionieren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rund 450 Menschen sind an diesem Montagabend laustark durch die Innenstadt von Halle gezogen. Sie trugen dabei Transparente unter anderem mit der Aufschrift "Chemnitz ist überall". Die rechte Szene hatte nach den Vorfällen im sächsischen Chemnitz und in Köthen ihre Anhänger für diese Demo mobilisiert.

In den letzten Wochen trafen sich selten mehr als 50 Personen auf dem Marktplatz zu der regelmäßigen Veranstaltung. Wie viele der 450 Teilnehmer der rechtsradikalen Szene zuzuordnen sind, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

Gegendemo am Leipziger Turm

Etwa auf halber Strecke auf ihrem Weg vom Riebeckplatz zum Markt hatte die linke Szene am Leipziger Turm zu einer Gegenveranstaltung aufgerufen. Etwa 80 bis 100 Teilnehmer kamen. Diese blieb den Angaben zufolge friedlich. Verstärkter Polizeieinsatz verhinderte ein Zusammentreffen beider Demonstrationen.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. September 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. September 2018, 10:57 Uhr

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37 Kommentare

13.09.2018 08:18 Ichich 37

"Und da sei schon einmal die Frage erlaubt, wo in diesen Fällen denn die großen Trauermärsche der achso "besorgten (Wut-)Bürger" waren? " Die gibt es immer und überall: Es wurde tränenüberströmt demonstriert angesichts der Tötung von Khaled B. in Dresden ... bis man feststellte, daß der Täter leider kein (rechtsradikaler) Deutscher. Die dazugehörigen Ausschreitungen samt Brandanschlägen wurden median vertuscht. Es wurde auch demonstriert nach dem Brandanschlag auf eine Synagoge in Düsseldorf ... 300.000 Demonstranten ... buis man feststellte, daß die Täter leider zwei Moslems warnen.

13.09.2018 07:34 Tim und Struppi 36

Mediator, "In der Regel tauchen diese knapp 7 Toten PRO TAG in keiner überregionalen Nachrichtensendung auf."
Im Gegenzug wird aber auch die kleinste Sache der "Rechten" zur Widerauferstehung des deutschen Reiches hochstiliert. Da wird der Hitlergruß eines Mannes mit RAF Tattoo auf der Hand dazu genutzt, normale Bürger als Nazis zu brandmarken.
Sie relativieren, wenn es deutsche Opfer gibt und bauschen unendlich auf bei "rechter" Gewalt. Nicht auszudenken, was hier passiert, wenn wirklich Mal ein Ausländer durch einen Deutschen stirbt.

13.09.2018 07:02 Tim und Struppi 35

@ Kesselsdorfer
"Wo bitte bleibt denn hier der Trauermarsch der AfD? Antwort: Es findet keiner statt."
Sie haben es immer noch nicht begriffen, wir brauchen nicht zusätzlich zu unseren Psychopathen noch andere Psychopathen aus der ganzen Welt. Mit der Abschiebung von abgelehnten und kriminellen Asylbewerbern hätten einige Morde verhindert werden können. Mal von den immensen Kosten ganz abgesehen.