Handschellen (Symbolbild)
Der Häftling war in Handschellen geflohen. Bildrechte: colourbox.com

Flucht aus Landgericht Geflohener Häftling aus Halle gefasst

Eine Woche nach seiner Flucht aus dem Landgericht Halle ist der gesuchte 33-Jährige wieder in den Händen der Behörden. Er konnte am Dienstag in Halle gestellt werden. Dem Häftling war während einer Verhandlungspause die Flucht gelungen.

Handschellen (Symbolbild)
Der Häftling war in Handschellen geflohen. Bildrechte: colourbox.com

Der aus dem Landgericht Halle geflohene 33-Jährige ist wieder im Gefängnis. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, wurde der Mann am Nachmittag im Stadtgebiet von Halle gefasst. Demnach hatte ein Beamter, der nicht im Dienst war, den Gesuchten erkannt. Dieser habe den 33-Jährigen dann verfolgt und Kollegen zu Hilfe gerufen, die ihn schließlich stellten.

Der Gefangene war am Morgen des 5. Mai bei einem Termin im Landgericht Halle in Handschellen entwischt. Dabei hatte er eine Gelegenheit bei einem Gespräch mit seinem Anwalt auf dem Flur des Gerichtsgebäudes zur Flucht genutzt. 30 Polizisten suchten nach dem Mann. Später wurden in der Nähe eines Einkaufszentrums am Hauptbahnhof seine Handschellen und Haft-Kleidung gefunden. Von dem 33-jährigen soll keine Gefahr ausgegangen sein.

Der Gesuchte war wegen Diebstahls bereits zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Dagegen hatte er Berufung eingelegt. Wegen eines anderen Verfahrens saß er in Untersuchungshaft.

Neues Sicherheitskonzept für Landgericht Halle

Der Eingangsbereich des Landgerichtes Halle. Das Tor ist aus altertümlichen Eisenittern. Die Fassade rund um das Tor ist bunt verziert. Ein historisches Gebäude. Im Vordergrund ist das Blaulicht eines Streifenwagens zu sehen.
Das Landgericht Halle will vergleichbare Vorkommnisse für die Zukunft ausschließen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unmittelbar nach der Flucht hatte Gerichtspräsident Jörg Engelhard ein überarbeitetes Sicherheitskonzept angekündigt. So sollen künftig Gespräche zwischen Verteidigern und ihren Mandanten nicht mehr ohne Überwachung auf den Fluren möglich sein. Im Gespräch sind Fußfesseln für Beschuldigte oder dass Wachtmeister die Tür bewachen, während Gespräche im Verhandlungssaal stattfinden. Die Tür des Landgerichts wird auch in Zukunft nicht verschlossen sein, da sie Teil des Fluchtwegs ist – zum Beispiel bei einem Brand.

Wann der Prozess gegen den 33-Jährigen fortgesetzt wird, muss laut Polizei die Justiz entscheiden. Die Flucht an sich sei keine Straftat.

Quelle: dpa,MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | Studio Halle | 12. Juni 2018 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2018, 19:06 Uhr

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1 Kommentar

12.06.2018 18:55 Leser 1

Dann ist ja alles gut. Nur hat die Aktion um Ali B. viel erfolgreicher und gefühlte tausendmal schneller funktioniert. Wer hätte das gedacht.