Der festgenommene Familienvater wird von Polizisten nach einer Hausdurchsuchung abgeführt.
Am Dienstag wurde der Familienvater festgenommen, am Freitag wurde Haftbefehl erlassen. Bildrechte: dpa

Opfer aus Sachsen-Anhalt Gewaltverbrechen auf Teneriffa: Haftbefehl gegen Vater

Nach dem Gewaltverbrechen auf Teneriffa ist gegen den verdächtigen Vater Haftbefehl erlassen worden. Er soll seine Ex-Frau und seinen zehnjährigen Sohn brutal erschlagen haben. Der zweite Sohn konnte entkommen. Um den Jungen kümmert sich spanischen Medien zufolge ein deutscher Priester.

Der festgenommene Familienvater wird von Polizisten nach einer Hausdurchsuchung abgeführt.
Am Dienstag wurde der Familienvater festgenommen, am Freitag wurde Haftbefehl erlassen. Bildrechte: dpa

Nach dem gewaltsamen Tod einer Sachsen-Anhalterin und ihres Sohns auf Teneriffa ist am Freitag gegen den verdächtigen Vater Haftbefehl erlassen worden. Spanischen Medien zufolge wurde der 43-Jährige zuvor stundenlang vernommen. Er habe sich geweigert, mit den Behörden zu kooperieren.

Der überlebende, jüngere Sohn wird unterdessen von einem deutschen Priester betreut. Wie es von den Medien vor Ort hieß, haben die deutschen Angehörigen den Schock noch nicht verkraftet. Sie seien noch nicht in der Lage, nach Teneriffa zu reisen. Am Freitag war von der kanarischen Regionalregierung gemeldet worden, die Großeltern und eine Tante würden auf der spanischen Insel erwartet.

Brutal zu Tode geprügelt

Der Vater der Kinder, ein schon länger auf Teneriffa lebender Deutscher, wird verdächtigt, seine getrennt von ihm lebende Frau und seinen Sohn brutal zu Tode geprügelt zu haben. Einem örtlichen Politiker zufolge sollen dabei auch Steine eingesetzt worden sein.

Dem Festgenommenen würden Mord oder Totschlag sowie versuchter Mord oder versuchter Totschlag vorgeworfen. Die genauen Anklagepunkte sollen im Laufe der Ermittlungen festgelegt werden, hieß es weiter. Die Möglichkeit, auf Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden, gebe es für den Verdächtigen nicht, entschied das Gericht.

Junge bekommt psychologische Hilfe

Unterdessen werde der überlebende Sohn seit Dienstag von Sozialarbeitern und Psychologen betreut, hieß es von den kanarischen Behörden. Die Nacht zum Mittwoch habe er in dem Haus jener Niederländerin verbracht, die das hilflos umherirrende, weinende und unter Schock stehende Kind am Dienstag zusammen mit anderen Passanten aufgegriffen und zur Polizei gebracht hatte.

Die Niederländerin sagte vor Journalisten, der Kleine habe ihr erzählt, dass der Vater die Familie zu einem Picknick aufs Land gefahren und unter einem Vorwand in die Höhle gelockt habe. Er habe ihnen erzählt, dass in der Höhle Ostergeschenke versteckt seien. "Der Kleine hat seine Mutter schwer verletzt gesehen", so die Niederländerin weiter. Dass sie tot sei, habe ihm zunächst niemand gesagt. Eine Aussage des Kindes habe sie besonders bewegt: "Er sagte mir: Es ist besser am Leben zu sein als Ostergeschenke zu bekommen."

Untersuchungen zur Todesursache laufen

Die leblosen Körper der Frau und des Zehnjährigen waren am Mittwoch nach einer großangelegten Suchaktion in einer Höhle unweit der Gemeinde Adeje gefunden worden. Der jüngere Bruder hatte der Polizei zuvor von einem brutalen Angriff des Vaters erzählt. Dieser soll in ersten Vernehmungen eine Diskussion mit der 39-jährigen Mutter eingeräumt, aber bestritten haben, die Frau und ihren Sohn getötet zu haben. Später schwieg er offenbar nur noch. Die Autopsie der Leichen soll in den nächsten Tagen detaillierte Erkenntnisse zur Todesursache liefern.

Quelle: dpa,MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 27. April 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. April 2019, 16:56 Uhr

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1 Kommentar

27.04.2019 17:06 Max W. 1

Ich ahne das Motiv...

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