Neustrukturierung in Halle-Trotha "Hafen Halle" existiert nicht mehr

Die Hafen Halle GmbH ist Vergangenheit. Das Unternehmen schrieb über Jahre Verluste, nun wurde umstrukturiert. Ergebnis ist eine neue GmbH, die auf den Umschlag von Containern setzt.

Der hallesche Hafen von oben.
Den Binnenhafen in Halle-Trotha steuern nur wenige Schiffe an. Bildrechte: Stadtwerke Halle GmbH

Der Hafen in Halle ist Vergangenheit – zumindest als Unternehmen. Lange Jahre schrieb die Hafen Halle GmbH Verluste, nun wurde sie durch eine Neugründung ersetzt. Das teilten die Stadtwerke Halle am Freitag mit, zu denen der Hafen gehört. Die GmbH sei als selbstständiges Unternehmen abgewickelt und nun mit den Stadtwerken verschmolzen. Da sich der Standort aber im Umschlag von Containern bewährt habe, werde das Containerterminal bereits seit dem 30. Januar 2018 von der neu gegründeten CTHS GmbH betrieben – dem Container Terminal Halle (Saale). Dabei handelt es sich um eine hundertprozentige Tochter der Stadtwerke.

Verbindung nach Hamburg und Bremerhaven

Container werden verladen.
Auf dem Gelände des Hafens Halle werden 70.000 Container pro Jahr umgeschlagen. Bildrechte: Stadtwerke Halle GmbH

Das Kerngeschäft der Hafen Halle GmbH sei laut Stadtwerken schon lange nicht mehr der Betrieb des Binnenhafens in Halle-Trotha gewesen, sondern das Geschäft mit Containern. Die werden von Lkw auf Güterzüge verladen und umgekehrt. "Wir haben im abgelaufenen Jahr 2017 wieder ca. 10.000 Containerumschläge mehr als in der Vorperiode", sagte Matthias Lux, Geschäftsführer der Stadtwerke Halle. "Wir liegen jetzt bei 70.000 Standardcontainern, die umgeschlagen werden." Er gehe nicht davon aus, dass man momentan mit dem Containerterminal Gewinne erwirtschaften könne. Auch eine schwarze Null sei noch nicht drin, "aber wesentlich weniger Verluste", so Lux.

Der Hafen gehörte seit 1993 als Tochterunternehmen zu den Stadtwerken Halle. Ein kontinuierlicher Gütertransport auf der Saale ist heute nicht möglich, da "über weite Teile des Jahres nicht mit wirtschaftlichen Abladetiefen gefahren werden kann" – so begründen es die Stadtwerke. Die Saale ist schlichtweg nicht tief genug. Die neue CTHS GmbH kümmert sich nun um die Container-Logistik sowie um das Hafengeschäft. Auch die Reparatur von Containern, Reinigung und LKW-Transporte bietet sie an. Von Halle aus werden beispielsweise der Hamburger Hafen und der Hafen von Bremerhaven angefahren.

Der hallesche Hafen Bereits 1917 hatten die halleschen Stadtverordneten den Plan, in Trotha einen neuen Saalehafen zu bauen. 1931 war das erste Hafenbecken mit einer Länge von 750 Metern fertig. Zu Hochzeiten wurden weit mehr als 300.000 Tonnen Güter pro Jahr umgeschlagen, kurz nach der Wende waren es nur noch wenige tausend Tonnen. Im Jahr 2000 wurde der dreijährige Ausbau des Hafens für 60 Millionen Mark beendet. 2004 eröffnete das Containerterminal und wurde zum Schwerpunkt des Hafens.

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | Studio Halle | 09. März 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. März 2018, 13:18 Uhr

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2 Kommentare

10.03.2018 16:34 ingo d. 2

kann man dort wenigstens rudern? für ein paar paddel wettbewerbe sollte es doch schon reichen oder? was sind denn schon 60 mio.mark im gegensatz zum sinnlos airport cochstedt dort wurden schließlich mehr als 60mio.€ versenkt um nun evtl. drohnen kreisen zu lassen. das kommt halt heraus, wenn traumtänzer ohne plan das sagen haben.

10.03.2018 00:04 Baldur von Ascanien 1

Ich hatte schon Angst die Havenbecken wären zugeschüttet worden. Mein Gott, die Headlin hatte aber auch Sprengkraft..................