Tests für Urlaubsrückkehrer Halle und Leipzig beteiligen sich an Corona-Testprogramm

Die Stadt Halle will sich an der Einrichtung einer Corona-Anlaufstelle für Urlaubsrückkehrer am Flughafen Leipzig-Halle beteiligen, um die Gefahr einer zweiten Infektionswelle einzudämmen. Der Virologe Kékule zweifelt den Sinn solcher Tests an.

Ein Paar geht mit Koffer und Rucksäcken auf ein Parkhaus zu.
Urlaubsrückkehrer sollen sich freiwillig am Flughafen Leipzig/Halle auf das Coronavirus testen lassen. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Westend61

Die Stadt Halle will sich gemeinsam mit Leipzig an der Einrichtung einer Corona-Anlaufstelle für Reiserückkehrer beteiligen. Darauf haben sich der hallesche Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) und sein Leipziger Amtskollege Burkhard Jung (SPD) geeinigt. Die Anlaufstelle für freiwillige Abstriche ist am Flughafen Leipzig-Halle geplant. Weitere Betreiber sind der Saalekreis und der Landkreis Nordsachsen.

Oberbürgermeister Wiegand erklärte, der Flughafen sei auch für Sachsen-Anhalter ein zentraler Reiseknoten. Da mit der Rückkehr von Urlaubern die Gefahr einer zweiten Corona-Infektionswelle steigen, sei es wichtig, dass sich Sachsen-Anhalt an dem Testprogramm beteilige. Sachsen hatte am Dienstag eine entsprechende Initiative für alle Flughäfen des Bundeslandes angekündigt.

Virologe Kekulé: Tests nach Urlaub nicht sinnvoll

Der hallesche Virologe Alexander Kekulé hält das Testen von Urlaubsrückkehrern für wenig sinnvoll – jedenfalls aus medizinischer Sicht. Er verweist auf die Inkubationszeit von etwa fünf Tagen.

Alexander Kekulé
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Kékule sagte dem MDR: "Der Durchschnittsurlauber ist, glaube ich, acht oder neun Tage unterwegs in den Sommerferien. Das heißt also: Da muss man sich einfach überlegen, welchen Infektionszeitpunkt während dieses Urlaubs decken sie ab? Oder andersrum gesagt: Die letzten fünf Tage decken sie definitiv nicht mehr ab. Und wenn der acht Tage unterwegs war, decken Sie fünf von acht Tagen nicht ab durch solch einen Test und das ist dann schon die Frage, ob sich das lohnt, ob das nicht eher eine 'Schein-Sicherheit' gibt."

Kekulé schlägt vor, gezielt Personen zu testen, die zum Beispiel an Großveranstaltungen teilnehmen oder Menschen in Altersheimen besuchen. Dann, wenn man möglicherweise andere in Gefahr bringe, sollte man auch ohne Symptome auf das Virus getestet werden.

Quelle: MDR,dpa,cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 17. Juli 2020 | 05:00 Uhr

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