Saline, Planetarium und Co. Diese (Bau)projekte will Halle 2020 umsetzen

Saline, Planetarium, der Riebeckplatz, die Eissporthalle, neue Radwege und Straßen, sanierte Gebäude und Neubauten: In Halle wird im Jahr 2020 viel investiert, um die Stadt attraktiver für ihre Bewohner und Gäste zu machen. Ein Überblick über wichtige Projekte.

Salinemuseum Halle
Zwei Jahre lang ist das Salinemuseum an der Saale in Halle geschlossen – 16 Millionen Euro kostet die Sanierung. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Halle hat im neuen Jahr 2020 viel vor. Der Schuldenabbau soll vorangetrieben werden. Die Stadt will sich will sich stärker in der Metropolregion Halle-Leipzig positionieren, in Schulen und Kitas investieren, für Touristen und Investoren attraktiver werden, an der Neuordnung des Radverkehrs weiter arbeiten, schrittweise in einen kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr einsteigen und das Klimaschutzkonzept weiter umsetzen. Das teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand in seinem Ausblick für das Jahr 2020 mit.

Und das, obwohl die Stadt noch keinen beschlossenen Haushalt für das Jahr 2020 hat. Darüber will der Stadtrat Ende Januar entscheiden. Ein Überblick über wichtige Projekte der Stadt.

Sanierung des Salinemuseums

Die Sanierung der Saline ist gestartet. Bis 2022 soll für insgesamt 16 Millionen Euro das Museum auf der Saaleinsel saniert und neu gestaltet werden. Geplant und durchgeführt wird die Sanierung von der Stadt Halle. Außerdem sollen zwei neue Brücken für Fußgänger und Radfahrer gebaut werden. Die Salinebrücke führt Richtung Innenstadt und die Sandangerbrücke Richtung Peißnitzbühne. Dafür sind 4,3 Millionen Euro vorgesehen. Baustart ist laut Stadt voraussichtlich 2020.

Planetarium am Holzplatz

Am Holzplatz, auch auf der Saline-Insel zwischen Halle Neustadt und der Altstadt gelegen, wird seit Januar 2019 ein neues Planetarium gebaut.

Ein Luftbild aus Halle, Holzplatz Gasometer soll Planetarium werden.
Der Holzplatz mit dem alten Gasometer und dem Schulneubau auf der Saline-Insel Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Für 14,4 Millionen Euro aus Fluthilfemitteln des Landes Sachsen-Anhalt soll der ehemaligen Gasometer zu dem Planetarium ausgebaut werden. Die Eröffnung ist für Mitte 2021 geplant. Das alte Raumflugplanetarium auf der Peißnitz war laut Stadt Halle bei dem Hochwasser 2013 so sehr beschädigt worden, dass es abgerissen werden musste.

In dem neuen Planetarium soll es einen großen zentralen Sternensaal, eine interaktive Ausstellung und ein Sternencafé geben. Von einer Beobachtungsterrasse können in der Nacht die Besucher einen Blick mit dem Teleskop auf die Sterne werfen. Außerdem sind ein Hörsaal und Seminarraum, ein Produktionsstudio, eine Bibliothek und eine Sternwarte geplant.

Planetarium in Halle steht unter Wasser, 2011.
Das alte Planetarium auf der Peißnitz stand mehrmals unter Wasser – hier im Jahr 2011. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Die Stadt hat vor das ganze Areal zu einem eigenen Stadtquartier zu entwickeln. Die gesamten Investitionskosten gibt Halle mit rund 50 Millionen Euro an. Im August 2019 eröffnete neben dem Planetarium die neu errichtete Holplatzschule (Investition aus Eigenmitteln der Stadt 21,7 Millionen Euro). Eine Zweifeldturnhalle ist noch im Bau. Außerdem ist ein Ausbildungs- und Trainingszentrum der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) geplant. Hier werden vier Millionen Euro investiert.

Entwicklung des Riebeckplatzes

Der Riebeckplatz in Halle
Der Riebeckplatz: Bisher ein Verkehrsknotenpunkt, in Zukunft soll es ein zentraler städtischer Platz werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Riebeckplatz, auch "Halles Eingangstor" genannt, ist einer der wichtigsten Knotenpunkte in Halle und verbindet den Hauptbahnhof mit der Oberen Leipziger Straße Richtung Innenstadt und Marktplatz. Seit 2019 wird hier wieder gebaut (Bebauungsplan Nr. 174 - "Riebeckplatz"). Im September wurde das erste neue Hotel eröffnet. Das Wohn- und Geschäftshaus der Halleschen Wohnungsgesellschaft (HWG) soll 2020 fertig werden. Die HWG will hier 20 Millionen Euro investieren. Für ein weiteres Hotel auf der Ostseite des Riebeckplatzes am Bahnhof beginnen 2020 die Bauarbeiten.

2019 wurde ein Strukturkonzept für den Platz beschlossen, um ihn städtebaulich zu entwickeln. So ist laut Stadt geplant, den Riebeckplatz langfristig verkehrstechnisch zu beruhigen und Rad und Fußwege auf allen Straßenseiten zu ermöglichen. Auch der Wegfall der Hochstraße über den Riebeckplatz ist ein langfristiges Ziel.

Ausbau des Sparkassen Eisdoms

Ein großes schwarzes Gebäude mit der Aufschrift "Sparkassen-Eistheater".
Der Sparkassen Eisdom soll ausgebaut werden. Bildrechte: imago images/Steffen Schellhorn

Der Sparkassen Eisdom wird ausgebaut. Er ist die einzige Eissporthalle in Sachsen-Anhalt. Im Mai 2019 hatte die Stadt als Eigentümerin den Fördermittelbescheid über 22 Millionen Euro bekommen, dass die Eissporthalle in Halle-Neustadt, zwischen Blücher- und Selkestraße ausgebaut werden kann. Während der Sommerpausen 2020, 2021 und 2022 wird die Halle zu einer vollwertigen Eissporthalle umgebaut. Bis Frühjahr 2023 soll dann alles fertig gestellt sein. 3.300 Zuschauer (1.464 Stehplätze Heim, 524 Stehplätze Gast, 330 VIP-Sitzplätze, 916 Sitzplätze, 33 Rollstuhlplätze, 33 Plätze für Begleitpersonen) werden dann auf der vierseitigen Tribünenanlage Platz haben.

Der Neu- und Ausbau an dem jetzigen Standort war notwendig geworden, nachdem bei dem Hochwasser 2013 die Eissporthalle Volksbank Arena am Gimritzer Damm einen Totalschaden erlitten hatte. Hauptnutzer der Halle sind die Saale Bulls, der Mitteldeutsche Eishockeyclub MEC Halle 04.

Investitionen in Schulen und Verkehr

Auch im Straßenbau geht es im Jahr 2020 für Halle weiter. Erste Großbaustelle: der Robert-Franz-Ring in der Klaustorvorstadt. Die Straße wird für mehr als eine Million Euro in drei Bauabschnitten saniert. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten am gesamten Robert-Franz-Ring abgeschlossen sein. Saniert werden ebenfalls die Brücken am Rennbahnkreuz für je mehr als drei Millionen Euro. Insgesamt hat die Stadt für das Jahr 2020 für neue Projekte im Straßenbau 7,5 Millionen Euro geplant.

Für den Schul- und Kitabau sind im Haushaltsentwurf knapp 63 Millionen Euro vorgesehen. So soll zum Beispiel in Halle-Neustadt im Rahmen des Projektes "Campushaus" die Grund- und Gemeinschaftsschule saniert werden.

Quelle: MDR/mp

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