Die Himmelsscheibe von Nebra (l) neben den Goldschiffchen von Nors im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle/Saale.
Die Himmelsscheibe von Nebra hat das Landesmuseum weltberühmt gemacht. Bildrechte: dpa

100 Jahre Landesmuseum in Halle "Silicon Valley der Vorgeschichte"

Die Himmelsscheibe von Nebra, ein Mammut und 15 Millionen Fundstücke: Das Landesmuseum für Archäologie und Vorgeschichte in Halle feiert 100. Geburtstag. Für Besucher steht das Haus am Wochenende, 13. und 14. Oktober, kostenfrei offen, und zwar unter dem Motto "Schauen, Mitmachen, Verkosten".

Die Himmelsscheibe von Nebra (l) neben den Goldschiffchen von Nors im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle/Saale.
Die Himmelsscheibe von Nebra hat das Landesmuseum weltberühmt gemacht. Bildrechte: dpa

Deutschlands erster Museumsneubau für prähistorische Archäologie, das weltbekannte Landesmuseum für Archäologie und Vorgeschichte, feiert 100-jähriges Bestehen. Das Museum wurde am 9. Oktober 1918 offiziell eröffnet.

Landesmuseum für Vorgeschichte Halle circa 1935.
Das Landesmuseum etwa 1935 Bildrechte: IMAGO/Arkivi

1913 war das neoklassizistische Gebäude bereits fertig, doch dann kam der Erste Weltkrieg und verzögerte die Eröffnung. Damals kostete der Bau eine halbe Million Reichsmark, nach heutiger Rechnung sind das rund sieben Millionen Euro. Es beherbergt mehr als 15 Millionen Funde, vorwiegend aus Mitteldeutschland, darunter Mammuts, Faustkeile, Waffen, Schmuck sowie menschliche und tierische Überreste.

Sonderausstellungen im Landesmuseum

Zahlreiche Sonderausstellungen waren bisher im Landesmuseum zu sehen: Sei es die Schau "Pompeji", mit der die Katastrophe am Vesuv sichtbar gemacht wurde, die Ausstellung "Krieg" mit der Präsentation eines vollständig erhaltenen Massengrabes mit 47 Toten, die Sonderausstellung "Alchemie, die Suche nach dem Stein der Weisen" oder die aktuelle Ausstellung "Klimagewalten". Für Ende 2019 nun ist die Ausstellung "Ringe der Macht" geplant.

Dass ausgerechnet in Mitteldeutschland so viele urgeschichtliche Zeugnisse in der Erde gefunden werden, ist laut Harald Meller, Chef des Landesamtes für Archäologie und Direktor des Museums, kein Zufall. Meller sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Grundlage ist, dass wir das Silicon Valley der Vorgeschichte sind. Jeder wollte hierher, weil hier die besten Böden Mitteleuropas sind – tiefgründige Schwarzerden, auf denen man perfekt Ackerbau betreiben kann."

Wir sind das Silicon Valley der Vorgeschichte.

Harald Meller, Museumsdirektor

Sammlungsleiter Roman Mischker erklärt überdies: "Die Ältesten sind rund 150 Millionen Jahre alte Saurierspuren aus Bernburg." Die 3600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra gehört seit 2002 zum Bestand des Museums. Derzeit ist die Himmelsscheibe bei einer Schau in Berlin zu sehen.

Jubiläums-Wochenende bei freiem Eintritt

Das 100-jährige Bestehen wird in dieser Woche groß gefeiert: Mit einer Feierstunde für geladene Gäste wurde am Dienstagabend an die Eröffnung im Jahr 1918 erinnert. Auch Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) ist unter den Gästen, ebenso der schwedische Botschafter Per Thöresson. Das Landesmuseum ist Schweden immer noch eng verbunden, da das skandinavische Land zum Kriegsende mit Wissenschaftlern die Museumseröffnung ermöglichte. Museumschef Meller erklärt: "Die Schweden als neutrales Land halfen aus und ganz viele berühmte schwedische Archäologen haben bei uns im Land segensreich gewirkt. Wir haben immer noch enge Beziehungen zu Schweden und leihen immer wieder Funde aus."

Anlässlich des Jubiläums wird am Wochenende das Landesmuseum für Archäologie und Vorgeschichte unter dem Motto "Schauen, Mitmachen, Verkosten" bei freiem Eintritt für alle Besucher offenstehen. Es gibt verschiedene Themenführungen, zudem Mitmach-Aktionen. So wird der Umgang mit dem Schwert, die Herstellung von Salben und die Demonstration der vielen Arbeitsschritte bis zur fertigen Himmelsscheibe von Nebra gezeigt.

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Quelle: MDRdpa/mp,mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. Oktober 2018 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2018, 09:57 Uhr

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