Angestellte mit frisch verpackten Hallorenkugeln.
1804 begann die Geschichte der halleschen Schokoladenfabrik. Jetzt will man wieder mehr auf das einstige Familienunternehmen setzen. Bildrechte: IMAGO

Großaktionär verlässt Schokoladenfabrik Katjes steigt bei Halloren aus

Der Süßwarenhersteller Katjes ist bei der ältesten Schokoladenfabrik Deutschlands als Aktionär ausgestiegen. Die Halloren Schokoladenfabrik gehört nun zu mehr als 90 Prozent dem bisherigen Mehrheitseigner Charlie Investors.

Angestellte mit frisch verpackten Hallorenkugeln.
1804 begann die Geschichte der halleschen Schokoladenfabrik. Jetzt will man wieder mehr auf das einstige Familienunternehmen setzen. Bildrechte: IMAGO

Der Süßwarenhersteller Katjes steigt bei der Halloren Schokoladenfabrik in Halle als Aktionär aus. Das westdeutsche Unternehmen hat seinen Anteil von knapp elf Prozent an den Mehrheitseigner Charlie Investors verkauft, wie Katjes am Donnerstag mitteilte. Man freue sich über die einvernehmliche Lösung, die man "als positiv für Halloren und seine Aktionäre ansehe", so der geschäftsführende Gesellschafter von Katjes International, Tobias Bachmüller. Damit gehören Mehrheitseigner Charlie Investors nun 91 Prozent der ältesten Schokoladenfabrik Deutschlands. Wie Halloren MDR SACHSEN-ANHALT sagte, sei über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart wurden.

Süßigkeiten
Das Unternehmen Katjes ist für seine Gummibärchen und Lakritz-Katzen bekannt. Bildrechte: Colourbox.de

Charlie Investors kann mit der deutlichen Mehrheit am Unternehmen seine Sanierungspläne für Halloren umsetzen und braucht ohne Katjes keinen Widerspruch durch einflussreiche Aktieninhaber zu fürchten. Die Investorengruppe mit Sitz in Luxemburg war 2014 bei Halloren eingestiegen.

Zwischen Halloren und dem bisherigen Anteilseigner Katjes gibt es außerdem juristischen Streit. Katjes hat Halloren Misswirtschaft vorgeworfen und im November 2017 verklagt. Halloren teilte MDR SACHSEN-ANHALT dazu mit, man warte in dieser Sache weiter gelassen ab.

Neuausrichtung nach Verlusten

Halloren hatte zuletzt rote Zahlen geschrieben. Im Jahr 2017 stand beim operativen Geschäft ein Minus von 3,6 Millionen Euro. Der Umsatz sank von 124,1 auf 107,7 Millionen Euro. Ab 2020 will die Schokoladenfabrik wieder Gewinne machen. Dafür steht ab dem nächsten Jahr eine Neuausrichtung an.

Packung «Halloren-Kugeln»
Bildrechte: IMAGO

Die Halloren Schokoladenfabrik Halloren wurde 1804 gegründet und ging etwa 100 Jahre später zum ersten Mal an die Börse. 1952 wurde Halloren zum Volkseigenen Betrieb. Nach der Wende übernahm Wirtschaftsprüfer Paul Morzynski die Schokoladenfabrik von der Treuhand. 2007 wurde das Unternehmen erneut zur Aktiengesellschaft umgewandelt und ging an die Börse. Halloren hatte zu Hochzeiten einen Umsatz von mehr als 120 Millionen Euro.

Seit 2015 machte die älteste Schokoladenfabrik Deutschlands jedoch millionenschwere Verluste und zog sich bald von der Börse zurück. Anfang 2017 verkaufte Halloren seine Tochterunternehmen Steenland, Bouchard und die Delitzscher Schokoladenfabrik, um Kredite zurückzuzahlen. Auch die Führungsspitze um den langjährigen Chef Klaus Lellé wurde ausgetauscht.

Seit wenigen Monaten produziert Halloren schon unter neuer Führung. Am 1. Oktober übernahm Ralf Wilfer den Vorstandsvorsitz. Er hat langjährige Erfahrung in der Süßwarenbranche, zuletzt hatte er laut Halloren in einer der größten Schokoladenfabriken Europas gearbeitet.

Die Halloren Schokoladenfabrik kündigte im Herbst bereits eine Neuausrichtung der Marke inklusive "neuer Preisstellung" und großer Marketing-Kampagne für die Saison 2019/2020 an. Ziel sei es, als bekannte ostdeutsche Marke auch im Westen Deutschlands stärker Fuß zu fassen und bundesweit das Geschäft deutlich auszubauen. Der Traditionsbetrieb will sich künftig auf den Verkauf von Halloren- und Mozart-Kugeln konzentrieren.

Quelle: dpa,MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. Dezember 2018 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2018, 08:29 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

6 Kommentare

28.12.2018 20:22 Mike 6

leider viel zu süss für mein magen

28.12.2018 13:38 Leser 5

In Rheinland-Pfalz gibt's auch Halloren zu kaufen. Es liegt in den Regalen zwischen allen anderen Sorten und keiner kauft es täglich oder ständig. Ist normal, oder was erwartet man in Halle?

28.12.2018 11:15 Bernd Halstenberg 4

Och nöö Herr Bronstein, die Mauer ist doch wohl eher in ihrem Kopf. Und ja, selbst wenn Ihre Vorfahren nicht aus dem Bereich Mecklenburg und Sachsen kommen, haben Sie ganz offensichtlich DDR-Scheuklappen. Wirklich schlimm, dass Sie nach fast 30 Jahren deutscher Einheit immer noch mit sowas kommen.

Mehr aus dem Raum Halle und Leipzig

Mehr aus Sachsen-Anhalt