Für traumatisierte Kinder Kinderschutzhaus "Mattisburg" in Halle: Rohbau fertig

Ein Schutzhaus in Halle für schwer traumatisierte Kinder nimmt immer mehr Gestalt an. Die "Mattisburg" soll Ende des Jahres fertig werden. Zum Halbzeitfest steht bereits der Rohbau.

Blick auf Baustelle des Kinderschutzhauses Mattisburg in Halle.
Die Bauarbeiten am neuen Kinderschutzhaus Mattisburg in Halle schreiten voran. Bildrechte: GP Günter Papenburg AG

In Halle steht der Rohbau eines Schutzhauses für schwer traumatisierte Kinder. Die "Mattisburg" in der Südstadt nahe des Krankenhauses St. Barbara soll am 6. Dezember fertig sein, wie die Vorstandsvorsitzende der Stiftung "Ein Platz für Kinder", Johanna Ruoff, sagte. Am Dienstag gab es zum Halbzeitfest einen Segensspruch für das Gebäude.

Acht Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren sollen in der pädagogisch-diagnostischen Einrichtung wohnen und betreut werden. Zwischen 12 und 24 Monaten sollen sie in der Mattisburg bleiben. 14 Mitarbeiter sollen ihnen zur Seite stehen. Ziel sei es, den Kindern vor einer Therapie Hilfe anzubieten und Vertrauen aufzubauen. Sie hätten schwere Gewalt, sexuellen Missbrauch oder massive Vernachlässigung erlebt.

Dritte Mattisburg Deutschlands

Jungen und Mädchen werden über das Jugendamt in die Einrichtung vermittelt. Es gehe darum, in Zusammenarbeit mit Therapeuten herauszufinden, warum die Kinder traumatisiert seien, erklärte Ruoff. Nach dem Aufenthalt in der Mattisburg werde gemeinsam mit dem Jugendamt entschieden, wo das Kind optimal untergebracht werden kann.

Baustart der Mattisburg in Halle war im Dezember 2018. Die Einrichtung wird mit Spenden finanziert, so auch mit Hilfe der D. und H. Urban-Stiftung. 870.000 Euro werden von der Stiftung investiert. Laut Stiftung gibt es bisher zwei Mattisburgen in Deutschland, in Hamburg und Hannover.

Kinderschutzhaus Die hallesche Mattisburg entsteht

Blick in den Rohbau eines neuen Wohnhauses.
Das Kinderschutzhaus wird auf dem Gelände des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara gebaut. Seit April entsteht der Rohbau. Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler
Blick in den Rohbau eines neuen Wohnhauses.
Das Kinderschutzhaus wird auf dem Gelände des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara gebaut. Seit April entsteht der Rohbau. Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler
Vier Personen mit Spaten auf einer Baustelle.
Am 6. Dezember voriges Jahr wurde der Auftakt des Bauvorhabens mit einem symbolischen Spatenstich gefeiert. Bildrechte: Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara, Jan-Stephan Schweda
Blick in den Rohbau eines neuen Wohnhauses.
In der unteren Etage werden Gemeinschaftsräume wie Küche, Entspannungsraum sowie Wohn- und Spielzimmer mit Zugang zur Terasse. Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler
Blick in den Rohbau eines neuen Wohnhauses.
Im oberen Stockwerk gehen vom Flur aus die acht Kinderzimmer mit je rund zehn Quadratmetern ab. Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler
Blick in den Rohbau eines neuen Wohnhauses.
Bauleiter Andreas Hawemann informiert zum aktuellen Stand des Baus. Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler
Kinder spielen in einem Garten an einem Klettergerüst.
Wenn die hallesche Mattisburg fertig ist, wird sie ähnlich aussehen, wie ihre Vorgänger in Hannover und Hamburg. Bildrechte: Stiftung "Ein Platz für Kinder"
Ein Bett in der Mattisburg
Weil es bei den traumatisierten Kindern zu unkontrollierten Wutausbrüchen kommen kann, hat ein Team von Experten besondere "unkaputtbare" Möbel für das Schutzhaus entwickelt. Bildrechte: Stiftung “Ein Platz für Kinder”
Kinder sitzen beim Spielen auf einer Sitzbank an einem großen Fenster.
Im oberen Stock soll es ein großes Fenster mit gemütlicher Sitzmöglichkeit geben. (Foto aus einem bereits bestehenden Kinderschutzhaus) Bildrechte: Stiftung "Ein Platz für Kinder"
Porträt Johanna Ruoff
Die Stiftung "Ein Platz für Kinder" wurde 2005 von Johanna Ruoff gegründet. In Halle entsteht nun die dritte Mattisburg in Deutschland. Wenn es nach ihr geht, gibt es irgendwann in jedem Bundesland eine ihrer Einrichtungen.

Quelle: MDR/cw
Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler
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Vier Personen mit Spaten auf einer Baustelle.
Am 6. Dezember voriges Jahr wurde der Auftakt des Bauvorhabens mit einem symbolischen Spatenstich gefeiert. Bildrechte: Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara, Jan-Stephan Schweda

Quelle: MDR/mh,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Juli 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2019, 17:30 Uhr

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