Petition für bessere Kinderbetreuung Hallesche Kita-Leiterin kämpft für mehr Erzieherinnen und Erzieher

Kita-Gipfel statt Auto-Gipfel – das ist das Motto einer Initiative aus Halle. Gestartet wurde die Petition von Kita-Leiterin Katharina Schröder. Sie hofft, dass die Betreuung von Kleinkindern deutschlandweit verbessert wird.

Gummistiefel für Kinder
Oft müssen sich zu wenige Erziehende um zu viele Kinder kümmern. Eine Initiative aus Halle will das ändern. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Eine Initiative aus Halle fordert eine bessere personelle Besetzung  an Kindertagesstätten in ganz Deutschland. Deswegen hat Kita-Leiterin Katharina Schröder eine bundesweite Petition gestartet. Ihr Ziel: 50.000 Unterschriften. Dann müsste sich der Petitionsausschuss des Bundestages mit dem Thema beschäftigen.

Gruppen mit 20 Kindern sind nicht unüblich

Anlass für das Engagement der 25-jährigen Kita-Chefin, die die Einrichtung der Volkssolidarität am Moritzburgring in Halle leitet, ist der Umstand, dass sich vor allem in Sachsen-Anhalt Kitamitarbeitende um immer mehr Kinder kümmern müssen. Gruppengrößen von etwa 20 Kindern sind dabei nicht unüblich, zwölf sind die Regel. Bei Krippenkindern bis drei Jahre kümmert sich eine Erzieherin oder ein Erzieher immer noch um durchschnittlich 5,5 Kinder.

"Die Kinder sind, wie mein Sohn, so um die drei", erzählt ein Vater im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT. "Und wenn dann mal ein Kind etwas intensiver betreut werden muss, sind 19 andere alleine. Das kann nicht sein. Da denke ich auch an die Erzieherinnen und Erzieher. Denn man muss diesen Berufsstand attraktiv machen. Und das ist bestimmt nicht attraktiv, unter solchen Umständen zu arbeiten.

Besserer Betreuungsschlüssel in anderen Bundesländern

Die Mutter zweier anderer Kinder kritisiert: "Es gab etwa Situationen, in denen mir gesagt wurde, dass das Töpfchen-Training noch nicht gemacht werden konnte, weil es derzeit sehr viele Kinder sind. Das zeigt ja, dass es an Leuten fehlt. Solche Dinge kommen durch hohen Krankenstand oder Urlaub zustande, wo dann keine Möglichkeit besteht, das kurzfristig zu kompensieren." Stutzig macht sie, genau wie Schröder, der Blick in andere Bundesländer. Denn gerade in einigen westdeutschen Bundesländern sind die Betreuungsquoten deutlich besser.

"Wie kann es sein, dass wir im reichen Deutschland leben und die Chancengleichheit für die Kleinsten in den verschiedenen Bundesländern so unterschiedlich ist", fragte sich Schröder. Insbesondere während der Corona-Zeit, als sie und ihre Mitarbeitenden zum ersten Mal lange liegen geblieben Aufgaben erfüllen konnten. Etwa, die Entwicklungsportfolios der Kinder weiterzuschreiben.

Gemeinsam mit Elternvertretern fordert Katharina Schröder deshalb einen besseren und deutschlandweiten einheitlichen Personalschlüssel. Bei Kindern bis zu einem Jahr sollte sich ihrer Meinung nach eine Person um zwei Kinder kümmern müssen. Bei Kindern bis drei Jahren sollten die Gruppen nicht größer als drei sein. Für Kinder zwischen drei und sechs Jahren schlägt Schröder Gruppengrößen von im Schnitt 7,5 pro Erzieherin oder Erzieher vor. Derartige Betreuungsverhältnisse sind in Deitschland aber derzeit die absolute Ausnahme. (siehe Grafiken)

Noch vier Wochen Zeit

Über ihr Engagement sagt Schröder: "Ich wollte nicht  nur im Mecker-Modus verweilen. Deshalb, habe ich überlegt, die Chancen unserer Demokratie aktiv zu nutzen und auf die Rahmenbedingungen in den Kitas aufmerksam zu machen. Das tollste Konzept bringt nichts, wenn keine leidenschaftlichen Pädagogen dahinter stehen, die auch die Zeit haben, es umzusetzen", so Schröder. Und weil das Problem länderübergreifend besteht, entschied sie sich für eine Bundespetition. "Auf Landesebene hätten wir nur 10.000 Unterschriften gebraucht", erklärt die Kita-Chefin.

Sie hofft, dass ihre Petition dazu beiträgt, dass in Politik und Gesellschaft mehr über Kinderbetreuung diskutiert wird. Auch deshalb hat sie den provokanten Titel "Kita-Gipfel statt Auto-Gipfel". Bis zum 8. September haben Schröder und ihren Mitstreitenden noch Zeit, die 50.000 Unterschriften zu erreichen. Gut 11.000 Menschen haben die Petition bereits unterschrieben.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 04. August 2020 | 19:00 Uhr

4 Kommentare

Jan vor 11 Wochen

Haller - irgendwie drücken Sie sich ein einer Form aus, die ich nicht verstehe... Können Sie das Umschreiben weglassen und genau sagen, was Sie mit Ihren Worten sagen wollen. Dann können wir uns gern darüber unterhalten.

Haller vor 11 Wochen

"die davon provitieren." ... na wir ganz bestimmt nicht.

Was dieser Nachwuchs bringen wird ... das wird man übermorgen in dieser BRD nicht denken dürfen.

Heimatloser vor 11 Wochen

@Jan,
die Pedition ist wichtig,stimmt!
Die Autoindustrie ist doch wohl aber das kleinste Gied der Kette,wo zich Milliarden verschleudert werden.Ich wüste da einige zu nennen.

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