Mitarbeiter von Kitas in Köthen nehmen an einem Warnstreik teil.
Im März hatten bereits die Beschäftigten der städtischen Kindertagesstätten in Köthen gestreikt. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Alexander Müller

Vor dritter Verhandlungsrunde Kita-Mitarbeiter in Halberstadt und Halle streiken

Eltern in Halberstadt und Halle müssen sich am Freitag auf eingeschränkten Betrieb in Horten und Kitas einstellen. Deren Erzieher sind zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Sie demonstrieren für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen.

Mitarbeiter von Kitas in Köthen nehmen an einem Warnstreik teil.
Im März hatten bereits die Beschäftigten der städtischen Kindertagesstätten in Köthen gestreikt. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Alexander Müller

Mitarbeiter von Horten und Kitas in Halberstadt und Halle wollen am Freitag streiken. Zu den ganztägigen Arbeitsniederlegungen hat die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufgerufen. Vor der dritten Verhandlungsrunde wollen sie so den Druck erhöhen. Sie fordern für die Beschäftigten beim Bund und den Kommunen eine Tariferhöhung von sechs Prozent bzw. mindestens 200 Euro monatlich.

Die Arbeitgeber hatten auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt. Deshalb wolle man vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde am kommenden Wochenende noch einmal ein deutliches Signal senden, so Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt.

Wir wollen, dass die Beschäftigten die Blockadehaltung der öffentlichen Arbeitgeber nicht länger akzeptieren. Sie erwarten jetzt ein verhandlungsfähiges Angebot.

Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt

Den Angaben zufolge nehmen die Beschäftigten des Kita-Eigenbetriebes Halle an einer zentralen Kundgebung in Leipzig teil. Die Halberstädter Erzieherinnen werden die Streikzeit für eine mehrstündige Fortbildung nutzen.

GEW: Arbeitsbedingungen werden immer schlechter

Nach Meinung der GEW haben sich die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in der Kinder- und Jugendhilfe aufgrund des deutlichen Personalmangels in den letzten zwei Jahren weiter verschlechtert. Arbeitsverdichtung und wachsende Anforderungen bei Bildungs- und Hilfeprogrammen führten zu hohen Krankenständen – nicht nur bei älteren Beschäftigten. Der Großteil der Erzieherinnen werde aufgrund wechselnder Personalbedarfe mit Teilzeitverträgen beschäftigt, die sie zugleich verpflichteten, Arbeit auf Abruf zu leisten. In dieser Situation seien Einkommensverbesserungen nicht nur gerechtfertigt, sondern notwendig, um die Attraktivität des Berufes zu erhalten, so die GEW.

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Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. April 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. April 2018, 05:25 Uhr

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12 Kommentare

13.04.2018 12:24 André Voß 12

Ich finde diese Neiddebatte nicht gut. Jeder Beschäftigte kann in seinem Betrieb Betriebsratswahlen unterstützen und sich gewerkschaftlich organisieren um bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Hier wird gemeckert weil Beschäftigte ihre Rechte wahrnehmen, weil man selbst die Schuld bei anderen sucht. Eure Arbeitsbedingungen werden nicht besser, wenn die Kitamitarbeiter auf die Verbesserung Ihrer Bedingungen verzichten. Tut selbst was, niemand wird heute gezwungen zu konstant schlechten Bedingungen zu arbeiten. Es gibt viele Branchen mit katastrophalen Entgelten. Es ist aber erwiesen, dass in Betrieben mit Betriebsrat und Tarifbindung mehr gezahlt wird. Das fällt aber nicht vom Himmel sondern man muss selbst seinen ... bewegen.

13.04.2018 12:15 forsa 11

@ Möwe: Sind das Ihre ersten Tarifverhandlungen die sie in Ihrem Leben mitmachen?

Ihnen ist schon bewusst, dass diese Forderung von der ver.di nicht 1:1 umgesetzt?

Mit irgendeiner Zahl muss man ja erstmal in die Verhandlungen. Da die Seite der Arbeitgeber natürlich am Liebsten gar nichts an Lohnerhöhung zahlen will, wird diese Forderung von 6% erstmal aus Ausgangsforderung der Gewerkschaft gestellt.
Am Ende trifft man sich, wie immer, in der Mitte bei 3 - 4%.

Und das es im öD auch viele Arbeitnehmer gibt, die gerade mal den Mindestlohn oder etwas drüber bekommen, sollte man eigentlich auch wissen, bzw. sich informieren.

Diese ewigen Neiddebatten nerven.

Ich, persönlich, würde es mal gerne sehen, dass statt für mehr Geld für mehr Personal gestreikt wird. Die Personaldecke bei vielen öffentlichen Einrichtungen ist sehr dünn und die Mitarbeiter dort entsprechend mehr als angespannt.

13.04.2018 11:38 Sr.Raul 10

In der Altenpflege kann in dieser TR nur gestreikt werden, wenn die Einrichtungen in Bundes-/Gemeinde-/Kommunalverantwortung stehen. Diese TR des ÖD betrifft rein den Bereich Bund/Gemeinden, @6 (Leser).