Unglück 15-Jährige stürzt von Balkon in Halle-Neustadt und stirbt

In Halle-Neustadt hat sich am Donnerstagmorgen ein Unglück ereignet: Ein 15-jähriges Mädchen stürzte in Halle vom Balkon eines Mehrfamilienhauses und starb. Es sollte in den Arrest wegen Schulschwänzerei.

Hauseingang eines Mehrfamilienhauses in Halle-Neustadt
In diesem Mehrfamilienhaus in Halle hat sich Unglück ereignet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Halle-Neustadt ist ein 15-jähriges Mädchen beim Sturz vom Balkon eines Mehrfamilienhauses ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, haben Beamte am Donnerstagmorgen die Wohnung des Mädchens aufgesucht, um Beschlüsse des Amtsgerichts Halle zu vollstrecken. Die 15-Jährige hatte offenbar mehrfach die Schule geschwänzt und sollte deshalb in den Jugendarrest.

Die Mutter des Mädchens öffnete zunächst den Beamten die Tür. Als das Mädchen die Polizisten bemerkte, flüchtete es nach Angaben der Polizei auf den Balkon, welcher direkt an ihr Zimmer angrenzt. Von da sei es aus der sechsten Etage in die Tiefe gestürzt. Ob sie abgerutscht oder vom Balkon gesprungen ist, konnte die Polizei bislang nicht klären.

Ein Hochhaus in Halle. 2 min
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MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE Do 08.11.2018 19:00Uhr 02:14 min

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Wiederbelebungsmaßnahmen erfolglos

Die Polizisten vor Ort versuchten noch, das Mädchen wiederzubeleben. Kurze Zeit später starb die Schülerin im Krankenhaus. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dieses wird vom Zentralen Kriminaldienst der Polizeidirektion Nord in Magdeburg geführt.

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) bedauert den Vorfall. "Mein Mitgefühl gilt natürlich den Angehörigen", sagte er MDR SACHSEN-ANHALT. Es sei nun Aufgabe der Akteure vor Ort, den Fall aufzuklären.

Jugendarrest als letzte Maßnahme

Wenn Schüler exzessiv schwänzen, können Städte ein Bußgeld verhängen. In Halle beträgt die Höhe des Bußgeldes 80 oder 150 Euro. Wird darauf nicht reagiert, bezahlt oder widersprochen, dann wird der Bescheid irgendwann rechtskräftig. Daraufhin folgt eine Anhörung beim Jugendrichter. Statt der Geldbuße haben die Jugendliche die Möglichkeit, Arbeitsstunden abzuleisten. Ignoriert ein Schüler alle Maßnahmen, kann bis zu einer Woche Jugendarrest angeordnet werden. Der Arrest gilt also als letzte Maßnahme.

Quelle: MDR/pat,mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. November 2018 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2018, 21:46 Uhr