Überbleibsel eines gesprengten Fahrkartenautomaten an einem Bahnsteig.
Die Detonation des Fahrkartenautomaten war so heftig, dass Teile auf den gegenüberliegenden Bahnsteig geschleudert wurden. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Tödliche Explosion Festnahmen nach Automatensprengung in Halle

Bei der Explosion eines Fahrkartenautomaten auf einem S-Bahnhof in Halle ist ein junger Mann ums Leben gekommen. Die Polizei hat zwei verdächtige Personen vorläufig festgenommen.

Überbleibsel eines gesprengten Fahrkartenautomaten an einem Bahnsteig.
Die Detonation des Fahrkartenautomaten war so heftig, dass Teile auf den gegenüberliegenden Bahnsteig geschleudert wurden. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Die Polizei hat nach einer tödlichen Explosion an einem Fahrkartenautomaten in Halle zwei verdächtige Personen vorläufig festgenommen. Dabei handelt es sich um einen 15-jährigen Hallenser und einen 20-Jährigen aus Köthen. Den Ermittlungen der Polizei zufolge, seien die Männer an der Sprengung am späten Samstagabend beteiligt gewesen.

Ein Nahverkehrszug passiert den S-Bahnhaltepunkt Südstadt
In der Nacht war der S-Bahnhof gesperrt. Seit dem Morgen rollt der Bahnverkehr wieder. Bildrechte: dpa

Die beiden Verdächtigen hätten ein Teilgeständnis abgelegt. Nach den ersten Erkenntnissen gehen die Beamten davon aus, dass auch der getötete 19-Jährige Hallenser zu den Tätern gehörte. Die Täter hatten laut Polizei ein Gasgemisch in den Automaten am S-Bahnhof eingeleitet und zur Explosion gebracht.

Die Detonation war so heftig, dass Teile auf den anderen Bahnsteig geschleudert wurden. Ein Lokführer hatte in der Nacht zu Sonntag den leblosen jungen Mann am S-Bahnhof Südstadt in der Nähe des zerstörten Gerätes entdeckt und den Notruf alarmiert. Rettungskräfte brachten den Schwerverletzten in ein Krankenhaus, wo er wenig später starb.

S-Bahnhof in der Nacht gesperrt

Unklar war zunächst, ob der Mann die Sprengung selbst verursacht hat oder ein unbeteiligtes Opfer war. Experten der Polizei suchten am S-Bahnhof bis in die Nacht nach Spuren. Auch ein Hubschrauber der Bundespolizei kreiste in der Luft. Der S-Bahnhof Halle-Südstadt blieb für rund fünf Stunden gesperrt. Die Ermittler fanden dabei auch die Geldkassette aus dem Automaten, die die Täter erbeutet hatten. Wie viel Geld darin enthalten war, konnte ein Polizeisprecher nicht sagen. Auch die Höhe des entstandenen Schadens war zunächst unklar.

In Halle wurden in diesem Monat bislang acht Automaten gesprengt. Die Polizei hat inzwischen eine Ermittlungsgruppe eingesetzt. Die Polizei prüft nun, ob die drei Männer auch für die sieben weiteren Automaten-Sprengungen verantwortlich sind.

Hinweise zu einer Streckensperrung laufen über einen Display an einem S-Bahnhof
Der S-Bahnhof Halle-Südstadt war ab 22 Uhr mehrere Stunden gesperrt. Bildrechte: MDR/Jan Möbius

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Oktober 2018 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2018, 15:37 Uhr

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13 Kommentare

23.10.2018 11:41 Enrico Pelocke 13

Wenn sich die Automatensprenger selbst bei ihren kriminellen Taten umbringen, werden Automatensprengungen wohl bald ein Ende haben. Diese Serie ist nun sicher zu Ende. Gut so. Mitleid habe ich für die Verbrecher keins. Sie haben auch kein Mitleid mit mir und verunglückten Reisenden.

22.10.2018 05:55 Ralf 12

Es ist schlimm, dass überhaupt Fahrkarten-, und Geldautomaten gesprengt werden. Ich selber war auch durch solch eine Sprengung eines Geldautomaten betroffen. Wir konnten in unserem Ort mindestens 4 Monate kein Bargeld oder Kontoauszüge und Überweisungen ausführen. Weil in unserer Sparkassen Außenstelle der Geldautomat gesprengt würde. Vor einem Jahr hatten wir noch eine Sparkasse mit Mitarbeitern, leider wurde durch die Abschaffung dieser Mitarbeiter nur ein Raum mit Automaten zur Verfügung gestellt. Dadurch haben viele ältere Menschen Probleme ohne Ansprechpartner Geld und Überweisungen auszuführen. Dank Stellenabbau!! Jetzt sind wir Abhängig von den Automaten! Und dann werden Sie auch noch gesprengt, Danke!!! Der Bürger zählt die Zeche.

21.10.2018 22:36 Feststellung 11

Glückwunsch MDR, wieder mal typisch - Kommentar sperren! So ist das halt bei Feinden der Demokratie und der damit verbundenen Meinungsfreiheit!!!

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