Corona-Maßnahmen So denken Hallenser über die Maskenpflicht in der Innenstadt

Seit Donnerstag gilt in Halle eine Maskenpflicht in der Innenstadt. Generell gelten strengere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. MDR SACHSEN-ANHALT hat mit den Menschen in der Innenstadt gesprochen.

Erstmalig gilt in einer Stadt in Sachsen-Anhalt eine flächendeckende Maskenpflicht im Freien. Seit Donnerstag schreibt die neue Allgemeinverfügung in Halle das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes innerhalb des Altstadtrings, auf der Leipziger Straße und am Bahnhofsvorplatz vor. Für die Nichteinhaltung droht ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro.

Grund dafür ist ein hoher Inzidenzwert. Wie Oberbürgermeister Bernd Wiegand in einer Pressekonferenz am Donnerstag bekannt gegeben hat, ist dieser seit dem Beschluss der Maßnahmen am Mittwoch erneut angestiegen – auf 44,07 Corona-Virus-Infektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Die Stadt wolle mit den neuen Maßnahmen den kritischen Wert von 50 und damit die Einstufung als Risikogebiet verhindern. MDR SACHSEN-ANHALT hat Menschen in den betroffenen Arealen gefragt, was sie von der Verordnung der Stadt halten.

Eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz in Halles Innenstadt.
"Ich habe von der Maskenpflicht erst von einer anderen Passantin erfahren. Ich kriege zwar schlecht Luft unter der Maske, halte es aber generell für richtig." Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE
Eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz in Halles Innenstadt.
"Ich habe von der Maskenpflicht erst von einer anderen Passantin erfahren. Ich kriege zwar schlecht Luft unter der Maske, halte es aber generell für richtig." Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE
Ein Mann in Halle auf dem Bahnhofsvorplatz.
"Ich finde die Maskenpflicht richtig. Wenn man bedenkt, wie aktuell die Zahlen sind und wie die Corona-Kurve nach oben schnellt, finde ich auch das Bußgeld gerechtfertigt. Ich meine, das beeinflusst ja das gesamte öffentliche Leben und im Endeffekt auch die Wirtschaft. Es gibt ja schon genug Apelle und scheinbar wollen die Leute das leider nicht lernen. Es gibt auch nach wie vor Leute, die sagen, man kann durch die Maske nicht atmen, was einfach nicht stimmt. Ich bin gerade auch fünf Stunden mit Maske Zug gefahren und ich lebe noch." Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE
Eine Frau auf einer Straße in Halle.
"Ich denke, das sind angemessene Maßnahmen. Ich finde es für mich ok und angesichts dessen, dass die Alternative ein Lockdown wäre, denke ich, ist es eine gute vorbeugende Maßnahme. Ich denke auch, dass es Maßnahmen geben muss, um eine gewisse Einhaltung zu erwirken. Ob das eine Geldstrafe sein muss, weiß ich nicht, aber ich glaube, dass es sonst schwierig wird, das durchzusetzen." Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE
Eine Mann mit Mund-Nasen-Schutz in Halle auf dem Bahnhofsvorplatz.
"Es geht nicht um das eigene Wohl, sondern um das der anderen Leute. Und wenn sich alle daran halten, dann kriegt man das gut in den Griff. Und das ist wirklich kein Akt, die Masken aufzuziehen. Das Bußgeld ist in dem Fall ähnlich wie beim Schwarzfahren, es ist auch eine simple Regel, die jeder einhalten kann und damit die Leute das auch wirklich lernen, muss es auch eine Strafgebühr geben." Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE
Eine Mann mit Mund-Nasen-Schutz in Halle vor einem Auto.
"Wenn es sein muss? Warum denn nicht? Wenn es allen nützt. Es müssen sich nur alle dran halten. Ich finde es auch richtig, dass das Ordnungsamt rumläuft und guckt, weil es gibt immer welche, die keine Maske tragen und das finde ich nicht richtig." Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE
Eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz in Halle vor einem Auto.
"Es ist nicht unbedingt schön. Man sieht nicht, wenn jemand spricht, auch die Brille läuft an. Ich finde es etwas übertrieben. Man macht nur noch das Nötigste in der Stadt." Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE
Ein Paar mit Mund-Nasen-Schutz in Halle vauf dem Marktplatz.
"Wir finden das gut, weil wir ja auch nicht infiziert werden möchten und es auch keinem zumuten wollen. Bis die Pandemie vorbei ist, ist es in Ordnung." Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE
Eine Frau in Halle vor einer Unterführung.
"Ich bin von der Maskenpflicht befreit, weil ich ein ärztliches Attest habe. Aber ich versuche als Alternative Abstand zu halten. Die Maskenpflicht finde ich aber gut." Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE
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Was ist die 7-Tages-Inzidenz? Der Wert der 7-Tages-Inzidenz gibt an, wie viele neue Corona-Infizierte je 100.000 Einwohner es in den jeweils vergangenen sieben Tagen gab. So lässt sich nachvollziehen, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt hat. Für die 7-Tages-Inzidenz gibt es zwei Schwellenwerte: Der erste liegt bei 35, der zweite bei 50. Was passiert, wenn eine Region die Werte erreicht, entscheiden das Robert Koch-Institut und Politikerinnen und Politiker. Während der Schwellenwert von 35 eher eine Art Warnwert ist, können ab dem Wert von 50 Politikerinnen und Politiker Maßnahmen ergreifen.

Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 22. Oktober 2020 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Hexe Lilli vor 6 Wochen

Ohne Worte.
Hier wird überhaupt nicht mehr nachgedacht,
Gehirn einschalten, verboten.
Früher war frische Luft das Wichtigste, Heute muss man sich vor ihr schützen. Könnte ja Viren übertragen.

Ernst678 vor 6 Wochen

Es ist wirklich sehr beruhigend wie der deutsche Untertan getreulich die klugen Maßnahmen der ständig volksnahen und den Willen des Volkes durchsetzenden Regierenden konstruktiv umsetzt, ohne zu maulen zu hinterfragen und darüber nachzudenken. Nur das mit dem Klopapier, das müßte den Leuten noch abgewöhnt werde, hortet doch lieber Bilder von Merkel, Spahn, Söder, Seehofer Drosten und Wieler für euren Hausaltar.

Ernst678 vor 6 Wochen

Halle macht sich freiwillig zum Risikogebiet um die Einstufung zum Risikogebiete zu verhindern. Das klingt so als wenn der Dieb " haltet den Dieb" ruft. Der Schwachsinn macht immer fettere Beute!

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