Spender gesucht Zu wenig Blutkonserven im Sommer

In den Sommermonaten gehen die Blutspenden in Sachsen-Anhalt zurück – wegen der Urlaubszeit und der hohen Temperaturen. So registriert die Uniklinik Halle seit Ende Juni einen Rückgang an Spenden. Deutschlandweit braucht man für eine ausreichende Versorgung mit Blutkonserven doppelt so viele Dauerspender als bisher.

In den Sommermonaten sind die Blutspenden deutlich zurückgegangen. Das berichtet der Blutspendedienst des Universitätsklinikums Halle und ruft zu Spenden auf. Es werde seit Ende Juni ein Rückgang an Spenden registriert.

Vor allem die Blutgruppe 0 sei sehr gefragt. "Spenderinnen und Spender mit dieser Blutgruppe werden dringend benötigt", so der medizinische Dienst. Wie in jedem Jahr hätten wahrscheinlich viele Spender Sorgen vor den hohen Temperaturen oder seien im Urlaub. Einen weiteren Rückgang der Spenden erwarte die Uniklinik Halle zum Sommerende, weil viele nach Fernreisen erstmal kein Blut abgeben dürften.

Zusätzliche Spenden-Termine

Von einer leichten Entspannung berichtet der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes NSTOB (Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg-Bremen). Ein Sprecher sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Mindestmenge von 12.000 Blutbeuteln Reserve sei zwischen Mai und Juni deutlich unterschritten. Jetzt habe die Spendenbereitschaft aber wieder angezogen – auch weil zusätzliche Termine zum Blutspenden angeboten würden.

Schon im März berichtete das Blutspendezentrum in Halle über einen Rückgang der Spenden. Wegen der Erkältungs- und Grippewelle in dieser Zeit konnten viele Spender kein Blut abgeben.

Blutbank-Chef Marcel Heim: Solidarität nimmt ab

Der Leiter der Blutbank an der Universität Magdeburg, Marcel Heim, geht davon aus, dass die Solidarität unter den Menschen abgenommen hat - und damit die Bereitschaft, Blut zu spenden. Heim sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das Problem gebe es aber europaweit. Da habe die Spendenbereitschaft in den vergangenen zehn Jahren um 15 Prozent abgenommen.

Die Universitätsklinik Magdeburg brauche aber jeden Tag etwa 80 Blutkonserven. Da Blut nur fünf Wochen haltbar sei, benötige man täglich frische Konserven. Man versuche daher, mit Aktionen gegenzusteuern. Es werde Werbung gemacht und gebe Events, zum Beispiel italienisches Essen oder Musik- und Theaterwochen.

Drei Prozent der Bevölkerung spendet Blut

Nach Angaben des DRK werden in Deutschland pro Tag durchschnittlich 15.000 Blutspenden benötigt. Etwa drei Prozent der Bevölkerung würden derzeit Blut spenden, so der Dienst. Für eine ausreichende Versorgung benötige man aber etwa die doppelte Anzahl an Dauerspendern.

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Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Juli 2018 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2018, 21:42 Uhr

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5 Kommentare

17.07.2018 12:31 Kritiker 5

@Leser, aha, und warum muss dann der Spender als wichtigste Person alles umsonst machen während sich andere Beteiligte eine goldene Nase daran verdienen??? Auf weitere Diskussion mit Ihnen verzichte ich, Sie scheinen mir befangen zu sein.

17.07.2018 09:03 Leser 4

@ kritiker..in welchem Bereich geht's nicht ums Geld?

17.07.2018 06:00 Kritiker 3

@Leser, mir scheint Sie haben meinen Kommentar nicht verstanden. Ich bin nicht gegen Blutspenden, nur gegen die seltsame Geschäftspraxis die damit einher geht.