Aktive Mittagspause Mitarbeiter der Uniklinik Halle kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen

Pflegekräfte und Therapeuten der Uniklinik in Halle haben am Mittwoch in ihrer Mittagspause für einen höheren Lohn demonstriert. Der Grund: Im Vergleich mit anderen Kliniken, zum Beispiel in Magdeburg und Leipzig, verdienen sie deutlich weniger.

Pfleger und weitere nichtärztliche Angestellte des Universitätsklinikums demonstrieren für höhere Löhne
Pfleger des Universitätsklinikums demonstrieren für höhere Löhne. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Etwa 200 Mitarbeiter der Uniklinik in Halle haben am Mittwoch mit einer sogenannten aktiven Mittagspause für eine bessere Vergütung ihrer Arbeit demonstriert. Die nichtärztlichen Angestellten wie Krankenpfleger, Laboranten und Therapeuten haben der Klinikleitung eine entsprechende Petition überreicht, die von 1.800 Beschäftigten unterschrieben wurde. Gefordert wird unter anderem die Angleichung der Löhne an West-Tarifverträge. Außerdem geht um die Lohnunterschiede zu anderen Unikliniken. Damit startet die Gewerkschaft Verdi in die Tarifverhandlungen.

Zu den Gründen für den Protest erzählt eine Krankenschwester MDR SACHSEN-ANHALT: "Zu wissen, dass außerhalb unserer Uniklinik mehr gezahlt wird und zu wissen, dass wir hier für weniger Geld dieselbe Arbeit verrichten, ist sehr traurig."

Haustarifvertrag schon immer niedriger

Wolfgang Pieper, Mitglied des Verdi-Bundesvorstands bei einer Demonstration von Pflegern am Universitätsklinikum in Halle
Wolfgang Pieper, Mitglied im Bundesvorstand von Verdi Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wolfgang Pieper, Mitglied im Bundesvorstand von Verdi, sagte MDR SACHSEN-ANHALT während der Protestaktion: "Wir brauchen in der Pflege attraktive Arbeitsbedingungen, damit dieses Feld auch in Zukunft genügend Beschäftigte hat." An der Uniklinik in Halle gebe es seit 2006 lediglich einen Haustarifvertrag, der schon immer niedriger als im Westen ist. "Sachsen-Anhalt gehört zu den Bundesländern im Osten, die aus dem Arbeitgeberverband die Kliniken herausgenommen haben. Von daher gab es immer ein niedrigeres Bezahlungsniveau. Das ist nicht mehr angemessen. Die Arbeitsleistung ist identisch mit dem Westen. Jetzt muss endlich die Lohnmauer fallen", so Pieper.

Verdi will acht Prozent mehr Lohn erreichen

Pfleger und weitere nichtärztliche Angestellte des Universitätsklinikums demonstrieren für höhere Löhne
Zum Auftakt der Tarifverhandlungen haben 1.800 Angestellte eine Pedition unterschrieben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ziel der Tarifverhandlungen sei acht Prozent mehr Lohn, kombiniert mit einer sozialen Komponente. Pieper erklärt: "Wir wollen die unteren Gruppen und die Berufsanfänger stärker anheben als die übrigen Beschäftigten. Insgesamt ist das Ziel, dann auf TV-L-Nivau zu kommen."

Außerdem habe die Uniklinik in Magdeburg das TV-L-Niveau erreicht. "In Leipzig haben wir auch abgeschlossen und für die Pflege auch TV-L vereinbart. Und jetzt muss Halle folgen", so Pieper weiter.

Was ist der TV-L?

In einem Tarifvertrag werden Löhne und Arbeitszeiten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber geregelt. Wenn ein Tarifvertrag abgeschlossen ist, hat das laut der Gewerkschaft Verdi eine "bindende Wirkung von gleicher Qualität wie ein Gesetz." Der TV-L ist seit 2006 der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder. Zwischen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder und Gewerkschaften wie Verdi und dem DBB Beamtenbund ist der Vertrag ausgehandelt worden.

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. Juli 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2019, 19:00 Uhr

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