Mordprozess beginnt Verlobte erstochen: Mann in Halle vor Gericht

In Halle muss sich seit Freitag ein 29-jähriger Afghane vor Gericht verantworten. Er soll seine 18-jährige Verlobte im Juli erstochen haben. Die Anklage lautet auf Mord aus niederen Beweggründen.

Eingangsportal des Landgerichts Halle
Am Landgericht Halle hat der Mordprozess gegen einen 29-Jährigen begonnen. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am Landgericht Halle hat am Freitag ein Mordprozess begonnen. Einem 29-jährigen Mann aus Afghanistan wird vorgeworfen, im Juli seine Verlobte mit 34 Stichen getötet zu haben. Die damals 18-jährige Afghanin wurde schwer verletzt in einer Wohnung in Halle gefunden. Sie starb kurze Zeit später an ihren Verletzungen in einem Krankenhaus.

Die Frau hatte laut Anklage dem 29-Jährigen vor der Tat gesagt, dass sie sich von ihm trennen wolle. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um einen Mord aus niederen Beweggründen handelt. Niedere Beweggründe bedeuten, dass der Mord aus übertriebenem Neid, Rache, Wut oder auch Eifersucht begangen wird. Im Fall einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Angeklagter hat Polizisten Tat gestanden

Die Polizei hatte den Afghanen nach dem gewaltsamen Tod der Frau am Hauptbahnhof in Frankfurt am Main aufgegriffen. Er hatte die Tat zunächst bestritten. Später soll er sie Polizisten gestanden haben, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Als Motiv nannte er, dass er "verärgert" gewesen sei.

Für das Gerichtsverfahren sind bis zum 12. Dezember fünf Verhandlungstage angesetzt.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. November 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2019, 09:49 Uhr

4 Kommentare

Mikro vor 3 Wochen

Das veröffentliche Video ist sehr informativ.Das wichtigste wird gesagt.Absolute kompetent und sachlich.Erstaunlich wenig Kommentare zu dieser unfassbaren Tat.Gab es Äußerungen der Betroffenheit von Politikern?Sind Mahnwachen oder Konzerte geplant?Gerade im nachhinein wäre es doch eine gute Geste gegenüber dem Opfer dieser abscheulichen Tat.Hoffe dem feigen Mörder trifft die ganze Härte des Gesetzes.

Yassi vor 3 Wochen

(2/2)

- Des Weiteren sind die Äußerungen am Ende des Videos meiner Meinung nach pauschalisierend gegenüber Menschen mit orientalischer Herkunft (so wie mir: halb deutsch, halb iranisch) und insgesamt sehr unglücklich gewählt. In dem Beitrag heißt es z.B.: „Das ist eigentlich für einen Mitteleuropäer kaum nachvollziehbar. Es geht hier offenbar um gekränkte orientalische Ehre (…).“ Auf mich macht das den Eindruck, dass „gute europäische Werte“ den schlechten orientalischen Werten entgegen gesetzt werden. Das erscheint mir als recht arrogante Aussage.

- Außerdem bin ich der Meinung, dass kein Journalist das Gewicht eines Beweismittels eigenständig bewerten sollte. Das ist schließlich die Aufgabe des Gerichts. („Die Beweislast hier ist einfach erdrückend.“)

Ich möchte den Angeklagten in keinster Weise verteidigen! Ich hoffe nur, dass sich meine Kritik zu Herzen genommen wird.

MfG

Yassi vor 3 Wochen

(1/2) Sehr geehrtes MDR-Team,

ich möchte grundsätzlich erstmal klarstellen, dass ich die Arbeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sehr schätze. Allerdings bin ich heute auf das zugehörige Video (https://www.mdr.de/video/mdr-videos/a/video-355928.html) zu dieser Meldung gestoßen und habe einige Kritikpunkte:

- Immer wieder wird in dem Beitrag die Unschuldsvermutung, die bis zur Verurteilung gilt, missachtet, indem oft der eigentlich notwendige Konjunktiv nicht genutzt wird. (Beispiel: „Das Opfer habe ihn nicht heiraten wollen. Da greift (der Angeklagte) zum Messer.“) Auch, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass das den wahren Begebenheiten entspricht, ist es meiner Meinung nach nicht sauber formuliert. Außerdem wird durch den ersten Satz impliziert, dass ein Zusammenhang besteht, der von dem Gericht noch nicht abschließend geklärt wurde.

Mehr aus dem Raum Halle und Leipzig

Mehr aus Sachsen-Anhalt