Eine Mücke hat gestochen und sich voll mit Blut gesogen.
Es gibt mehr als 50 Stechmückenarten, zwei Drittel davon stechen den Menschen. Bildrechte: IMAGO

Surrende Plage Mücken attackieren Hallenser

Die Hallenser klagen momentan über eine regelrechte Mückenplage. Die letzten Wochen waren viel zu warm, dazu kam dann der Regen. Ideale Bedingungen für die Blutsauger, die sich extrem stark vermehren.

Eine Mücke hat gestochen und sich voll mit Blut gesogen.
Es gibt mehr als 50 Stechmückenarten, zwei Drittel davon stechen den Menschen. Bildrechte: IMAGO

Egal, mit wem man momentan in Halle spricht – jeder hat seine eigene Mücken-Geschichte zu erzählen. "Es juckt kräftig, und ich kriege dicke Quaddeln an den Füßen. Eine Stelle war richtig entzündet letzte Woche", erzählt ein Mann. Eine Frau war nur kurz mit der Enkelin auf dem Spielplatz – "und schon fressen sie dich", sagt sie. Denn egal, ob im Biergarten, an der Straßenbahnhaltestelle oder am See, die Mücken sind bei dem warmen Wetter überall. "Dieses Jahr besonders viele, richtige Schwärme", klagt eine Hallenserin.

Die kleinen Blutsauger finden in der Saalestadt momentan ideale Bedingungen, wie Biologe und Insektenforscher Andreas Stark MDR SACHSEN-ANHALT erklärt: "Zum einem war es seit Mai sehr warm, auch in den Nächten. Dazu hat es dann geregnet, und so vermehren sich die Mücken rasend schnell."

Besonders beliebt bei den Insekten sind Regentonnen, die keinen Deckel haben. "Gucken Sie da mal bitte rein, da schweben hunderte von Mückenlarven", erzählt Stark, der in Halle wohnt. "Und die brauchen bei diesem Wetter nur etwa acht bis zehn Tage, um sich zum Vollinsekt zu entwickeln – und dann haben Sie die Mückenplage am Haus." Ein Deckel würde Abhilfe schaffen, doch den nutzen viele nicht.

Mückenlarven
Aus diesen Larven entstehen Mücken. Bildrechte: IMAGO

Wen stechen Mücken besonders gern? Das liegt an den Genen. Jeder Mensch hat einen anderen Duft – und das hat nichts mit Körperhygiene zu tun, duschen würde auch nichts nutzen. Die kleinen Blutsauger riechen und wittern den körpereigenen Geruch. Der ist bei manchen "lecker" und bei anderen nicht. Um Blut geht es dabei nicht. Zudem ist es ganz egal, was man gegessen hat. Die Mücken stechen besonders gern, wenn das Opfer schwitzt und wenn der Geruch verlockend ist.

Jede kleine Wasseransammlung hilft der Mücke

Doch es muss nicht unbedingt eine Regentonne sein, schon kleine Wasserflächen genügen. Beispiele sind Übertöpfe von Blumen oder Vasen auf Friedhöfen, aber auch mit Wasser gefülltes Kinderspielzeug im Hof ist den Mücken recht. Überall dort, wo sich Wasser nur in kleinsten Mengen sammelt, legen sie ihre Eier ab. Insektenforscher Stark vermutet, dass sich durch die starken Niederschläge in diesem Jahr mehr und größere Wasseransammlungen gebildet haben, die nicht so schnell austrocknen – ob nun in alten Reifen oder verstopften Regenrinnen.

Ich ertrag es einfach.

Ein junger Mann aus Halle

Wenn es dann zu spät ist und die Mückenstiche jucken, haben die Hallenser die unterschiedlichsten Tricks. "Heißes Wasser drüberlaufen lassen über den Stich", rät eine Frau. Eine andere: "Ich nehme Zitrone, gehe drüber weg und dann hat es sich." Ein junger Mann sagt: "Ich ertrag es einfach." Und die Lösung, die diese Hallenserin ganz empört vorbringt: "Spucke, weil das hilft!" Mückensprays sind laut Experten aber der beste Schutz, der Nutzen der Hausmittel ist nicht belegt. Zu guter Letzt wäre da dann noch Rauch, denn der vernebelt den Mücken sprichwörtlich die Sinne, und sie können nicht mehr zustechen.

Mehr zum Thema

Quelle: MDR/lk,as

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. Juni 2018 | 06:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2018, 16:34 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.