Not macht erfinderisch Lieferengpass? Sachsen-Anhalter nähen Mundschutz einfach selbst

Gut zwei Wochen nach dem ersten Corona-Fall in Sachsen-Anhalt werden an manchen Pflege- und Gesundheitseinrichtungen die Mundschutze knapp. Deshalb helfen einige Sachsen-Anhalter und nähen die Masken einfach selbst.

Mädchen mit Mundschutz
In Zeiten von Corona so rar wie Klopapier: Mundschutze Bildrechte: colourbox.com

Viele Ärzte klagen in Zeiten der Corona-Pandemie über fehlende Mundschutze. Aller Orten gibt es Lieferengpässe oder Hamsterkäufe. In Apotheken ist der Mundschutz oft ausverkauft. Doch gerade kleine Arztpraxen brauchen ihn zum Arbeiten.

Zwar gibt es Spenden von Unternehmen wie beispielsweise in Stendal, doch die sind die Ausnahme. Es gibt aber auch Privat-Personen, die sich dem Problem der Ärzte annehmen.

Ärzte mit wenig Reserven

Grit Weigmann etwa betreibt in Halle einen Stoffladen. Sie näht nun statt Kleider und Kissen Mundschutze für Ärzte in der Saalestadt. "Ich war am Anfang skeptisch, ob das geht – von medizinischer Seite und ob das steril genug ist. Doch dann kam die Anfrage eines benachbarten Ärztehauses."

Für die Mundschutze benutzt Weigmann gründlich gewaschene und desinfizierte OP-Tücher. Die Ärzte hatten nur noch Reserven für wenige Tage.

Auch in Naumburg hat eine Krankenschwester aus dem Klinikum dazu aufgerufen, Mundschutze zu nähen. Doch hier hat das Krankenhaus vehement abgewunken. Selbst genähtes Material helfe im Klinik-Alltag nicht weiter.

Mundschutze aus Bettwäsche

Weniger eng sieht man das bei Familie Richter in Giersleben. Die Familie leitet ein Altenheim – und zufälliger Weiser auch eine kleine Schneiderei, in der normalerweise Hochzeitskleider genäht werden.

Nicht die Bewohner des Pflegeheims sind im Moment die größte Gefahr, sondern die Mitarbeiter, die sich auch draußen bewegen.

Jana Richter, Heimleiterin

Weil im Altenheim die Mundschutze knapp wurden und sich die Familie nicht anders zu helfen wusste, werden jetzt Mundschutze aus alter Bettwäsche hergestellt. Das ist zwar kein Vergleich zu industriell Hergestellten Masken, sei aber besser als nichts, sagt Heimleiterin Jana Richter.

Als Frau Richter über Facebook nach Gummiband aus Omas Schublade fragte, reagierten sofort Rettungsdienste, Seniorenheimbetreiber, Taxi-Unternehmen, die ebenfalls Bedarf anmeldeten.

Quelle: MDR/mx

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 24. März 2020 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

Klarheit vor 9 Wochen

@Konstanze , stimme ihnen voll zu !
was auffällt ist das es zu keinen Top-aktuellen Titelthema mehr Kommentarmöglichkeiten gibt - ein Austausch von Meinungen oder gar Kritik scheint derzeit unerwünscht ................

bin mal gespannt was in den nächsten Wochen noch auf die geknebelten Bürger zukommt ..... Bargeldverbot , Abschlag auf Ersparnisse zur Finanzierung des ganzen , von den ganzen Einschränkungen der Bürgerrechte wird mir Sicherheit was hängen bleiben ............

konstanze vor 9 Wochen

Kekule spricht sich dafür aus, dass OP-masken Standard für alle werden müssen, gut so !
Leider wurde mein 1. Beitrag dazu heute hier nicht veröffentlicht und der von gestern auch nicht, doch die Wahrheit lässt sich nicht auf Dauer verleugnen, mdr-Redaktion.
"Die Wahrheit ist eine unzerstörbare Pflanze. Man kann sie ruhig unter einen Felsen vergraben, sie stößt trotzdem durch, wenn es an der Zeit ist." (Thiess, Frank)

konstanze vor 9 Wochen

Habe mal ein wenig recherchiert und festgestellt, dass sich da etwas tut.
Menschen rufen im Internet dazu auf, Schutzmasken zu tragen. Sie zeigen, wie man diese selbst herstellt. Danke, danke, danke u.a. Andrea Berg, Lena Meyer-Landrut...

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