Rathaus in Halle, im Vordergrund ist eine Flagge mit dem Stadtwappen.
Oberbürgermeisterwahl: Wer regiert künftig im halleschen Rathaus? Bildrechte: dpa

Wahlsonntag OB-Wahl: Hallenser wählen ihr Stadtoberhaupt

In Halle läuft die Wahl des neuen Oberbürgermeisters. Acht Bewerber treten an. Nach dem Anschlag auf eine Synagoge wurden wegen der Trauer um die Todesopfer die letzten Wahlkampfveranstaltungen abgesagt.

Rathaus in Halle, im Vordergrund ist eine Flagge mit dem Stadtwappen.
Oberbürgermeisterwahl: Wer regiert künftig im halleschen Rathaus? Bildrechte: dpa

Halle wählt am Sonntag einen neuen Oberbürgermeister. 191.000 Wählerinnen und Wähler sollen ihre Stimme für einen der Kandidaten abgeben. Die Wahllokale in Halle sind am Sonntag von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Auf dem Wahlzettel stehen eine Frau und sieben Männer. Von diesen Bewerbern werden drei von Parteien unterstützt. Fünf von ihnen treten als Einzelkandidaten an – unter ihnen der parteilose Amtsinhaber Bernd Wiegand.

Die acht Kandidaten mussten sich im Wahlkampf den Themen stellen, die in der Stadt gestemmt werden müssen. Fragen zu den hohen Schulden, Fridays for Future und dem Klimaschutz, dem Verhältnis zwischen Stadtrat und künftigem Stadtoberhaupt oder der Kultur in der Stadt standen auf der Tagesordnung.

Wahlkampfhöhepunkte abgesagt

Die Wahl des neuen Stadtoberhauptes wird von den schrecklichen Ereignissen in der vergangenen Woche überschattet. Nach dem rechtsextremistischen Anschlag eines 27-Jährigen auf eine Synagoge am Mittwoch wurden die letzten geplanten Wahlkampfveranstaltungen abgesagt.

Die waren für Donnerstag und Freitag auf dem Marktplatz geplant. Andreas Silbersack, gemeinsamer Kandidat von CDU und FDP, wollte sich mit Unterstützung von FDP-Chef Christian Lindner und CDU-Landes-Chef Holger Stahlknecht nochmal den Wählern präsentieren. Eine Tag später wollte es ihm Hendrik Lange, der gemeinsame Kandidat von Linken, SPD und Grünen, gleichtun – mit Wahlkampfhilfe des Juso-Bundesvorsitzenden Kevin Kühnert.

Oberbürgermeisterkandidaten für Halle

Sieben Männer und eine Frau wollen Oberbürgermeister von Halle werden. Die Kandidaten im Überblick.

Bernd Wiegand
Bernd Wiegand (parteilos) möchte gerne Oberbürgermeister bleiben. Bildrechte: imago/VIADATA
Bernd Wiegand
Bernd Wiegand (parteilos) möchte gerne Oberbürgermeister bleiben. Bildrechte: imago/VIADATA
Hendrik Lange, Die Linke
Hendrik Lange ist der Gemeinschaftskandidat von Linken, Grünen und SPD. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Andreas Silbersack, Präsident des Landessportbundes Sachsen-Anhalt (LSB
Andreas Silbersack tritt für FDP und CDU an. Bildrechte: dpa
OB-Kandidatin Dörte Jacobi
Dörte Jacobi geht als unabhängige Kandidatin an den Start. Unterstützt wird sie von der Partei. Bildrechte: MDR/ Thomas Krebs/Die PARTEI Halle
Falko Kadzimirsz
Falko Kadzimirsz ist OB-Kandidat der Freien Wähler. Bildrechte: Alena Stalmashonak/Alena-S-Art Photography
Daniel Schrader
Auch der parteilose Daniel Schrader will den Chefposten im halleschen Rathaus besetzen. Bildrechte: Daniel Schrader
OB-Kandidat Martin Bochmann
Martin Bochmann geht als unabhängiger Kandidat an den Start, wird aber ebenfalls von der Partei unterstützt. Bildrechte: MDR/ Thomas Krebs/Die PARTEI Halle
Rolf Lennart Thiemann
Lennart Thiemann tritt als unabhäniger Kandidat an. Bildrechte: Rolf Lennart Thiemann
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Keine Auswirkungen auf Wahl

Auswirkungen durch den abgesagten Wahlkampf auf die Entscheidung der Wählerinnen und Wähler sehen Kommunalpolitiker aber nicht. Der Chef der SPD-Fraktion im Stadtrat, Eric Eigendorf, sagte MDR SACHSEN-ANHALT:

Ich glaube, es war die richtige Entscheidung der Kandidaten, zu sagen, man stellt den Wahlkampf jetzt ein, weil gerade ganz andere Dinge wichtig sind.

Eric Eigendorf, Fraktionschef der SPD im Stadtrat,

Auch der Fraktionschef der Linken im Stadtrat, Bodo Meerheim, sieht das so. Es sei in der Situation die einzige mögliche Lösung gewesen, alle Veranstaltungen abzusagen. Dass das den Ausgang der Wahl beeinflusse, glaube er aber nicht.

Ein Wahlergebnis wird im Laufe des Sonntagabends erwartet. Sollte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen, gehen die beiden Bewerber mit den meisten Stimmen am Sonntag in zwei Wochen, am 27. Oktober, in eine Stichwahl.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11. Oktober 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2019, 11:39 Uhr

11 Kommentare

eswareinmal vor 8 Wochen

Da nun die Forderung besteht Synagogen und Moscheen durch Polizeikräfte zu sichern,fordere ich im Gegenzug unsere ca.44000 Kirchen ebenso zu schützen. Es besteht ja die Gefahr islamistischer Anschläge. Bin ich jetzt rechtsradikal ,wegen dieser Äusserung?....oder wäre das nur fair bzw. logisch? ....jetzt bin ich Mal auf eure Antworten gespannt....

Jana vor 8 Wochen

Dass man nach solch einem rechtsextremistischen Terrorakt den Wahlkampf ruhen lässt sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Hätte der von rechten Ideologien und Verschwörungstheorien inspirierte Täter Erfolg gehabt, dann wäre die jüdische Gemeinde Halles wohl erneut ausgelöscht worden.

Selbstverständlich weisen diejenigen, die solche Ideologien verbreiten und der Ungleichheit der Menschen das Wort reden jetzt jede Verantwortung von sich.

Die Kommentare des Users "Keine Bereicherung mehr" sprechen genau diese Sprache. Er ist lediglich einer von vielen der Hass streut, Neid auf Sozialleistungen unterhalb des H4 Levels schürt und Sündenböcke präsentiert.
Tausende wie er hetzen in unserem Land und in Halle hat einer von denen dann eben geschossen.

Nein man sollte wirklich nicht alles sagen dürfen in unserem Land. Man kuckt sich mit seinen Kindern ja schließlich auch keine Pornofilme an. Warum erlauben wir dann solche verbalen Hasspornos allerorts?

Keine Bereicherung mehr.. vor 8 Wochen

Die Briefwahl gehört abgeschafft, weil es das beste Einfallstor ist um Wahlfälschung zu machen.
Weg damit.
Diesem Staat traue ich alles zu, schlimmer als zu Ostzeiten oder werden die Briefe von einem unabhängigen Wahlbeobachter bewacht?

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