Collage: Kandidaten Hendrik Lange und Bernd Wiegand vor hallescher Skyline.
Hendrik Lange (links) und Amtsinhaber Bernd Wiegand bestreiten die Stichwahl in zwei Wochen. Bildrechte: MDR/imago/VIADATA, Exakt,dpa

Wahlsonntag in Halle Oberbürgermeisterwahl: Wiegand und Lange bestreiten Stichwahl

Die Oberbürgermeisterwahl in Halle geht in die zweite Runde. Nach Auszählung der Stimmen ist klar, es gibt eine Stichwahl. Dort treten Amtsinhaber Bernd Wiegand und Hendrik Lange gegeneinander an.

Collage: Kandidaten Hendrik Lange und Bernd Wiegand vor hallescher Skyline.
Hendrik Lange (links) und Amtsinhaber Bernd Wiegand bestreiten die Stichwahl in zwei Wochen. Bildrechte: MDR/imago/VIADATA, Exakt,dpa

Nach der Oberbürgermeisterwahl in Halle steht fest, es gibt eine Stichwahl. Am Sonntag konnte keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erreichen. Die Stichwahl findet am 27. Oktober statt. Dort treten Amtsinhaber Bernd Wiegand (parteilos) und Hendrik Lange (Die Linke), der auch von Grünen und SPD unterstützt wird, gegeneinander an. Wiegand kam auf 44,3 Prozent der Stimmen, Lange auf 25,1 Prozent.

Knapp dahinter landete der von CDU und FDP unterstützte Andreas Silbersack mit 22,9 Prozent. Das endgültige Wahlergebnis wird durch den Gemeindewahlausschuss am kommenden Mittwoch festgestellt. Gut 191.000 Hallenserinnen und Hallenser waren am Sonntag aufgerufen, einen neuen Oberbürgermeister zu bestimmen. Acht Kandidaten, darunter eine Frau, hatten sich zur Wahl gestellt.

Vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung

Wahlleiter Egbert Geier lobte am Abend den Ablauf der Wahl und die Auszählung. Auch mit der Wahlbeteiligung war er zufrieden: "Das ist nach einer schwierigen Woche in Halle nicht selbstverständlich." Am Ende gaben etwa 42 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Das waren etwa sechs Prozent mehr als bei der vorherigen Oberbürgermeisterwahl 2012.

Wiegand dominiert im Westen

Schaut man auf die Verteilung der Stimmen, fällt auf, dass die Anhänger von Amtsinhaber Bernd Wiegand vor allem in den westlichen Stadtteilen zu finden sind. In Neustadt, Nietleben oder der Silberhöhe stimmten teilweise mehr als 60 Prozent der Menschen für den aktuellen Oberbürgermeister. In einem Wahlbezirk der Südlichen Neustadt kam Wiegand sogar auf 68,3 Prozent der Stimmen. Dagegen bekam er in vielen Innenstadtbezirken nur vergleichsweise wenige Stimmen – etwa 30 bis 35 Prozent.

In einer ersten Reaktion sagte der Oberbürgermeister: "Es ist ein deutliches Zeichen der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Da bin ich sehr stolz drauf. Dass ich weit vorne liege, ist auch eine klare Bestätigung. Nun wollen wir alle zur Stichwahl in zwei Wochen mobilisieren."

Lange punktet im Zentrum

Dagegen konnte sein Kontrahent Hendrik Lange vor allem in den zentrumsnahen Gebieten punkten. In einigen Wahlbezirken in der Innenstadt und im Paulusviertel stimmten gut 50 Prozent der Wähler für ihn. Wenig Zustimmung erhielt Lange dagegen in den Wahlbezirken am Stadtrand – im vom Wiegand dominierten Westen genauso wie in Büschdorf oder Reideburg. Zum Teil erreichte er dort Ergebnisse von deutlich unter 15 Prozent der Wählerstimmen.

Nach dem Einzug in die Stichwahl zeigte sich Lange erleichtert: "Dass wir den Oberbürgermeister in die Stichwahl gezwungen haben, obwohl er einen sehr großen Amtsbonus hat, ist ein sehr gutes Signal dafür, dass es viele Leute in Halle gibt, die sich einen anderen Oberbürgermeister wünschen." Zugleich versprach Lange, bei den kommenden Wahlkampfauftritten Sensilibität wahren zu wollen.

Terroranschlag überschattet Wahl

Am Wahltag fand in Halle zudem der Mitteldeutsche Marathon statt. Hunderte Läufer bevölkerten bei strahlendem Sonnenschein den Marktplatz, wo sich das Ziel der Laufveranstaltung befand.

Zudem gab es am späten Nachmittag eine Solidaritätsdemonstration für die Opfer des Terroranschlags von Mittwoch. Dabei hatte ein ein 27-Jähriger versucht, die Synagoge anzugreifen und anschließend zwei Menschen getötet. Nach Angaben der "Mitteldeutschen Zeitung" nahmen etwa 2.000 Menschen an der Demonstration in der Ludwig-Wucherer-Straße teil.

Der Anschlag hatte auch Auswirkungen auf die Oberbürgermeisterwahl. Nach der Tat verzichteten mehrere Politiker auf ihre finalen Wahlkampfveranstaltungen.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 13. Oktober 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2019, 08:50 Uhr

4 Kommentare

Rotti vor 4 Wochen

Schade Halle. Das wäre eine echte Chance gewesen. Was wird kommen? Wiegand, der sich mit dem Stadtrat ver- und zerstritten hat. Die Gräben werden tiefer.
Oder der Linke, der ohne Netzwerk wahrscheinlich die sieben Jahre dem Kampf gegen Rechts widmen wird?
Die Stimmung ist mit dem Attentat auf Halle und seine Bürger entstanden. Deswegen stehen die beiden in der Stichwahl. Ich meine, dass sich Wiegand mit seinem Amokstab noch mal profilieren konnte und der Kommunist auch die alte Garde gegen Rechts mobilisieren konnte.
Aber das alles wird Arbeitsplätze nach Halle bringen. Die Stadt wird dadurch bestimmt attraktiver. Viel Erfolg und Spaß dabei.

Realist62 vor 4 Wochen

Die Wahl des Oberbürgermeisters von Halle an der Saale ist bereits entschieden, obwohl noch die Stichwahl ausseht. Wiegand darf sich auf eine weitere Amtszeit freuen. Er wird noch einige Stimmen aus dem Silbersack- und Kadzimirsz- Lager bekommen. Die werden reichen gegenüber Lange, der nur sehr wenig Stimmen hinzugewinnt.

Silver Ager vor 4 Wochen

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