Willkommen in der Hasi steht an einer Wand geschrieben.
Das linke Hausprojekt "Hasi" in Halle wird seit Freitag vor Gericht diskutiert. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Linkes Kulturzentrum in Halle Zukunft der "Hasi" wird vor Gericht geklärt

Vor rund zwei Jahren besetzten linke Aktivisten in Halle ein jahrelang leerstehendes Gebäude. Dort richteten sie einen alternativen Kulturtreff ein. Die Hallesche Wohnungsgesellschaft HWG als Eigentümerin duldete die Aktivisten, vertraglich bis Januar 2018. Seitdem wird die Räumung des Gebäudes diskutiert, denn die Betreiber des Kulturtreffs wollen freiwillig keinen Platz machen. Die HWG hat deswegen Klage eingereicht.

Willkommen in der Hasi steht an einer Wand geschrieben.
Das linke Hausprojekt "Hasi" in Halle wird seit Freitag vor Gericht diskutiert. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Halle gibt es wegen der Räumungsklage gegen das links-alternative Hausprojekt "Hasi" vorerst keine Entscheidung. In der mündlichen Verhandlung am Landgericht am Freitag wurde lediglich ein neuer Gerichtstermin festgelegt.

Der Anwalt des Hasi-Betreibervereins "Capuze" hat die Verhandlung mit einem Befangenheitsantrag gegen die Richterin begonnen. Allein das hat eine Entscheidung über die Räumungsklage in weite Ferne gerückt, denn darüber muss eine andere Kammer entscheiden.

Nach seinen eigenen Worten habe er die Vertretung des Vereins erst vor wenigen Tagen übernommen und keine ausreichende Zeit zur Vorbereitung gehabt, so der Anwalt. Er müsse eine schriftliche Erklärung nachreichen. Das kann zur Folge haben, dass auch der Anwalt von Hauseigentümer HWG nochmal schriftlich reagieren muss. Ein neuer Verhandlungstermin wurde für den 19. Oktober festgelegt.

Verein seit 2016 im Haus

Ursprünglich war das Gebäude in der Hafenstraße 7 im Jahr 2016 von Aktivisten des Vereins "Capuze" besetzt worden. Zuvor stand das Haus zwölf Jahre lang leer. Die Aktivisten richteten in dem Gebäude ein Kulturzentrum ein, einen alternativen Treffpunkt unter anderem mit Lesecafés, Improtheater und gemeinsamer Gartenarbeit.

Beschwerden der Anwohner

Das Hausprojekt fand Zustimmung und lockte Gäste. Das wiederum führte schon bald zu Beschwerden von Anwohnern in der sonst eher ruhigen und topsanierte Hafenstraße der Saalestadt. Zwar sei es toll, was die jungen Leute dort auf die Beine stellten, ein solches Wohngebiet, wie es die Hafenstraße ist, sei für einen solchen Veranstaltungsort aber nicht geeignet, erklärten Anwohner MDR SACHSEN-ANHALT schon im vergangenen Jahr ihre Bedenken. Zudem gab es Befürchtungen, dass sich in der "Hasi" auch Linksextreme treffen würden.

Auf Betreiben der Stadtverwaltung wurde zwischen Verein und HWG schließlich nachträglich eine Nutzungsvereinbarung abgeschlossen. Damit duldete die HWG die "Hasi"-Aktivisten, solange sie das Haus ausschließlich für kulturelle und soziale Zwecke nutze. Dieser Nutzungsvertrag war allerdings befristet bis Januar 2018.

Freiwillig will keiner gehen

Weil es aber auch nach Ablauf der Frist weiter Beschwerden gab und keine Alternativen für das Kulturzentrum gefunden wurden, verlangte die HWG vom Capuze-Verein, das Haus zu räumen. Die Aufforderungen hierzu ließen die Aktivisten verstreichen. Die Reaktion des Vereins: Freiwillig werde man das Haus nie verlassen. Nun soll vor Gericht eine Lösung gefunden werden.

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Ein unsaniertes Haus von außen.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 17. August 2018 | 05:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2018, 14:06 Uhr

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22 Kommentare

19.08.2018 11:26 Normalo 22

Verstehe nicht wieso ein Wohnhaus 12 Jahre leer steht. Man hört immerfort von Wohnungsmangel. Dazu gehört das Gebäude im Grunde der Stadt. Und steht in einer recht guten Gegend.
Und: Welche konkreten Beschwerden der Anwohner gibt es denn? Gab es Polizeieinsätze auf Grund von Straftaten?
In Berlin hat die, illegale, Besetzung von leer stehenden Wohnhäusern bewirkt, dass Spekulanten auf die Finger gesehen wurde. Ist doch nicht schlecht.

19.08.2018 08:15 Grosser, Klaus 21

Aufgewacht, auch wenn sie es bedauern sie leben nicht mehr in der DDR. Wir leben jetzt in der BRD, ist ein Nachteil, wenn die Wende und die BRD bloß wegen des Westgeldes befürwortet wurde und wird.
Im Übrigen hat die HWG, das Haus 12 Jahre leerstehen lassen - Eigentum verpflichtet!

19.08.2018 07:59 Grosser, Klaus 20

@Max W. - In ceterum censio Hasi esse liquendum
Lernen sie erst einmal richtig zu zitieren, und wenn sie diskutieren wollen, beziehen sie sich einfach nur auf diesen Kommentar.