Betrugsprozess in Halle Apotheker gestehen Fälschung von Rezepten

In einem Betrugsprozess um manipulierte Rezepte haben die beiden Angeklagten vor dem Landgericht Halle ein Geständnis abgelegt. Die beiden Apotheker, Mutter und Sohn, sollen sich 650.000 Euro erschlichen haben.

Auf Rezepte von Ärzten noch zusätzlich ein Medikament geschrieben oder gedruckt und schon klingelt die Kasse: So sollen eine Apothekerin aus Höhenmölsen im Burgenlandkreis und ihr Sohn – ebenfalls ein Apotheker – jahrelang bei den Krankenkassen Medikamente abgerechnet haben, die nie verschrieben worden sind. Deswegen müssen sich die 64-Jährige und ihr 37 Jahre alter Sohn vor dem Landgericht Halle verantworten.

Finanzielle Probleme

Gleich am ersten Prozesstag haben die beiden angeklagten Apotheker ein Geständnis abgelegt. Das berichtete ein Reporter von MDR SACHSEN-ANHALT aus dem Gericht. Sie gaben demnach zu, in mindestens 171 Fällen Rezepte gefälscht zu haben. Dazu hätten sie zwischen 2008 und 2012 eingereichte Rezepte um weitere nicht verschriebene Medikamente ergänzt und bei den Krankenkassen abgerechnet. Als Grund gaben beide finanzielle Probleme der Apotheke an.

650.000 Euro ergaunert

Der Schaden durch die Rezeptmanipulation beläuft sich nach Angaben der gesetzlichen Kassen auf rund 650.000 Euro. Der Betrug war bei einer Routinekontrolle aufgefallen. Nur eine der geschädigten Krankenkassen sei bei einer Routinekontrolle auf die Manipulationen aufmerksam geworden, hieß es vom Gericht. Danach erstatten auch weitere Krankenkassen Strafanzeige. Durch die Rezeptmanipulationen wurden keine Patienten geschädigt. Der finanzielle Schaden der Krankenkassen ist zumindest teilweise zurückgezahlt worden.

Der Apothekerin drohen nach MDR-Informationen zwei bis drei Jahre Gefängnis, da sich Gericht, Staatsanwaltschaft und die Angeklagten auf Grund des Geständnisses verständigt hatten. Der Sohn könnte mit unter zwei Jahren rechnen. Diese Strafe kann dann zur Bewährung ausgesetzt werden.

Quelle: MDR/cw,mp

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSEN-ANHALT HEUTE | 24. August 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2018, 15:20 Uhr

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1 Kommentar

24.08.2018 10:37 Leser 1

Würde die Chipkarte so gespeichert, wie uns vor Jahren versprochen, kämen solche Vorfälle nicht zustande. Alle Medikamente, Operationen und sonstige wichtige Daten drauf, wäre nicht nur ein Riegel davor, auch Notfall- und alle Behandlungen durch Ärzte würden dann lesbar sein und vieles ginge schneller und kontrollierbar.