Nach Schüssen auf Bürgerbüro Große Solidarität mit Karamba Diaby

Nach Schüssen auf das Bürgerbüro von Karamba Diaby in Halle bekommt der Bundestagsabgeordnete viel Solidarität. Politiker verschiedener Parteien und tausende Internetnutzer ermuntern Diaby, sich nicht unterkriegen zu lassen.

Karamba Diaby, SPD-Bundestagsabgeordneter
Karamba Diaby ist Bundestagsabgeordneter für Halle und den nördlichen Saalekreis. Bildrechte: dpa

Nach den Schüssen auf das Bürgerbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle haben sich mehrere Bundespolitiker mit ihm solidarisiert. Außerminister Heiko Maas nannte den Anschlag widerlich und feige. Die Bundesvorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, twitterte: "Lieber Karamba Diaby, meine und unsere ganze Solidarität gilt Ihnen. Es heißt, zusammenzustehen und unsere Demokratie gemeinsam zu verteidigen. Nie dürfen wir dabei nachlassen." Ihr Parteikollege Cem Özdemir sprach von einem Angriff auf die Demokratie und "damit uns alle".

Ähnlich äußerte sich Burkhard Lischka, der Vorsitzende des SPD-Landesverbandes: "Mit Gewalt gegen Andersdenkende vorzugehen, ist immer zu verurteilen. Der Versuch, mit einer solchen Tat einen frei gewählten Abgeordneten und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzuschüchtern, ist ein Angriff auf das Herz der Demokratie", teilte Lischka am Mittwochnachmittag mit. "Aber ich weiß: Karamba Diaby lässt sich nicht einschüchtern." Die SPD Sachsen-Anhalt stehe an Diabys Seite. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erklärte, er verurteile jegliche Form von Gewalt und Angriffen auf Mandatsträger.

Tausende Reaktionen auf Facebook und Twitter

Bei Facebook und Twitter gab es tausende Reaktionen auf Diabys Posts. Solidaritätsbekundungen kamen aus ganz Deutschland – und weit darüber hinaus. Von der Wiener SPÖ schrieb Mireille Ngosso: "Lieber Dr. Karamba Diaby, ich bin nur mehr noch sprachlos. Vollste Solidarität aus Wien!!! Sie sind für mich ein großes Vorbild. Ich hoffe, es wird alles aufgeklärt und es gibt Konsequenzen. Lassen Sie sich bitte nicht unterkriegen!"

Friederike Ekol von der evangelischen Kirche in Deutschland schrieb: "Lieber Karamba, ich wünsche Dir und Deinen Mitarbeitenden Kraft und Mut. Wir stehen bei Euch. Die Bedrohung auch unserer demokratischen Vertreterinnen und Vertreter macht wütend und fassungslos aber nicht schwach. Herzliche Grüße aus Frankfurt am Main".

Diaby ist dankbar für Unterstützung

Diaby zeigte sich von der großen Unterstützung begeistert. "Ich bin zutiefst dankbar für die Solidarität, die ich heute von Tausenden von Menschen erhalten habe. Ihr gebt mir Kraft und Mut", schrieb er bei Twitter.

Die Polizei vermutet, dass Unbekannte mit einer Druckluftwaffe auf die Fensterscheibe des Bürgerbüros in der Kleinen Ulrichstraße geschossen haben. Zudem wurden weitere Gebäude in der Umgebung beschädigt. Verletzt wurde niemand. Die Hintergründe der Tat sind noch offen.

Bereits mehrere Attacken auf Diaby

Der im Senegal geborene Karamba Diaby ist der erste gebürtige Schwarzafrikaner im Bundestag. Er war schon mehrfach das Ziel von Attacken. 2015 wurde die Scheibe des Büros eingeworfen. Ein Jahr später erhielt er eine rassistische Postkarte der rechtsextremen Partei "Der dritte Weg".

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Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wir wir | 16. Januar 2020 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2020, 14:40 Uhr

53 Kommentare

MDR-Team vor 5 Wochen

Wir würden selbstverständlich bei jeder Partei über solch ein Ereignis berichten und verurteilen Gewalt in alle Richtungen. Bitte bleiben Sie ab jetzt beim Thema. Siehe auch unsere Netiquette: https://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html

MDR-Team vor 5 Wochen

Bitte bleiben Sie beim Thema. In diesem Artikel geht es um die Solidarität, die Karamba Diaby entgegengebracht wurde und nicht um das Verhalten der AfD in einem anderen Sachverhalt. Siehe auch unsere Netiquette: https://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html

MDR-Team vor 5 Wochen

Wir haben das Thema im Blick. Es ist bekannt, dass am Donnerstag auch am Justizzentrum in Halle Löcher in mehreren Fensterscheiben entdeckt wurden. Hier ist bislang nicht klar, wann und wie die Scheiben beschädigt wurden.

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