Polizei sucht Zeugen Serie von Automatensprengungen in Halle

Bereits zum sechsten Mal in wenigen Tagen sind Automaten in Halle aufgesprengt worden. Teilweise wurden Fahrkartenautomaten durch die Explosionen vollständig zerstört, bei einem EC-Gerät scheiterte der Versuch. Auch im Norden Sachsen-Anhalts wurden Automaten ausgeraubt.

Ein zerstörter Fahrkartenautomat an einem Bahngleis in Halle
An der Haltestelle Halle-Rosengarten ist der Ticketautomat der Deutschen Bahn aufgesprengt worden. Bildrechte: MDR/Jan Möbius

In Halle sind erneut Fahrkartenautomaten aufgesprengt worden – mittlerweile die sechste Attacke innerhalb von vier Tagen. Der letzte Anschlag wurde am S-Bahnhof Rosengarten in der Merseburger Straße Dienstagnacht kurz nach 22:30 Uhr verübt. Das Gerät wurde durch die Explosion vollständig zerstört.

An dem Fahrkartenautomat entstand ein Schaden in Höhe von 15.000 Euro. Ein Polizeisprecher sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Täter hätten Bargeld entwendet – in welcher Höhe sei aber noch nicht bekannt. Nun werde ein Zusammenhang mit den Sprengungen der letzten Tage geprüft.

Ein weiterer Anschlag auf einen Ticketautomaten des S-Bahn-Punktes Halle-Silberhöhe in der Nähe der Ouluer-Straße ist der Polizei am Mittwoch bekannt geworden. Hier wurde der Automat am Dienstagmorgen gegen 2:30 ausgeraubt.

Die Polizei untersucht einen gesprengten Fahrkartenautomaten
Gesprengter Fahrkartenautomat: Bargeld wurde gestohlen und 15.000 Euro Schaden ist entstanden Bildrechte: MDR/Jan Möbius

Außerdem sei, ebenfalls am Dienstagmorgen, gegen 2:15 Uhr von vier Unbekannten erfolglos versucht worden, einen EC-Automaten im Stadtteil Silberhöhe in der Wilhelm-von-Klewitz-Straße aufzusprengen.

Wer hinter den Anschlägen steckt, konnte noch nicht ermittelt werden. Die Automaten stehen im Süden Halles und gehörten sowohl der Deutschen Bahn als auch der halleschen Verkehrsgesellschaft Havag.

Beginn der Sprengserie am Sonnabend

Die Sprengserie begann in der Nacht zum Sonnabend. Am halleschen S-Bahnhof Südstadtring wurde ein Ticketautomat gesprengt. Die Polizei spricht in diesem Fall von einem Schaden im fünfstelligen Bereich.

Auf dem Sockel eines zerstörten Fahrkartenautomaten steht: "Sehr geehrte Fahrgäste, wegegn Vandalismus steht an diesem Standplatz zeitweise kein Automat zur Verfügung."
Ein zerstörter Automat musste entfernt werden. Bildrechte: MDR/Niklas Ottersbach

Am Montagmorgen hörten Anwohner in Halle-Beesen einen lauten Knall. Hier wurde ein Fahrkartenautomat der Havag gesprengt und laut Polizei komplett zerstört. Die Höhe der Beute ist noch unbekannt.

Und am frühen Dienstagmorgen wurde gegen 2 Uhr, wieder am S-Bahnhof Südstadtring, ein Fahrkartenautomat gesprengt und eine Geldkassette gestohlen. Anwohner hatten einen Knall gehört und berichteten von flüchtenden, dunkel gekleideten Personen.

Automatensprengungen in Groß Ammensleben und Güsten

Auch im Norden Sachsen-Anhalts haben Automatensprenger zugeschlagen. In Groß Ammensleben im Landkreis Börde im Norden Magdeburgs wurde am Mittwochmorgen gegen 4:45 Uhr ein Fahrkartenautomaten aufgesprengt. Hier konnten laut Polizei zwei Tatverdächtige durch Zeugen beobachtet werden. Gefasst wurde jedoch niemand. Laut Polizei suchten Kriminalbeamte sowie Sprengstoffexperten am Tatort nach Spuren und sicherten Beweise.

Am Dienstagmorgen wurde gegen 4:15 Uhr ein Ticketautomat der Deutschen Bahn in Güsten bei Bernburg aufgesprengt und die Geldkassetten entwendet. Das teilte die Bundespolizei mit. Der Automat sei dabei völlig zerstört worden. Reste hätten zerstreut auf dem Bahnsteig und den Gleisen gelegen. Ein Bahngleis musste gesperrt werden. Erst 9:30 konnte die Strecke wieder freigegeben werden.

Zeugen gesucht Die Polizei bittet um Beobachtungen von Zeugen. Jede Polizeidienststelle nimmt Hinweise entgegen.

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Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 10. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2018, 13:40 Uhr

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6 Kommentare

12.10.2018 18:17 Emil 6

4 Max....: Besuchen Sie mal Hamburg oder..... Das ist doch mittlerweile in allen größeren Städten so.

12.10.2018 00:26 Max W. - Willkommen in der alten Bürgerstadt Halle an der Saale. 5

@10.10.2018 14:10 Nordharzer (Es kotzt einen an. Wenn dann mal einer ermittelt wird, kommt er wieder mit einer Bewährungsstrafe davon. Ich habe neulich einen Bericht gesehen, wo ein jugendlicher Mehrfach-Straftäter bestätigt hat, dass ihn erst eine Haftstrafe zur Besinnung gebracht hat. Bewährungsstrafen (zumal mehrfach) hat er nie ernst genommen.)

Sagen sie nicht sowas, sonst fällt die "Jugendhilfe" in Ohnmacht und schreit Nazis! Wenn sie wüssten, mit welcher Sorte Mensch sie es zu tun bekommen, wenn sie mit der Kommune über die fortdauernde Schmiererei diskutieren müssen, würden sie sofort eine Flasche Nordhäuser ansetzen. Nüchtern ist das nicht lange zu ertragen, zumal man das stete Gefühl hat, unter dem Floskel-Dauerfeuer eines ganzen SozPäd-Seminars zu liegen. Dass sich vor präzisen Nachfragen fürchtet, wie der Teufel vor dem Weihwasser.

Ich empfehle u. a. das Studium der "Broken Windows"- Theorie und Jane Jacobs "The Death and Life of great american Cities".

12.10.2018 00:13 Max W. - Willkommen in der alten Bürgerstadt Halle an der Saale. 4

@10.10.2018 14:50 D.o.M. (Auch die Beschmierungen der Gegenstände...)

Dann besuchen sie mal Halle, dessen OB "keine Probleme" sieht. Jede Nacht werden Hauswände beschmiert, die soeben denkmalgerecht sanierte Waisenhausbuchhandlung ist bereits wieder von irgendwelchen bildungsfernen Idioten mit "Tags", dem Äquivalent zum unartikulierten Gestammel, besprüht worden.

Strafen für gefasste Täter? Lach... Die Typen sind nach "Feststellung der Personalien" wieder unterwegs - bis es einem Bürger mal richtig reicht.
Polizei? In Halle??? Nachts???!! Wo denken sie hin.

Kotzflecken auf dem Markt und alle 20 Meter auf dem Trottoir, bep...te Haltestellenhäuschen, HFC-Schmierereien und Müll allerorten, zugeparkte Gehwege und Plätze, nachts umgeworfene Baustellenabsperrungen, pöbelnde Alks in der Tram, schutzsuchende Dealer auf dem Riebeckplatz, Hundeschaizze auf Spielplätzen (sic!) - kurz: SO sieht eine in der Tendenz buchstäblich asoziale "Kommune" ohne Bürger(willen) aus.